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"Wer kennt den Täter?" fragt die Polzei Lüneburg mit dieser Phantomzeichnung. Bild: PI Lüneburg
"Wer kennt den Täter?" fragt die Polzei Lüneburg mit dieser Phantomzeichnung. Bild: PI Lüneburg

Phantomzeichnung der Polizei erntet Kritik

Lüneburg. Seit Freitag sucht die Polizeiinspektion Lüneburg den Täter des Überfalls auf eine 56 Jahre alte Frau aus dem Dezember mit einer Phantomzeichnung, die den Mann im Weggehen von hinten zeigt. Dafür erntete sie jetzt im Netz bundesweit Kritik.

„Irres Phantombild! Wer soll diesen Täter bitte erkennen?“ schreibt Bild.de. „Viel Phantasie benötigt – wer erkennt diesen Mann?“, fragt die Hamburger Morgenpost. Auch die Nordwestzeitung, die Berliner Zeitung oder das Schweizer Nachrichtenportal Blick berichten über das ungewöhnliche Phantombild – und verschaffen der Polizei Lüneburg damit eine große Öffentlichkeit.

„Es ist besser, als nichts zu unternehmen.“

„Uns ist bewusst, dass es sich bei der Zeichnung um ein ungewöhnliches Suchbild handelt. Aber wir denken, es ist besser, das Bild zu veröffentlichen, als nichts zu unternehmen“, erklärt Antje Freudenberg von der Polizei Lüneburg das Vorgehen. „Vielleicht erinnert sich so doch jemand an den Mann oder erkennt den Karton, von dem wir auch ein Bild veröffentlicht haben.“

Diesen Fernseh-Karton der Marke Philips trug der Täter unter dem Arm, als er am Mehrfamilienhaus klingelte. Foto: PI Lüneburg
Diesen Fernseh-Karton der Marke „Philips“ trug der Täter unter dem Arm, als er am Haus des Opfers klingelte. Foto: PI Lüneburg

Der Täter soll am 13. Dezember 2017 in der Straße Am Blauen Camp eine Lüneburgerin in ihrer Wohnung überfallen und gefesselt haben. Er trug einen großen, blau-weißen TV-Karton mit sich, den er an einem Altpapiercontainer in der Straße Auf der Höhe zurückließ, nachdem die 56-Jährige ihn durch erhebliche Gegenwehr in die Flucht geschlagen hatte.

Trotz Augenzwinkern bei der Berichterstattung freut sich die Polizei über die Werbung für ihren Aufruf. „Man kann sich über die Sinnhaftigkeit streiten, aber jede Art von Verbreitung ist gut. Es ist ja auch ein für Lüneburg ungewöhnlicher Fall.“, so Freudenberg. Und diese erfordern bekanntlich ungewöhnliche Maßnahmen.

Von Katja Grundmann