Aktuell
Home | Lokales | Monika Scherf kehrt zurück
Monika Scherf, zunächst Kreisrätin in Lüneburg jetzt im Nachbarkreis Harburg, wird neue Landesbeauftragte. Am Dienstag wird sie als Nachfolgerin von Jutta Schieke in ihr Amt eingeführt. (Foto: nh)

Monika Scherf kehrt zurück

Lüneburg/Harburg. Kaum ist sie im Winsener Kreishaus angekommen, da muss sie schon wieder ihre Koffer packen: Monika Scherf – Noch-Kreisrätin im Nachbarkreis Harburg – wird die neue Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung in Lüneburg. Am kommenden Dienstag, 16. Januar, wird Birgit Honé (SPD), Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Monika Scherf als Nachfolgerin von Jutta Schiecke in ihr Amt einführen.

Für Monika Scherf ist die Berufung ein weiterer Schritt nach oben auf der Karriereleiter, der so nach eigenem Bekunden gar nicht geplant war: „Bei mir schlagen zwei Herzen in einer Brust“, bekennt die Diplom-Ingenieurin im Gespräch mit der LZ. Einerseits freue sie sich auf die neue Aufgabe und die neuen Herausforderungen in Lüneburg, auf der anderen Seite aber verlasse sie den Landkreis Harburg auch mit einem weinenden Auge.

Kabinett entscheidet über Stellenbesetzung

„Mich hat hier nichts weggetrieben“, betont die Noch-Kreisrätin, im Gegenteil: „Die Arbeit im Kreishaus mit den Kollegen ist angenehm, die Strukturen stimmen.“ Dass die Arbeits-Atmosphäre im Winsener Kreishaus stimmt, zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass Scherf bis zum letzten Tag als Kreisrätin und Leiterin des Fachbereichs Bauen/Umwelt ihre Arbeit wahrnimmt. „Ich werde am Dienstagmorgen noch eine Ausschuss-Sitzung in Winsen leiten und dann nach Lüneburg fahren, um dort mein neues Amt anzutreten“, berichtet Monika Scherf.

Dass sie als Nachfolgerin von Jutta Schiecke als neue Landesbeauftragte im Gespräch ist, weiß Scherf seit dem 20. November. Die Besetzung der Stelle ist eine Kabinetts-Entscheidung der neuen rot-schwarzen Landesregierung. Vier Ämter für regionale Landesentwicklung gibt es in Niedersachsen, „die Personalvorschläge für die Besetzung für die Amtsleitungen obliegen den Koalitionspartnern“, sagt Dr. Eike Frenzel, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums, das von CDU-Minister Dr. Bernd ­Althusmann geführt wird.

Bereits in Lüneburg war Monika Scherf ebenfalls als Kreisrätin tätig – und zwar in der Zeit von 2008 bis 2016 zuständig für die Themen Bauen, Regional- und Bauleitplanung, Umwelt- und Klimaschutz sowie Veterinär-, Lebensmittel- und Gewerbeüberwachung, Ordnung, Kfz-Zulassungen, Straßenverkehr und Führerscheine.

Zuständig für insgesamt elf Landkreise

2014 sorgte Monika Scherf für Aufsehen, als sie bei der Landratswahl ihren damaligen Chef, den Lüneburger Landrat Manfred Nahrstedt herausforderte und bei der Wahl dem Sozialdemokraten unterlag. Ihre politische Zukunft im Landkreis Lüneburg war damit besiegelt, Scherf wechselte nach Ablauf ihrer Dienstzeit 2016 als Kreisrätin zum Landkreis Harburg. Dort überzeugte die Diplom-Ingenieurin schnell mit ihrer kommunalpolitischen Erfahrung und mit Fachkompetenz.

Jetzt kehrt sie nach nur 18 Monaten dem Kreis Harburg den Rücken, um als Landesbeauftragte die Leitung des Amtes für regionale Landesentwicklung in Lüneburg zu übernehmen. Dort wird Scherf Chefin von knapp 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Davon 80 in Lüneburg (30 im Behördenzentrum Auf der Hude und 50 im Behördenzentrum Ost, dem Sitz der Verwaltung für Landentwicklung mit Strukturförderung und Flurbereinigung).

Insgesamt sind es elf Kreise, für die die neue Landesbeauftragte ab nächster Woche zuständig sein wird. Scherf kennt sie noch aus früheren Tagen – aus der Zeit, als sie noch für die Bezirksregierung Lüneburg und die NBank in Hannover tätig war.

Ansprechpartner des Landes

Im Januar 2014 wurden vom Land in den Regionen Lüneburg, Braunschweig, Leine-Weser und Weser-Ems Ämter für regionale Landesentwicklung (ÄrL) eingerichtet. Aufgabe der Landesämter ist es, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort passgenaue, regionale Entwicklungskonzepte und Förderprojekte für die unterschiedlich geprägten Landesteile Niedersachsens zu planen, zu bündeln und umzusetzen.

An der Spitze der Landesämter stehen die Landesbeauftragten. Sie koordinieren den Einsatz der Europäischen Fördermittel für die Region. Und sie haben eine wichtige Scharnierfunktion: Sie sind Vertreter der Landesregierung in ihren Regionen, vertreten aber auch ihre Regionen innerhalb der Landesregierung und stehen vor Ort als Ansprechperson des Landes zur Verfügung. Die Landesbeauftragten sind zuständig für Fragen der regionalen Landesentwicklung, der Regionalplanung und der Raumordnung, der Stadt- und Landentwicklung und der Wirtschaftsförderung – letzteres insbesondere bei der Umsetzung der Europäischen Strukturfonds. lz

Von Klaus Reschke

One comment

  1. Landrat Manfred Nahrstedts politische Zukunft im Landkreis Lüneburg dürfte damit wohl endgültig besiegelt sein.