Dienstag , 25. September 2018
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Ein Schild in einer Twiete der Lauenburger Altstadt zeigt den Wasserstand im Juni 2013. Davon ist die Elbe derzeit noch weit entfernt. (Foto: tja)

Pegel steigen bis zum Wochenende

Lauenburg. Jetzt geht es wieder ganz schnell: Auf die Region läuft ein Elbehochwasser zu. Erwartet wird für das Wochenende ein Pegel von gut sieben Metern bei Lauenburg und Hohnstorf – normal sind 4,50 Meter. Die Lauenburger Elbuferpromenade ist längst überschwemmt, die Twieten sind gesperrt. Von Hektik ist allerdings nichts zu spüren, zumal der Scheitelpunkt in Dresden gestern erreicht wurde.

„Wir sind relativ entspannt, haben die Prognosen der Hochwasserzentrale aber im Blick“, sagte Reinhard Nieberg, Leiter des Lauenburger Stadtentwicklungsamtes, am Montag. Er geht von einem „normalen Winterereignis“ aus. Im Januar 2011 hatte die Elbe vor Lauenburg einen Wasserstand von 9,14 Metern erreicht, höchster Wert der vergangenen Jahre waren 9,64 Meter im Juni 2013. Die Rekordmarke stammt mit 9,88 Metern von 1855. Nieberg: „Wir haben auch Kontakt zu den Kollegen am Rhein, die ja ihre neuen Flutwän­de aufbauen. Aber das wird bei uns nicht nötig sein.“ Mobile Wände gibt es in Lauenburg auch nur an der Palmschleuse.

Dauerregen der letzten Wochen ohne Einfluss

„Bisher sehen wir keine große Gefahr. Aber es zeigt ja mal wieder, wie wichtig ein grundsätzlicher Schutz für unsere Altstadt ist“, sagte am Montagmorgen Sven Scharnweber, Anwohner der Elbstraße. „Wäre der ganze Regen, den wir hier hatten, woanders gefallen, wären die Prognosen jetzt vielleicht deutlich anders“, so Scharnweber. Denn der Regen, der vergangene Woche für Überschwemmungen in der Region gesorgt hatte, hat auf die Elbe keinen Einfluss. Das Hochwasser im Fluss kommt aus dem Einzugsgebiet der Elbe, das sich vor allem in Tschechien befindet und in Ostdeutschland durch Zuflüsse gespeist wird. Scharnweber: „Ich hoffe, dass das Stauwehr in Geesthacht auch sinnvoll gesteuert wird, um für Abfluss zu sorgen.“

In Dresden stand der Pegel am Wochenende bei 3,31 Metern, normal sind 1,80 Meter. In Lauenburg wurde die Prognose seit vergangener Woche immer weiter nach oben angepasst, weil selbst für Dresden noch kein Höchststand absehbar war. Der wurde jetzt erreicht. „Ich gehe davon aus, dass wir hier nicht großartig aktiv werden müssen“, sagt Feuerwehrchef Lars Heuer. Erst ab neun Metern wird es wirklich kritisch.

Untersuchung zu Evakuierung der Altstadt wird vorgestellt

Um mögliche Evakuierungen bei künftigen Hochwasserlagen geht es am Donnerstag, 18. Januar (19 Uhr), in der Osterwold-Halle. Dann stellen Studenten ihre Erkenntnisse vor. Anwohner der Elbstraße, die im Juni 2013 evakuiert wurden, hatten im Nachgang kritisiert, dass sie Schäden geringer hätten halten können, wenn sie ihre Häuser weiterhin hätten verteidigen dürfen.

Jetzt, viereinhalb Jahre danach, soll die damalige Entscheidung zur Evakuierung auf den Prüfstand, und die Betroffenen sollen mitreden. Die Grundlage der künftigen Bewertung soll die Analyse von zwei Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften sein. Der Krisenstab des Kreises hatte 2013 die Evakuierung von mehr als 300 Altstadtbewohnern angeordnet. tja