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Als Krankenhaus dient das Gebäude im Herzen von Scharnebeck schon lange nicht mehr. Aktuell hat der Landkreis dort Flüchtlinge untergebracht, die Gemeinde möchte das Gebäude und das umliegende Gelände gerne als Senioren-Wohn-Gebiet entwickeln. (Foto: t&w)

Ein neues Heim für Senioren?

Scharnebeck. In der Samtgemeinde Scharnebeck fehlt es an altersgerechten Wohnmöglichkeiten. Das beklagen Bürger und Politiker seit Jahren, doch geändert hat sich daran bis heute kaum etwas. Nun wird das Thema die Politik erneut beschäftigen, denn im Rahmen der Überarbeitung des Flächennutzungsplans (F-Plan) gibt es gleich zwei neue Vorstöße in diese Richtung.

Erstens: Die Gruppe FW-GUBS/FDP/Jackmann im Samtgemeinderat hat im neuen F-Plan die Ausweisung einer „Fläche für Senioreneinrichtung mit Tagesbetreuung bzw. Wohnen und Pflege im Quartier“ beantragt, diskutiert wird darüber erstmals im Sozialausschuss am Mittwoch, 10. Januar. Zweitens: Die Gemeinde Scharnebeck möchte das Gelände rund um das alte Krankenhaus als Senioren-Wohn-Gebiet entwickeln, hat dafür bereits eine entsprechende Änderung des F-Plans bei der Samtgemeinde beantragt.

Angebot in der Samtgemeinde ist überschaubar

Aktuell ist das Angebot an altersgerechten Wohnmöglichkeiten in der Samtgemeinde überschaubar. In Boltersen gibt es ein Alten- und Pflegeheim, in Scharnebeck die altersgerechten Wohnungen des Vereins „Wirken und Leben im Alter“ (LuWiA). „Und in Artlenburg sind Gemeinde und Investor im Gespräch über den Bau seniorengerechter Wohnungen“, berichtet Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU). In Hohns­torf wiederum gab es viele Jahre lang Pläne für altersgerechte Wohn-Projekte. „Doch nachdem die nie umgesetzt werden konnten, haben wir die Ausweisung im F-Plan in diesem Fall wohl wieder rückgängig gemacht“, sagt der Rathauschef.

Dass es in der Samtgemeinde den Bedarf nach mehr Wohnangeboten für Senioren gibt, „davon bin ich überzeugt“, sagt Gerstenkorn. Fragt sich nur: Wo und vor allem von wem soll gebaut werden?

Sonja Jackmann, Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde und Mitglied der Gruppe FW-GUBS/FDP/Jackmann, hofft mit ihrem Antrag den Anstoß für ein umfassendes Projekt geben zu können. „Es soll den Menschen aus unserer Samtgemeinde einen Platz zum Leben geben und zwar in allen Stadien des Alters“, sagt sie. „Dafür ist es notwendig, neue Wohn- und Pflegeformen zu entwickeln.“ Förderprogramme der landesweiten Aktion „Wohnen im Quartier“ sollen geprüft und genutzt werden. Offen lässt Jackmann allerdings, wo diese Pläne realisiert werden könnten. Und von wem. „Das wird sich dann finden“, glaubt sie.

Mietvertrag mit dem Landkreis noch bis Ende 2020

Konkreter sind da die Pläne der Gemeinde Scharnebeck. „Wir möchten gerne das alte Krankenhaus und das noch unbebaute Gelände dahinter als Seniorenanlage entwickeln“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU). Das Problem: Das alte Krankenhaus dient dem Landkreis Lüneburg nach wie vor als Flüchtlingsunterkunft, der Mietvertrag läuft nach Angaben des Kreises noch bis Ende 2020. „Wenn sich die Gemeinde und der Vermieter allerdings auf eine Nachnutzung einigen, stehen wir einem vorzeitigen Ende des Mietvertrages nicht im Weg“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.

Der Eigentümer selbst ist bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Laut Führinger sei man im Gespräch, eine Einigung gebe es bisher allerdings noch nicht. Auch ein Investor fehlt der Gemeinde bisher. „Dennoch hoffen wir, mit der Ausweisung des Gebiets eine Entwicklung des Geländes anstoßen zu können“, sagt der Bürgermeister. Denn trotz aller Unsicherheiten, eins ist aus seiner Sicht gewiss: „Der Bedarf an seniorengerechtem Wohnen ist da.“

Sachstand

Flüchtlinge im alten Krankenhaus

Nach dem Aus des Krankenhausbetriebes in Scharnebeck hat der Landkreis Lüneburg das Gebäude im November 2015 als Notunterkunft für Flüchtlinge gemietet. Bis zu 100 Menschen wurden dort zu Hochzeiten untergebracht. Inzwischen dient das Gebäude dem Kreis nicht mehr als Not-, sondern als reguläre Unterkunft für Flüchtlinge. Untergebracht sind dort nach Angaben von Kreissprecherin Katrin Holzmann derzeit rund 50 Personen.

Von Anna Sprockhoff