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Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack wehrt sich gegen Vorwürfe der ABAE-Fraktion in seinem Gemeinderat. Foto: A/be

Ungeduldige Abgeordnete schalten den Landkreis ein

Adendorf. Die Fraktion „Aktive Bürger Adendorf Erbstorf“ (ABAE) im Adendorfer Rat fährt schwere Geschütze auf. „Absolutismus“ wirft die zweiköpfige Fraktion aus Hans-Dieter Wilhus und Daniela Warncke dem Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Maack (SPD), vor. Und „dramatische Demokratiedefizite“. Die Fraktion hat jetzt die Kommunalaufsicht des Landkreises Lüneburg eingeschaltet.

Die Fraktion sehe eine „massive Beeinträchtigung und Missachtung der Rechte durch das Verhalten des Bürgermeisters der Gemeinde“, begründet Fraktionsvorsitzender Wilhus. In Anspielung auf den Verlust der absoluten SPD-Ratsmehrheit bei der Kommunalwahl im Herbst 2016, schreibt Wilhus: Die „Zeiten des Absolutismus in Adendorf/Erbstorf gehören der Vergangenheit an.“

Adendorfer fürchten mehr Verkehr im Ort

Hintergrund für die Aufregung in Adendorf ist der geplante Bau der „Arena Lüneburger Land“ an der Lüner Rennbahn, direkt angrenzend an Adendorfer Gemeindegebiet. Viele Adendorfer befürchten durch den künftigen Betrieb der Veranstaltungshalle eine erhöhte Verkehrsbelastung.

Für seine Fraktion weist Hans-Dieter Wilhus im Schreiben an den Landkreis Lüneburg darauf hin, dass die ABAE schon am 11. Dezember 2016 eine Bürgerversammlung zum Thema „Arena“ beantragt hatte. Wilhus: „Die ABAE befürchtete und befürchtet starke Verkehrsbeeinträchtigung für die Bewohner der angrenzenden Straßen in Adendorf sowie für die Anwohner der Durchgangsstraßen.“

Wilhus weiter: „Dieser Antrag ist zur Kenntnis genommen worden, mit dem ständigen Hinweis des Bürgermeisters, die Bürgerversammlung kommt. So zuletzt anlässlich der Ratssitzung am 7. Dezember 2017, also ein Jahr später.“ Für die angekündigte Bürgerversammlung, so Wilhus, gebe es immer noch keinen Termin. „Wir wollen, dass die Adendorfer Bürger beteiligt werden. Das Gemauschel muss aufhören.“

Zu spät informiert worden

Die Adendorfer ABAE-Fraktion kritisiert außerdem, sie sei viel zu spät mit notwendigen Unterlagen und Informationen zum Thema „Arena Lüneburger Land“ versorgt worden. Schon am 20. März 2017, erklärt Wilhus, habe Bürgermeister Maack „die notwendigen Unterlagen über den Bau der Arena“ bekommen.

Vorwurf der ABAE: „Der darin enthaltene Hinweis auf den Stellungnahmetermin 11. April 2017 blieb trotz des bekannten Antrages der ABAE-Fraktion seitens der Gemeinde und des Bürgermeisters unbeachtet und verstrich. In den übersandten Unterlagen befindet sich auch eine genaue verkehrstechnische Untersuchung, die auf die Probleme deutlich hinweist.“

Am 26. April 2017, so Hans-Dieter Wilhus, sei die Baugenehmigung für die „Arena Lüneburger Land“ erteilt worden. Erst am 11. Dezember 2017, also fast acht Monate später, seien den Fraktionen, also auch der ABAE, Unterlagen wie Bauantrag, Baugenehmigung und Verkehrsgutachten zur Verfügung gestellt worden. Wilhus: „Das ist so nicht hinnehmbar.“

Bürgerversammlung, wenn alle Fakten vorliegen

Für den Landkreis Lüneburg bestätigt dessen Pressesprecherin Katrin Holzmann den Eingang einer „Eingabe“ bei der dortigen Kommunalaufsicht. Von deren Seite würden nun erst einmal noch „einige Nachfragen“ an die ABAE-Fraktion im Adendorfer Rat gehen.

Bürgermeister Thomas Maack wurde am Dienstag vom Landkreis über die Eingabe der ABAE informiert. „Es ist noch zu früh für eine detaillierte Stellungnahme. Wir arbeiten das in Ruhe auf, überprüfen alle Angaben“, erklärte Maack auf LZ-Anfrage.

In Sachen Arena sei ein Anwaltsbüro eingeschaltet, wenn dessen Ergebnisse vorliegen, werde man auch an die Öffentlichkeit gehen. Die von ihm mehrfach angekündigte Bürgerversammlung werde es, wie angekündigt, geben: „Aber erst, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir in eine öffentliche Veranstaltung gehen. Bisher war das einfach zu früh.“

Von Ingo Petersen

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One comment

  1. Lieber Ingo Petersen,

    Ihre Überschrift ist mehr als tendenziös. Warum müssen Bürgervertreter, die ihr Recht wahrnehmen, als „ungeduldig“ abqualifiziert werden? Gäbe es Einbußen, wenn dieses Voreingenommenheit schürende Attribut gestrichen würde?

    Aus dem Artikel geht klar hervor, dass Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack die Petenten mehrmals in widerrechtlicher Weise hingehalten und ihnen pflichtwidrig die ihnen zustehenden Informationen vorenthalten hat. Der Bürgermeister sollte sich schämen, anstatt einen auf dicke Hose zu machen, und sollte überlegen, ob er für das Amt eigentlich geeignet ist.

    Hintergrund für die Aufregung in Adendorf ist der geplante Bau der „Arena Lüneburger Land“ an der Lüner Rennbahn, direkt angrenzend an Adendorfer Gemeindegebiet. Viele Adendorfer befürchten durch den künftigen Betrieb der Veranstaltungshalle eine starke Verkehrsbeeinträchtigung für die Bewohner der angrenzenden Straßen in Adendorf sowie für die Anwohner der Durchgangsstraßen.

    Wie aus den Arenaplänen klar hervorgeht, ist diese Sorge vollumfänglich berechtigt. Und es ist bisher unklar, wer für die umfangreichen, zwingend notwendigen Verkehrsbaumaßnahmen im Umkreis der Millionenhalle aufkommen wird, deren Komplettfinanzierung immer noch nicht zuende gerechnet ist.