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Rita Mannhaupt vor ihrem Mobilheim auf dem Campingplatz in Melbeck. Der Pachtvertrag wurde gekündigt. Jetzt droht der Abriss der Unterkunft. Foto: kre

Mobilheim droht der Abriss

Melbeck. Das kleine Häuschen ist der ganze Stolz von Rita Mannhaupt. „Wir haben da viel Zeit, Geld und Mühe investiert“, sagt sie. Schließlich war das ortsfest e Mobilheim von 1999 bis 2013 auf dem Campingplatz in Melbeck das Zuhause der Familie. „Hier haben wir ganzjährig gewohnt!“, sagt sie. Doch der Stolz von einst ist zur seelischen Belastung für Rita Mannhaupt geworden, denn: „Wir haben die Aufforderung zum Abriss unseres Eigentums bekommen“, sagt sie. Der Grund: Platzinhaber Karsten Fuhrhop hat den Pachtvertrag der Mannhaupts für die rund 150 Quadratmeter große Parzelle bereits im März 2017 gekündigt. Dagegen haben Rita Mannhaupt und ihr Mann Hans-Jürgen Klage eingereicht. Das Urteil des Gerichts steht noch aus.

Karsten Fuhrhop jedoch ist sicher, dass er den Prozess gewinnen wird. Denn das Mobilheim steht seinen Worten zufolge auf dem falschen Teil des Areals – auf dem Campingplatz statt auf dem angrenzenden Wochenendhausgebiet. Das Haus der Mannhaupts sei das letzte Mobilheim in diesem Bereich, die der Nachbarn seien bereits beseitigt. Für Rita Mannhaupt dagegen ist diese Haltung nur schwer zu ertragen. 1999 hatten sie und ihr Mann die Parzelle gepachtet und das bereits dort stehende Mobilheim für mehre Tausend Mark dem Vorbesitzer abgekauft, um es als festen Wohnsitz zu nutzen. „Sonst hätten wir das damals doch gar nicht gekauft“, sagt Rita Mannhaupt und fügt hinzu: „Das Areal, auf dem unser Mobilheim steht, galt immer als Sonderplatz“.

Viel Arbeit habe ihr Mann in das Haus investiert, die Außenwände neu verschalt, ein neues Bad eingebaut, Elektrik und Kupferleitungen erneuert… In den Jahren 2013 bis 2015 seien zudem die Fenster durch neue ersetzt worden. „Wir haben unsere Unterkunft immer in Schuss gehalten“, sagt Rita Mannhaupt.

Makler mit dem Verkauf beauftragt

„Eigentlich hatten wir vor, hier alt zu werden“. Aber ihre Gesundheit habe ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwischenzeitlich habe ihr sogar ein Leben im Rollstuhl gedroht. Deshalb hätten sie und ihr Mann sich dazu entschieden, noch einmal umzuziehen. 2013 kauften sich Rita Mannhaupt und ihr Mann ein Haus in Clenze im Landkreis Lüchow-Dannenberg. „Unser Heim auf dem Campingplatz wollten wir verkaufen“, sagt Mannhaupt – Fuhrhop habe sogar angeboten, gegen eine Provision einen Käufer zu suchen. Das bestreitet der Campingplatz-Besitzer auch nicht, doch echte Interessenten hätten sich nicht finden lassen. Für die Mannhaupts zu dem Zeitpunkt noch kein Beinbruch. „Dann wollten wir unser Heim in Melbeck eben selbst weiter nutzen, im Urlaub und an den Wochenenden“, sagt Rita Mannhaupt.

Nichtsdestotrotz unternahm das Clenzer Ehepaar einen zweiten Anlauf, das Mobilheim zu veräußern, schalteten einen neuen Makler ein. In der Hoffnung, für ihr Mobilheim 20 000 Euro zu erlösen. Geld, dass sie gut für die Renovierung ihres Hauses in Clenze gebrauchen können. „Wir sind keine reichen Leute, für uns ist das viel Geld“, sagt Mannhaupt.

Es habe auch mehrere Interessenten gegeben. Doch die seien abgesprungen, als sie hörten, dass der Platzbetreiber Fuhrhop inzwischen das ganzjährige Wohnen auf diesem Teil des Platzes nicht mehr gestatten wolle. Und im März 2017 kam für die Mannhaupts schließlich der größte Hammer – die Kündigung des Pachtvertrages. Jetzt sollen wir unser Haus auch noch auf eigene Kosten abreißen lassen“, sagt Mannhaupt. Denn obwohl es sich um ein Mobilheim handelt, einfach Räder drunter bauen und wegfahren, das geht nicht mehr.

Jetzt muss das Gericht ein Urteil fällen

Das Ehepaar zog vor Gericht. Der Güte-Vorschlag des Richters, dass Fuhrhop den Klägern das Mobilheim doch abkaufen könnte, lehnte der nach Mannhaupts Worten ab. Also muss das Gericht jetzt ein Urteil fällen – und dem sieht die Clenzerin sorgenvoll entgegen: „Wir sind keine Millionäre, wir brauchen das Geld aus dem Erlös unseres Wohnmobilheims.“ Sollte sie den Prozess verlieren, kündigte sie jetzt schon an, in Berufung zu gehen. „Wir wollen eine Entschädigung“, sagt die Frau aus Clenze – „mindestens 15 000 Euro dafür, dass wir unser Eigentum nicht verkaufen können.“

Karsten Fuhrhop sagt: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende:“ Er sieht dem Ausgang des Verfahrens gelassen entgegen, hat bereits andere Pläne mit dem Areal: „Ich werde das Grundstück nicht mehr als Mobilheimplatz verpachten.“ Das rechne sich nicht mehr.

Von Klaus Reschke