Mittwoch , 19. September 2018
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Der Lüneburger Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, ist in Berlin dabei. Archivfoto: rg

Mit dem Trecker zur Demonstration nach Berlin

Lüneburg/Berlin. Die Landwirte machen mobil: „Aufstehen! Auf die Trecker! Der Agrarindustrie die Stirn bieten!“, lautet das Motto, unter dem sich am Freitag 19. Januar, rund 120 Bäuerinnen und Bauern aus ganz Norddeutschland auf ihre Trecker schwingen, um nach Berlin zu fahren. Ziel ist die Internationale Agrarministerkonferenz, die am Sonnabend, 20. Januar, im Rahmen der weltgrößten Agrarmesse, der Internationalen Grünen Woche in Berlin, stattfindet. „Wir werden in der Bundeshauptstadt für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft unsere Stimme erheben“, sagt der Lüneburger Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

Dafür gehen die Landwirte in Berlin auf die Straße. Dafür laden sie zu einer öffentlichen Kundgebung ein, in deren Verlauf Janßen einer Delegation der Internationalen Agrarministerkonferenz eine politische Erklärung überreichen wird. Bauernhöfe statt Agarindustrie, gesundes Essen für alle und eine artgerechte Tierhaltung – das sind Themen, für die die Landwirte streiten.

Der Jugend eine Perspektive für das Leben und Arbeiten auf dem Land eröffnen

„20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU erhalten 80 Prozent der Direktzahlungen. Das kann nicht sein“, kritisiert Janßen, der eine gerechtere Umverteilung fordert, damit künftig auch kleine und mittlere Betriebe deutlich gestärkt werden. „Eine wichtige Frage wird sein, wie sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Menschen auf dem Lande entwickeln werden“, mahnt der Bundesgeschäftsführer. Unfaire Handelsabkommen müssten gestoppt werden, weil sie lokale Märkte und wichtige Arbeitsplätze auf dem Lande zerstörten. Stattdessen wünscht sich Janßen ein deutliches Signal, „damit auch junge Menschen eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft sehen“. Landwirte seien es gewohnt, neue Herausforderungen anzunehmen. „Wir sind bereit für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft. Für eine politische Offensive zur Entwicklung der ländlichen Regionen“, heißt es in einem Aufruf, der von Georg Janßen und auch von Felix Löwenstein vom Bund Ökologische Landwirtschaft unterzeichnet ist.

Dass die Politik vor großen Herausforderungen steht, ist für Janßen und Löwenstein keine Frage: „Kriege, Hunger, Armut, und Klimawandel stürzen Millionen von Menschen in Verzweiflung, viele fürchten um ihr Leben“, stellen die Initiatoren der Trecker-Demo weiter fest. Umso wichtiger sei es daher, der Jugend eine Perspektive für das Leben und Arbeiten auf dem Lande zu eröffnen, ob in Afrika, Asien, Lateinamerika oder in Europa. „Messbare Investitionen für die Jugend sind Investitionen für die Zukunft unseres Planeten“, sagt Janßen.

Von Klaus Reschke

Noch freie Plätze im BUND-Bus nach Berlin

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Regionalverband Elbe-Heide, fährt zur Bauern-Demo am Sonnabend, 20. Januar, nach Berlin und bietet Interessierten die Gelegenheit zur Mitfahrt in dem vom BUND gecharterten Bus an. Das Ticket kostet 14 Euro pro Person, Start ist am Lüneburger ZOB um 6 Uhr. Der Bus hält ebenfalls in Scharnebeck (6.15 Uhr), Echem (6.25 Uhr) und Lauenburg Bahnhof (6.35 Uhr). Die Rückfahrt ist ab 16.30 Uhr geplant. Bustickets sind noch im Avenir, Katzenstraße 2, 21335 Lüneburg, erhältlich.