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Das Denkmal für die Toten der 110. Infanterie-Division Am Graalwall ist immer wieder Stein des Anstoßes in der Debatte über die richtige Form der Erinnerung. (Foto: be)

Kommt eine Parade der Denkmäler vor dem Museum?

Lüneburg. Die richtige Form des Gedenkens und Erinnerns ist in Lüneburg ein Dauerthema, manche Denkmäler sind seit Jahren umstritten, einige wurden längst eingemottet oder sind hinter Kasernenzäunen für die breite Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Gerade erhält das Thema durch ein Video wieder neue Nahrung, das Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf (CDU) für seine Äußerungen gegenüber einem rechten Blogger reichlich Kritik, eine Anzeige und Rücktrittsforderungen bescherte (LZ berichtete). Nun ist der Fall offenbar Anstoß für die Politik, noch einmal über die Erinnerungskultur in Lüneburg nachzudenken.

Der Verwaltungsausschuss, dem Mitglieder aller Parteien des Rates angehören, hatte sich zuletzt am 17. Oktober 2017 mit einer Petition zu dem Denkmal für die 110. Infanteriedivision auseinandergesetzt, das jetzt auch im Video eine zentrale Rolle spielte. Ohne Gegenstimmen wurde dabei beschlossen, dass die Verwaltung mit der Manzke-Friedensstiftung über eine textliche Präzisierung und damit Verbesserung des aufgestellten Schildes am Wall-Aufgang spricht. „Darüber hinaus möchte die Stadt die Anregung aufgreifen und die Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten bei diesen Fragen mit hinzuziehen, so wie wir es bei anderen Denkmälern auch bereits getan haben“, hieß es in dem Beschluss.

SPD fordert Neubewertung der Hinweisschilder

Nun sagt Friedrich von Mansberg, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, noch einmal konkret: „Wir fordern, dass gemeinsam mit den Initiatoren des ‚Friedenspfades’ und externen unabhängigen Wissenschaftlern das Hinweisschild am Denkmal für die 110. Infanteriedivision noch einmal neu bewertet und überarbeitet wird.“

Dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Ulrich Blanck, geht das nicht weit genug. Er sagt: „Über den von der Stadt beschriebenen Beschluss hinaus gab es aber auch die Anregung der Grünen über die Erinnerungskultur in Lüneburg nachzudenken. Konkret hatte ich den Vorschlag unterbreitet, alle Kriegsdenkmäler beziehungsweise Denkmäler mit diesem Bezug zentral im direkten Umfeld des Museums aufzustellen und im Museum dann die notwendigen historischen Einordnungen zu ergänzen. Dann könnte man weiter darüber nachdenken, in der Zukunft einen neuen Erinnerungsort zu schaffen, der mit der Forderung ,Nie wieder Krieg‘ allen Opfern der Kriege gewidmet sein sollte. Ich glaube, dass es an der Zeit ist, diesen Schritt zu gehen, und werde den Vorschlag deshalb erneut einbringen.“ ahe

Linke wollen ein Forum zur Lüneburger Erinnerungskultur

Die Fraktion der Linken im Rat der Hansestadt Lüneburg beantragt in der kommenden Ratssitzung am 1. Februar die Einberufung eines Forums Lüneburger Erinnerungskultur. Fraktionsmitglied David Amri: „Demnach soll die Stadt in Kooperation mit Universität, Museum sowie Vereinen und Verbänden, die sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus widmen, ein öffentliches Beteiligungsforum zur Lüneburger Erinnerungskultur entwickeln.“

Ferner begrüßt Amri, dass nun eine öffentliche Debatte zu dem Thema stattfinde. „Bei der Neugestaltung von Kriegs-Denkmälern sollten wir uns nicht an Beschlüsse klammern, die hinter verschlossenen Türen im Verwaltungsausschuss gefasst wurden. Eine Lüneburger Erinnerungskultur ist Sache von allen Lüneburgerinnen und Lüneburgern und darf nicht von der Kommunalpolitik allein vorgegeben werden.“

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28 Kommentare

  1. Der Rat sollte geschlossen zurücktreten. Dr. Scharf hat die verkommene Verlogenheit des gesamten Lüneburger Establishments sichtbar gemacht. „Gedenkkultur“, nicht Gedanken, also Steine, Schilder und Betonklötze statt Einsichten und Gespräche sollen es richten. Ein geistiger Bankrotteur darf unsere Stadt repräsentieren. Nichts hat man in diesen Kreisen gelernt. Scharfs Verdienst ist, das kollektive Versagen ins öffentliche Licht gestellt zu haben.

  2. Liebe Ratsmitglieder,

    der Kern der Einheit, deren Schicksal Sie alle verbindet, ist sauber, klar und echt wie Gold. Sie alle dürfen es aus eigenem Erleben und eigener Vergleichsmöglichkeit bekunden, dass Herr Dr. Scharf die Verkörperung besten deutschen Bürgermeistertums leistungs- wie gesinnungsmäßig von erster bis zur momentanen Stunde gewesen ist.

  3. Bravo, Herr Blanck,

    Ihr „Vorschlag, alle Kriegsdenkmäler beziehungsweise Denkmäler mit Holocaust-Bezug zentral im direkten Umfeld des Museums aufzustellen“ ersetzt voll und ganz die Mühen, „über die Erinnerungskultur in Lüneburg nachzudenken“! Insbesondere das hartnäckige Ausweichen einer inhaltlichen Auseinandersetzung über den Amtsverbleib eines geschichtsklitternden Bürgermeisters, der seinen überlegenen Gewaltphantasien über Andersdenkende in einem rechtsradikalen Hass-Video ehrlichen Ausdruck gegeben hat, ist durch Ihren Vorschlag vollumfänglich kompensiert. Die LüneGrünen haben damit ein mutiges Zeichen ihrer hohen, in jeder wünschbaren Hinsicht ausgereiften Reflexionskultur gesetzt. Ich bin mir sicher, die Erinnerungskultur, die Bildungskultur, die Erziehungskultur und besonders die Aufklärungskultur unserer Stadt werden Ihnen ewig dankbar sein! Ich gratuliere!

  4. Durch das Hass-Video, „das Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf (CDU) für seine Äußerungen gegenüber einem rechten Blogger reichlich Kritik, eine Anzeige und Rücktrittsforderungen bescherte“, erhält NICHT „die Frage nach der richtigen Form des Gedenkens und Erinnerns in Lüneburg wieder neue Nahrung“, SONDERN es steht – riesig und unabweisbar – die verzweifelte Frage im städtischen Raum der Stille, warum Gerhard Scharf Bürgermeister bleiben will und offenbar auch bleiben soll oder darf, obwohl er sich in jenem Hass-Video als für sein Amt ungeeignet gezeigt hat.

  5. Es droht wieder mal eine politisch verordnete Geschichtsklitterung. Man kann sich seine Geschichte nicht schön reden, weder durch die Entfernung von Denkmälern noch durch die Umbenennung von Straßen. Man sollte sich zudem davor hüten, sich für die „Krone der Schöpfung“ zu halten, die das Recht habe, sich über die Vorstellungen und das Verhalten unserer Eltern und Großeltern zu erheben. Niemand von uns ist dabei gewesen. Keiner weiß, wie er sich in der damaligen Zeit verhalten hätte. Es ist ziemlich anmaßend, sich bei einem Glas Roibuschtee in der warmen Stube ein Urteil darüber zu erlauben, wie unsere Vorfahren sich unter den Bedingungen der Diktatur und des Terrors, in Kriegszeiten hungernd und ausgebombt, nach heutigen moralischen Maßstäben zu verhalten gehabt hätten. Überheblichkeit bestraft die Geschichte sofort. Seien wir lieber dankbar, wenn unsere Kinder und Enkel uns nicht wegen unserer heutigen politischen und gesellschaftlichen Fehlentscheidungen anklagen werden. Und erhalten wir unsere Denkmäler als „Denk Mal“ im öffentlichen Raum, für jeden sichtbar und als Zeichen eines verantwortlichen und erwachsenen Umgangs mit Geschichte.

    • Sie schreiben Unsinn. Es geht um ein Denkmal von 1960, dessen Aufrichtung verlogene Militärs nachweislich aus miesen, eigennützigen geschichtspolitischen Interessen durchgesetzt haben und das eine Division ehrt, deren Soldaten belegbar und erwiesenermaßen an einer Reihe der bestialischsten Verbrechen des 2. Weltkrieges beteiligt waren. Und es geht darum, dass ein Lüneburger Bürgermeister in der widerwärtigsten Tradition, die unsere „Zivilisation“ zu bieten hat, voller Ranküne und Gewaltfantasien gegen Andersmeinende hetzt. Und zuletzt geht es darum, dass Lüneburger Ratspolitiker und unser Oberbürgermeister diesen Scharfmacher-Fall ÖFFENTLICH kleinlügen, um eine Verwaltungspolitik zu ermöglichen, die aufgrund dieses Verhaltens ohne jeden moralischen Kredit sein und bleiben wird! Furchtbar, dass der Ekel immer nur die würgt, die ihn empfinden, aber nicht die, welche ihn ausgelöst haben.

    • @magnusausonius

      Ich fühle mich unwohl, in eine Stadt drinne zu leben, dass so rechts verseucht ist. Peinlich: Lüneburg hat Nichts aus der Geschichte gelernt. Die Vergangenheit kann nicht nur der kritisieren, wer sie erlebt gehabt hat (Die haben alle geschwiegen und vertuscht und haben geleogen), sondern auch diejenigen, die sich damit per Buch und Quellenstudium beschäftigt haben. Es gibt Fakten. Leider miese Fakten über die Lüneburger.

      Man muss das Video anschauen und sich Scharfs Äußerungen seiner Begrüßungsrede der Gäste aus Ozarichi parallel durchlesen. Es war kein Ausrutscher, sondern offenbar feste Meinung, die er da äußert. Man muss sich schämen, vor allem, weil derartige Personen als Bürgermeister tätig sein dürfen. Wenn er den aufrechten Gang haben sollte, muss er gehen und auch das Bundesverdienstkreuz zurückgeben.

  6. Hallo Herr von Mansberg, hallo Herr Blanck,

    warum beschließen Sie nicht, eine breite Diskussion über den Lopauwolf anzustoßen? Damit wären Sie beim Ablenken vom Doktor-Gerhard-Scharf-Skandal, der ja längst ein veritabler Oberbürgermeister- und Rats-Skandal geworden ist, auf der absolut sicheren Seite. Herr Jenckel könnte zusätzlich noch ein, zwei Artikel über gerissene Schäfchen und über den Sinn und Unsinn des Auswilderns von Raubtieren schalten. Mit einer lebhaften, mehrwöchigen Diskussion über diese stupide Nebensächlichkeit gelangten Sie und alle anderen gedenkkulturell Kaschierwilligen sofort aus dem Schneider.

  7. Der Fall Scharf ist auch ein Fall Mädge, Blanck, Pauly, Soldan und Webersinn. Vertuschen, beschönigen, kleinreden, lügen, aussitzen, Thema wechseln. Das ist die Devise auch bei diesem Skandal. Die fatale, nachhaltige Vorbildwirkung der üblen Schmuddelgeschichte wird nicht bedacht. Und dann nehmen diese Leute das Wort Kultur in den Mund. Pfui Deibel!

  8. Sehr geehrte Ratsherren von Mansberg und Salewski

    Am 11. Januar um 01:20 Uhr haben Sie im Namen der SPD Stadtratsfraktion Lüneburg ein geradezu vernichtendes Urteil über Herrn Dr. Scharf gepostet.

    Ich frage Sie:

    Warum fordern Sie nicht den sofortigen RÜCKTRITT eines Mannes, dem Sie bescheinigen, aus seinen Äußerungen spreche „EIN UNTRAGBARES Maß an Wut auf andere, hier vor allem linke Meinungen und Überzeugungen. Was aber weit schwerer wiegt, ist wie Dr.Scharf die unabhängige neuere Forschung zu den Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Zweifel zieht. Wer in diesem Zusammenhang von ‚Geschichtsklitterung’ und ‚anti-deutscher Propaganda’ spricht, macht gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen und Neonazis.“ Sie halten Herrn Dr. Scharf außerdem (zu Recht) vor, seine „Gleichsetzung [des Leides, das] von den durch Deutsche in der ehemaligen Sowjetunion begangenen Kriegsverbrechen [verursacht worden ist,] und dem Leid deutscher Vertriebener sei NICHT HINNEHMBAR. „Es verbietet sich, das Leid von Menschen gegeneinander aufzurechnen [wie es Herr Dr. Scharf immer wieder tut].“ Scharfs unverhohlenes Bemühen, „die Einzigartigkeit der durch Deutsche begangenen Verbrechen in Zweifel zu ziehen, zeigt zumindest EIN SCHWER ZU VERSTEHENDES MAß AN HISTORISCHER UNKENNTNIS“.

    Sehr geehrter Herr Friedrich von Mansberg, sehr geehrter Herr Salewski,

    halten Sie einen Mann als stellvertretenden Bürgermeister und als Ratsmitglied der Stadt Lüneburg für tragbar, dem Sie – öffentlich – attestieren, er sei ein vorurteilsbeladener, affektgesteuerter Geschichtsklitterer, der „gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen und Neonazis“ mache?

    Sehr geehrter Herr Friedrich von Mansberg, sehr geehrter Herr Salewski,

    Warum fordern Sie nicht den sofortigen Rücktritt Dr. Scharfs von allen seinen städtischen Ämtern?

    MfG, Alfred Bauer

    • wir haben in niedersachsen eine große koalition, die jetzt auch im bund lauert. was können sie da in sachen scharf noch erwarten? konsens ist mal wieder angesagt.

      • Warum haben die denn den Scharf erst als alten Brabbel-Nazi beschrieben, wennsen jetzt plötzlich wieder so schnuckelig finden? Isset beim Salewski und Mansberg genauso wie beim Scharf? Authentisch und ganz sie selbst inne soziale Medien? Und im Rat, in den Gremien, bei Empfängen von Holocaust-Überlebenden sind se dann wider gewiefte Taktiker, Masken, Machiavellisten und Schauspieler, die den aufrechten, lieben verfassungstreuen Humanisten und Vergangenheitsbewältiger comme il faut mimen? Was ich erwarten können möchte, ist, dass ich von Mädge, Mansberg, Salewski und Webersinn nicht angelogen oder für dumm verkauft werde. Der Doktor Scharf ist erledigt. Als Bürgermeister ein Unding. Also muss er weg vonne Bühne. Das weiß in Lüneburg inzwischen jeder. Die Spatzen pfeifens vonne Dächer runter. Nur die sogenannte Stadtspitze weiß es nicht? Das nimmt denen doch niemand ab. Konsens ist angesagt? Ist Konsens ein anders Wort für Lügen im Kollektiv? Leben wir nicht mehr in Lüneburg, sondern in Lügenburg?

        • upps ,habe tatsächlich ,,sie,, statt ,,die,, gelesen. also kommando zurück. die spd ist gerade dabei ,sich hier ein eigentor zu schießen. wenn sie so weiter macht, darf sie sich in der zukunft über ,,nazigeschwurbel,, nicht mehr aufregen. sie wäre dann nur noch gekünzelt und unglaubwürdig. die spd ist im allgemeinen schon dabei, sich unglaubwürdig zu machen. groko ist so ein beispiel. ich schätze, sie wird bald als staatstragende partei nicht mehr gebraucht, oder zumindest nicht mehr gefragt. wer braucht eine volkspartei von 10%? projekt 18% ist schon in der mache.

      • Haha, „Lügenburg“ ist gar kein schlechter Vorschlag. Nehmen „wir“ noch das Audimax, die „Arena“ und die darum gruppierten „alternativen Fakten“ hinzu, haben „wir“ in dieser speziellen Disziplin eine „Tradition“ von über zwölf Jahren.

  9. Die 110.I.D. ist mehr als Ozarichi das sollte mal herausgestellt werden. Hervorragende militärische Leistungen, großer selbstloser Einsatz ihrer Soldaten, in einem Krieg den sie sich nicht ausgesucht haben. Das ist übrigens die Parallele zu heutigen Soldaten. Sie suchen sich die Kriege nicht aus, sondern werden von der Politik geschickt. Kein Deutscher Soldat hat vor den Kriegen gerufen. Ich will nach Afghanistan, ich will nach Jugoslawien etc. mal ein Beispiel aus heutiger Zeit wie unsere Soldaten auch Völkerechtswidrig in die Pflicht genommen werden rnthüllte die TAZ: http://www.taz.de/!5127840/

    • „Die 110.I.D. ist mehr als Ozarichi das sollte mal herausgestellt werden.“

      In der Tat!

      Es gibt noch eine gewaltige Reihe weiterer schwerster Kriegsverbrechen und Massenmorde, die dieser Einheit zuzurechnen sind. Erste Infos und Hinweise auf weiterführende Literatur erhalten Sie hier: https://jj12.files.wordpress.com/2018/01/wuggenig.pdf

    • „Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, großes Unheil anzurichten.“ (Goethe)

      Tote Soldaten zu betrauern, ist das eine, das andere ist, eine Institution zu ehren, die hauptsächlich für Massenmorde und Kriegsverbrechen steht.

      „Die 110.I.D.“ ist eine Verwaltungsfiktion wie „die Mannschaft“. Beides sind Sammelnamen für Individuen, die eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Es ist unredlich, „heutige“ Soldaten der Bundeswehr mit der verrohten, moralisch verwahrlosten Lüneburger Division von 1944 gleichzusetzen. Eine Mörderbande, die hervorragend organisiert ist und deren Mitglieder „selbstlos“ funktionieren, bleibt eine Mörderbande! Auch dann, wenn der Koch, die Ordonnanz und die Sanitätsdienste keine Kinder erschlagen haben. Auch Beihilfe zum Massenmord ist – und bleibt – ein Kriegsverbrechen, wie ein deutsches Gericht in unserem Rechtsstaat vor gar nicht langer Zeit geurteilt hat:

      Der ehemalige SS-Unterscharführer Oskar Gröning wurde am 15. Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt. Am 20. September 2016 bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil. Das Bundesverfassungsgericht entschied am 21. Dezember 2017, Grönings hohes Alter stehe einer Verbüßung der Strafe nicht entgegen.

      Von den mehreren Tausend Kriegsheimkehrern der 110.I.D. ist kein einziger Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt worden.

      Ihre Befehlsgeber haben es stattdessen durchgesetzt, dass ihrer Einheit 1960 ein Denkmal in Lüneburg gesetzt wurde.

    • Ich meinte den Taz Bericht zum Jugoslawien Krieg: http://www.taz.de/!5165840/

      • Ja, danke. Damit lenken Sie von den Fragen ab, um die es hier geht:

        1. Wollen wir Denkmäler für Kriegsverbrecher und Massenmörder?

        2. Ist ein vor der Filmkulisse eines solchen Denkmals wahllos wütender und geschichtsklitternder Ex-Lehrer, der Fakten nicht zur Kenntnis nehmen will, wie Sie scheinbar auch, als Bürgermeister unserer Stadt tragbar oder nicht?

        • Muss man Sieger sein, um seiner Toten zu gedenken? Welche Kriegspartei hat keine Kriegsverbrechen begangen? Wer hier von sauberen Kriegen träumt ist Realitätsfern.

    • @Hans

      Wirken Dr. Scharfs Klitterungen und Pauschalisierenden schon in Ihren Kopf hinein?

      Woher wissen Sie von dem „Mehr“ der 110.I.D., von den angeblich „hervorragenden militärischen Leistungen, dem großen selbstlosen Einsatz ihrer Soldaten“? Sind Sie auch Zeitzeuge? Die Hauptbeschäftigung der Einheit bestand darin, in einem Angriffskrieg die Zivilbevölkerung der Stadt Minsk mit Bomben und Kanonen zu traktieren und „Ost-Juden“ in Konzentrationslager zu „verschicken“.

      Was haben Soldaten der Bundeswehr mit diesem Haufen von Schlächtern und Mördern zu tun?

  10. Herr Dr. Scharf muß endlich Charakter zeigen, muß zeigen, daß noch ein Rest von Anstand in ihm steckt, muß sich dagegen wehren, sich vom OB als Hebel zum Aufbrechen der Jamaika-Koalition mißbrauchen zu lassen, muß zu seinen schlimmen und irreversiblen Entgleisungen stehen und muß – um das Gift der ideologischen Spaltung nicht weiter in die Stadtgesellschaft zu pumpen – umgehend das Niederlegen aller seiner Funktionen und Mandate bekannt geben und sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen!

    Nur das kann noch verhindern, daß Rat und Verwaltung vor (und in) den Augen der gesamten Lüneburger Bürgerschaft komplett in einem Sumpf aus Lügen und Machenschaften versinken.

  11. Herr Dr. Scharf hat dieses Wochenende, um zu überlegen, was er in und für Lüneburg damit anrichtet, dass er sich feige hinter dem Rücken des Oberbürgermeisters verkriecht, anstatt die Verantwortung für das Öffentlichwerden seiner selbstgerechten Altmännerdummheiten zu übernehmen. Er nötigt, wie es schon am Mittwoch vorausgesagt wurde, anständige, loyale Personen, sich für ihn zu verbiegen, und beschädigt sie damit ebenfalls. Am Montag sollte in der Landeszeitung stehen, dass Herr Dr. Scharf alle seine Ämter und Mandate mit sofortiger Wirkung aufgibt, um weiteren Schaden von der Stadt Lüneburg abzuwenden. Ich rechne fest damit.

    • Altmännerdummheiten ?
      sie wissen schon, der mensch ist die summe seiner erfahrung. gut, intelligenz spielt da auch noch eine rolle.frage: lassen sich politiker von der intelligenz leiten, oder von was anderem?

    • Gundula Gause
      sie haben eines nicht verstanden, sonst müsste ich ihre post missverstehen. herr OB mädge hat seinen rücken zur verfügung gestellt und dr.scharf hat ihn dankend angenommen. alles eine frage des konsens.sozis haben schon seit schröder den willen zum streiten verloren. die politik lebt von der polarisierung. die spd nur noch vom konsens.

      • …und nicht nur die SPd, sondern wie wie hie lernen für die CDU, FDP, lange für die Grünen und selbst Herr Pauly ist merkwürdig stumm.
        Ich lebe nun über 50 Jahre in diesem Dorf, aber jetzt habe ich begriffen….
        Frust pur!
        Was Herr Dr. Scharf gemacht hat, war schon eine Grenzüberschreitung, aber das Vertusche im Nachgang ist der Sprung in den Abgrund.
        Armes Lüneburg!
        Das ist nur noch fremdschämen!