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Die Wichernkranz-Aktion war auf zehn Jahre angelegt, die sind nun vorbei. Es wird jetzt überlegt, wie es weitergeht. (Foto: t&w)

Es geht steil nach oben

Lüneburg. Der Wasserturm wird immer beliebter. Geschäftsführerin Sabine Wohlers und ihre Crew zählten 2017 fast 20 000 Gäste mehr als zwei Ja hre zuvor. Auch bei den Hochzeiten gab es ein Plus: 217 Paare gaben sich das Ja-Wort, 30 mehr als 2015. Beim Trägerverein des Backstein-Riesen freut sich Vorstandsmitglied Manfred Koplin über den Erfolg, sagt aber auch: „Wir erreichen die Grenzen des Wachstums.“ Denn sollten die Zahlen weiter so rasant steigen, bedürfe es mehr Personals: „Wir wären froh, wenn wir die Größenordnung bei den Besuchern halten könnten.“

Denn wirtschaftlich trage sich der Turm mit seinem Konzept. Es gebe im Prinzip keine regelmäßigen Zuschüsse der öffentlichen Hand bis auf zwei Ausnahmen: Fünf über die Arbeitsverwaltung bezuschusste sogenannte Ein-Euro-Jobber zählen zu den Mitarbeitern. Zudem wirbt der Verein Fördermittel ein, wenn Reparaturen anstehen.

Nässe dringt ins Mauerwerk

Der 56 Meter hohe und 1906 erbaute lange Lulatsch benötigt immer wieder Hilfe. Auch aktuell plagen ihn gesundheitliche Probleme: In den vergangenen Wochen standen Kübel im Gebäude, um Regenwasser aufzufangen. Seit Jahren bemühen sich Handwerker, die Schäden zu beheben – ohne durchschlagenden Erfolg. Koplin sagt: „Bei hohen Windgeschwindigkeiten drückt an zwei Ecktürmchen Nässe ins Mauerwerk. Was bislang gemacht wurde, hat nicht das gebracht, was wir uns erhofft hatten. Wir überlegen, ob wir uns das mit Fachleuten für Fugen und Mörtel von der Uni Oldenburg anschauen.“ Die Schäden seien zwar ärgerlich, aber nicht dramatisch: Die Substanz werde nicht angegriffen.

Zwei weitere Themen beschäftigen den Verein. Die Wichernkranz-Aktion zugunsten eines sozialen Projekts lief aus. Angelegt war das Projekt bekanntlich auf zehn Jahre, die sind nun um. Gemeinsam mit Kirche und Diakonie wolle man überlegen, ob und wenn wie es weitergehen kann. Bei einer Verlängerung müsse man auch eine neue Baugenehmigung beantragen. Koplin sagt aber: „Statisch bestehen auf dem Turm da keine Probleme.“

Der Verein ist auch weiterhin auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Wie berichtet, hatte Uwe Wegener, Leiter der Schule direkt nebenan, sein Amt vor knapp einem Jahr niedergelegt, da die Schule ihn stark fordert.

Koplin sieht in dieser Frage aber keine Eile: „Der Verein besitzt eine gut funktionierende Struktur, wir fühlen uns nicht gedrängt.“ Gleichwohl solle das Amt wieder besetzt werden.

Von Carlo Eggeling