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Wie hier in Vögelsen werben große Plakate und Tafeln an den Ortseingängen für das „Highspeed-Internet“-Projekt auch in derzeit ausreichend versorgten Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinden Bardowick und Gellersen. Foto: be

Die Zeit läuft ab

Reppenstedt. Die Frist endet bereits am 31. Januar, doch noch sieht es schlecht aus, dass auch die Ortschaften Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt auf Sicht ein e flächendeckende Internet-Infrastrukur mit zukunftsträchtigen Glasfaserleitungen bis ins Haus erhalten. 50 Prozent der Haushalte müssten sich bis Monatsende per Vorvertrag verpflichten, bei dem Ausbauprojekt mitzumachen. Aber: „Wir liegen weiter hinter den Erwartungen zurück“, sagten die Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann und Josef Röttgers unisono bei einem Pressegespräch. Über genaue Zahlen schweigen sie sich aber aus. Dafür kündigt der private Anbieter NGN Telecom ein zusätzliches Angebot an, um noch zweifelnden Wechselwilligen die Entscheidung zu erleichtern.

In den als unterversorgt geltenden Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinden Bardowick und Gellersen hatten die Hausbesitzer den Beratungsbüros in den Kommunen noch vor einigen Wochen regelrecht die Türen eingerannt. Die dort geforderte Mindestvertrags-Quote von 60 Prozent war deutlich übererfüllt worden. Insgesamt rund 3500 Gebäude von Südergellersen über Mechtersen bis Barum sollen dort in Kooperation mit der „ElbKom“, dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch, mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt werden.

Das kommunale Netz soll später von NGN Telecom gepachtet und betrieben werden. Auf der Welle der Begeisterung wollten die Projekt-Beteiligten nun weiter reiten, diesmal mit dem Netzbetreiber NGN Telecom als Investor an der Spitze, der auch in den als versorgt geltenden Bereichen Vögelsen, Reppenstedt und Bardowick privatwirtschaftlich ausbauen darf.

Es gibt Randbereiche, die noch gar keine Breitband-Anschlüsse haben

Dabei scheinen der Leidensdruck und der Wunsch nach Breitband-Anschlüssen via Glasfaser in den drei Gemeinden nicht so groß zu sein, sagt Matthias Theisen, Geschäftsführer von NGN Telecom. Viele Hausbesitzer machten sich laut Thei­sen zudem Sorgen, was mit ihren bestehenden Anschlüssen fürs Kabelfernsehen passieren würde. Dazu Theisen: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Koaxialverbindungen im Haus mit zu nutzen.“ Mit anderen Worten: vorhandene Multimedia-Anschlussdosen können ebenfalls über den neuen Glasfaseranschluss mit TV-Signalen versorgt werden. Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann sagt: „Dabei haben wir auch im Flecken Bardowick Randbereiche, die noch gar keine Breitband-Anschlüsse haben und noch nicht einmal einen regulären Kabelanschluss bekämen.“ Mit dem Glasfaser-Anschluss könnte sich das ändern.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen der „ElbKom“ für den praktischen Glasfaser-Ausbau der anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinden Bardowick und Gellersen weiter. Als Erstes sollen drei „PoP“ („Point of Presence“), das sind Hauptverteiler, in Kirchgellersen, Radbruch und Wittorf errichtet werden. Von dort aus wird dann die Tiefbaufirma Kuhlmann die Leitungen sternförmig in die Fläche bringen.

Weitere Infos unter www.glasfaser-bardowick-gellersen.de.

Von Dennis Thomas