Aktuell
Home | Lokales | Verantwortung und Leidenschaft
Gruppenbild zur Preisverleihung: (v.l.) Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Superintendentin Christine Schmid vom Kuratorium, die Preisträger Benjamin Bahr, Hella Siedenburg, Hendrik Schatz, Elke Frost, Michael Ziegeler, Ulrike Grudda, dazu Sparkassenvorstand Torsten Schrell und Landrat Manfred Nahrstedt. Foto: t&w

Verantwortung und Leidenschaft

Lüneburg. Gerade hatte Ulrike Grudda den Hans-Heinrich-Stelljes-Preis erhalten. Mit ihm zeichnet die Sparkassenstiftung Menschen aus, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren. „Wir machen es nicht wegen der Ehre. Wir machen es aus Leidenschaft, und wir kriegen ganz viel zurück“, sagte Ulrike Grudda, die den Preis für die Sparte Kultur erhielt. Weitere Preise gingen an die Kategorien Soziales und Sport.

Der Hans-Heinrich-Stelljes-Preis wurde in diesem Jahr zum 18. Mal vergeben. Er erinnert an den früheren Oberstadtdirektor Stelljes, der 20 Jahre die Geschicke der Stadt leitete. Ehrenamt sei selbstloses Handeln für die Gemeinschaft und bleibe oftmals unbemerkt, sagten Oberbürgermeister Ulrich Mädge und ähnlich Landrat Manfred Nahrstedt. Der Stelljes-Preis, pro Sparte mit 1000 Euro datiert, hebt Menschen hervor, die Vorbilder für Engagement darstellen. Frau und Mann, Alt und Jung wurden ausgezeichnet.

Die Stadtführerin

Ulrike Grudda, das machte Laudator Carsten Junge deutlich, hat den Preis gleich auf mehreren Feldern verdient. Seit 25 Jahren ist sie Vorsitzende des Vereins Lüneburger Stadtführer. Zu koordinieren sind unter anderem Ausbildung, Organisation und die Zusammenarbeit mit anderen Stellen in der Stadt. Mehr als 6000 Stadtführungen gibt es pro Jahr in Lüneburg. Dass Ulrike Grudda auch auf mehr als 15 Jahre im Vorstand des Verkehrsvereins blicken kann, zeigt, wie sie sich für die Stadt einsetzt, „immer bedacht, sich nicht in den Vordergrund zu stellen“, sagte der Laudator. Ebenfalls seit rund 15 Jahren ist Ulrike Grudda im Vorstand des Theater-Freundeskreises aktiv, auch da auf vielen Feldern. Sie beherbergt außerdem Gäste des Ensembles, und dass sie sich so gut wie jede Produktion mehrfach anschaue, zeige, mit wieviel Herzblut sie Themen angehe. Tierschutz sei ein weiteres Feld – und dahin geht auch ihr Preisgeld.

Die Teamer

Eine Gruppe junger Menschen würdigte Pastor Renald Morié. BETR oder lang: Bund ehemaliger Teamer, darunter lässt sich wenig vorstellen. Aber die heutigen Studenten Hendrik Schatz und Benjamin Bahr haben aus BETR einen Verein gebaut, der in der Kirchengemeinde Reins­torf das Leben ungemein bereichert. Ob es um Catering geht, den lebendigen Adventskalender, das Bekochen einer Konfirmanden-Freizeit, BETR ist dabei. Der Verein organisierte eine Fahrt zur Gedenkstätte Bergen-Belsen und rief per Hashtag zum Kampf gegen den Hass von Rechtsaußen auf. Ihr Preisgeld stiften Schatz/Bahr Familien, die Geld brauchen, damit ihre Kinder an Konfirmanden-Freizeiten teilnehmen können.

Die Stifterinnen

Preis Nummer drei geht an „die Gesichter der Lüneburger Bürgerstiftung“, wie der Oberbürgermeister sie nannte. Das sind Elke Frost und Hella Siedenburg – seit 2005. „Mit Kopf, Herz und Hand“ führten sie die Stiftung, würdigte Mädge. Mehr als 200 Projekte wurden von der Stiftung begleitet. Herzstück ist der Stift Roter Hahn, dessen bauliches Ensemble denkmalgerecht wiederhergestellt wird. Die elf kleinen Wohnungen werden vor allem Künstlern zur Verfügung gestellt, die nur gering entlohnt werden. Passend gibt das Duo Frost/Siedenburg das Preisgeld für LED-Leuchten aus, um das Wohnen heller zu machen.

Der Sportliche

Schließlich der Sport: 40 Jahre lang spielte Michael Ziegeler als Vorsitzender in der ersten Reihe des heute mehr als 1000 Mitglieder zählenden TuS Reppenstedt. Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers hatte einiges aufzulisten über Ziegeler, als dessen Lebenswerk die Errichtung der neuen Sportanlage zu sehen sei, eine der besten im Landkreis. Ziegeler, der 26-mal das Sportabzeichen ablegte, konnte bei seinen Dankesworten den Bogen zum Namensgeber des Preises spannen. Hans-Heinrich Stelljes habe wesentlich seinen Berufsweg beeinflusst.

Keine Feier ohne Musik. Sie kam von den Notenchaoten, das ist die Band der Oberschule Adendorf, geleitet von Michael Manske. Sie spielte Stücke von Marvin Gaye bis Adele und hat in Frontfrau Violeta Veselovic eine charismatische, vom Publikum gefeierte Sängerin.

Von Hans-Martin Koch