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Kopfweiden prägen die Landschaft im Landkreis Lüneburg, besonders in der Marsch. Foto: landkreis lüneburg

Kopfweiden frisch frisiert

Lüneburg. Baumsilhouetten prägen das Landschaftsbild: Ganz besonders gilt das für Kopfweiden, die im Landkreis Lüneburg seit Jahrhunderten Gräben stabilisieren und Grundstücksgrenzen markieren. Ihre charakteristische Form erhalten die Kopfweiden durch einen regelmäßigen Rückschnitt im Winter, bei dem früher Feuerholz und Flechtmaterial für Körbe und Weidezäune gewonnen wurde – Dinge, die heute weniger wichtig geworden sind. Deshalb unterstützt der Landkreis die Kopfweidenpflege mit Zuschüssen von bis zu 50 Euro pro Baum.

„Wir stellen in unserem Fördertopf insgesamt 5000 Euro bereit, die maximal auf alle Antragsteller verteilt werden können“, sagt Stefan Bartscht, Fachdienstleiter Umwelt beim Landkreis Lüneburg. „Für die ordnungsgemäße Pflege eines kleinen Baumes gibt es 25 Euro, für einen großen Baum 50 Euro.“ Noch bis Ende Februar haben die Baumbesitzer Zeit, ihren Kopfweiden einen frischen Schnitt zu verpassen. „Starken Frost sollte es bei der Pflege besser nicht geben“, empfiehlt Lisa Nakath, Landschaftspflegerin im Fachdienst Umwelt, „die Schnitte sollten glatt und nah am ‚Kopf‘, also der Verdickung oben am Stamm, durchgeführt werden.“

Landkreis Lüneburg unterstützt bereits seit 20 Jahren die Kopfweidenpflege

Baumbesitzer können die Fördermittel bis zum 15. März beim Landkreis Lüneburg oder dem Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbtal (VSKE) beantragen. Wichtig ist, dass die Standorte der Bäume, ihre Anzahl und ihre ordnungsgemäße Pflege mithilfe von Lageplänen nachgewiesen werden – denn nur dann gibt es Geld. „Uns liegt viel daran, dass diese alte Form der Baumpflege in unserer Kulturlandschaft fortgeführt wird und so für weitere Generationen erhalten bleibt“, sagt Stefan Bartscht. Deshalb unterstützt der Landkreis Lüneburg zusammen mit dem VSKE Bleckede-Neuhaus bereits seit 20 Jahren die Kopfweidenpflege im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtaulaue.

Für die Pflegesaison im Winter 2017/18 wurde die Förderkulisse nun auf den gesamten Landkreis Lüneburg ausgeweitet. Antragsformulare gibt es beim Landkreis Lüneburg, Fachdienst Umwelt, beim VSKE sowie unter www.landkreis-lueneburg.de/kopfweide. Die ausgefüllten Antragsformulare mit den vollständigen Unterlagen müssen spätestens bis 15. März nach erfolgter Pflege entweder beim VSKE oder direkt beim Landkreis Lüneburg, Fachdienst Umwelt, Auf dem Michaeliskloster 4, 21335 Lüneburg, gerne auch per E-Mail an kopfweide@landkreis.lueneburg.de, angekommen sein.

Informationen zur sachgerechten Kopfweiden-Pflege finden Interessierte im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/kopfweide. Weitere Fragen, auch zum Pflegeprogramm, beantwortet die zuständige Landschaftspflegerin, Lisa Nakath, (04131) 261345. lz

One comment

  1. Guenter Schaefer

    Mit solch einem Quatsch beschäftigt sich also eine Lüneburger Behörde – mit dem Hinweis auf Traditionen – und gerade die sollte man in Frage stellen.
    Biologische oder hydromorphologische Begründungen des („ordnungsgemäßen“ LOL) Rückschnitts bestehen in der Tat nicht.
    Und ob diese Bäume nun rasiert sind oder nicht, interessiert doch heute keinen Menschen mehr. Ich persönlich finde solche gekappten Bäume eher unästhetisch.
    Aber schön, der Landkreis hat ein paar Formulare mehr zu bearbeiten. Das freut mich dann.