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Oskar Gröning während des NS-Prozesses in der Lüneburger Ritterakademie. (Foto: be)
Oskar Gröning während des NS-Prozesses in der Lüneburger Ritterakademie. (Foto: be)

Ex-SS-Mann Gröning offenbar im Krankenhaus

Lüneburg. Bisher hat der wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz verurteilte Oskar Gröning keine Ladung zum Haftantritt bekommen. Das bestätigt Hannovers Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg sein Gnadengesuch am Mittwoch abgelehnt.

Doch selbst, wenn die Staatsanwaltschaft die Ladung schon abgeschickt hätte, wäre es fraglich, ob der 96-Jährige seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt in Uelzen derzeit antreten müsste. Nach unbestätigten Medienberichten liegt der „Buchhalter von Auschwitz“ mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Er soll vor zwei Wochen in seinem Haus in Schneverdingen (Heidekreis) gestürzt sein, schreiben „Bild“ und „B.Z.“.

Schwere Verbrennungen?

Dabei soll Gröning sich das linke Bein zwischen Heizung und bodentiefem Wohnzimmerfenster eingeklemmt haben. Über einen Notrufknopf habe er Hilfe rufen können. Dennoch sollen die Verbrennungen so schwerwiegend sein, dass ihm angeblich Haut am Oberschenkel transplantiert werden musste. Weder Grönings Anwalt noch die Staatsanwaltschaft wollten die Berichte kommentieren.

Vor der Ablehnung des Gnadengesuchs hatte das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde des früheren SS-Mannes zurückgewiesen. Das bedeutet, dass der 96-Jährige nach einer Genesung mit einer Ladung zum Haftantritt rechnen muss – es sei denn, er greift nach einem letzten Strohhalm. Er kann ein weiteres Gnadengesuch direkt an Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) richten. Bisher sei ein solches Begehren noch nicht eingegangen, erklärt eine Sprecherin der Justizministerin. rnd