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Kam gut an: das feuerrote Spielmobil wurde bei der Jugendwerkstatt 2014 noch einmal überholt. (Foto: A/t&w)
Kam gut an: das feuerrote Spielmobil wurde bei der Jugendwerkstatt 2014 noch einmal überholt. (Foto: A/t&w)

Das Ende des feuerroten Spielmobils

Lüneburg. Es hat etwas mit Nostalgie zu tun, deshalb ist es ein bisschen traurig, dass es gar keinen Abschied gab: Die Stadt hat das feuerrote Spielmobil verkauft. Knapp zwei Jahrzehnte war ein alter Magirus Deutz als rollender Spielplatz für den Bereich Jugend der Stadt unterwegs. Doch nun hat sich die Verwaltung von dem Ende der 1960er-Jahre gebauten Oldtimer getrennt. Das bestätigt im Rathaus Sprecherin Suzanne Moenck: „Über ein Verkaufsportal ist er für etwas mehr als 3000 Euro veräußert worden, der Erlös ist der Stadtkasse zugeflossen.“

Der Lkw, dessen Blaulichter durch blaue Kunststoff-Teddys ersetzt worden waren, erinnerte altgediente Sozialarbeiter an die „Peter-Lustig-Zeit“, den Latzhose tragenden Moderator im Kinderfernsehprogramm, der Mädchen und Jungen die Welt erklärte. Im roten Koloss, der zu Festen und Spielplätzen fuhr, lagen 250 Spielzeuge parat, vom Jonglagezubehör bis zu Pedalos. Jetzt setzen Stadtjugendpfleger Jens Döhrmann und seine Kollegen auf die einfacher zu handhabende Moderne: einen Anhänger in tristem Grau.

Mit Zwischengas und ohne Servolenkung

Hintergrund des Wechsels ist die Technik. Der Laster versah seinen Dienst zunächst bei der Feuerwehr in Reppenstedt, später kam er zur Jugendpflege der Stadt. Das Fahrzeug besitzt keine Servolenkung und muss mit Zwischengas gefahren werden. Das traue sich aber nicht jeder Mitarbeiter zu, hatte die Stadt vor knapp zwei Jahren erklärt, als die LZ sich nach dem Schicksal des Spielmobils erkundigte.

Es döste bei Wind und Wetter auf dem Parkplatz der Feuerwehr vor sich hin. Das tat dem alten Herrn augenscheinlich nicht besonders gut. Laut Suzanne Moenck kam das Spielmobil allerdings kaum noch zum Einsatz: „2015 nur ein einziges Mal.“

Den Namen hatte das alte Feuerwehrauto nach einer Jugendsendung erhalten, die zwischen 1972 und 1981 im Nachmittagsprogramm der ARD lief. Bevor die Spiel-Feuerwehr ausrückte, hatte die Jugendpflege einen Trecker samt Anhänger in die Stadtteile geschickt. Idee war damals auch, Kinder zu erreichen, wenn auf einer Brachfläche ein Spielplatz entstehen sollte. Mädchen und Jungen sollten sich an der Konzeption beteiligen.

Pkw-Anhänger löst den Magirus ab

Nun also moderne Zeiten. Aus dem Rathaus heißt es: „Das Spielmobil der Jugendpflege lebt längst in Form eines handlichen Pkw-Anhängers weiter, der in den Sommermonaten praktisch jedes Wochenende ausgebucht ist.“ Gefüllt sei er, wie das alte Spielmobil auch, mit „zahlreichen Utensilien für Outdoor-Aktivitäten“. Gebucht wurde der Anhänger 2017 zum Beispiel in der Zeit von Mai bis Oktober.

Der Anhänger steht für alle Anbieter von Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung, seien es Kitas, Schulen, Vereine oder Initiativen, für Feste zum Beispiel. Für eben diese Zwecke hat das Team der Jugendpflege auch eine Hüpfburg und eine Button-Druckmaschine zum Ausleihen parat. Informationen gibt es beim Team der Stadtjugendpflege um Jens Döhrmann unter (04131) 3093230. ca