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Das Stauwehr an der Elbe bei Geesthacht verfügt über vier jeweils 50 Meter breite Wehrfelder, die aufwendig saniert werden sollen. Foto: tja
Das Stauwehr an der Elbe bei Geesthacht verfügt über vier jeweils 50 Meter breite Wehrfelder, die aufwendig saniert werden sollen. Foto: tja

Stauwehr an der Elbe soll runderneuert werden

Geesthacht. Das wird eine Mammut-Aufgabe: Das Stauwehr unterhalb der Geesthachter Elbbrücke soll in den kommenden Jahrzehnten umfangreich saniert werden. Das vo n 1957 bis 1960 zusammen mit der ersten Schleusenkammer errichtete Bauwerk ist an der Elbe in Deutschland einmalig. Damit wird der Wasserspiegel des Flusses über Lauenburg hinaus für eine Schiffbarkeit der Elbe gehalten. Jetzt steht eine Grundsanierung des Wehres an.

Die Experten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg haben bereits die Möglichkeiten für eine Sanierung ausgelotet und konzeptionell für ein Wehrfeld eine Grobplanung erstellt. Demnach wird jedes der vier Felder mindestens drei bis vier Jahre Bauzeit erfordern. Das Konzept wurde mit den übergeordneten Abteilungen bereits abgestimmt, jetzt geht es an die Detailplanung. „Nachher werden wir ein Bauwerk haben, das wie neu ist“, berichtet Andreas Dohms, amtierender Leiter der Lauenburger Behörde.

Wände der Pfeiler werden saniert

Vorgesehen ist laut Dohms, die Tore durch neue zu ersetzen und die Wände der Pfeiler zu sanieren. Jedes der Wehrfelder ist 50 Meter breit. „Weil wir hier noch im Einflussbereich der Tide arbeiten müssen, wird es sehr aufwendig sein, einen Fangedamm zur Sicherung zu errichten“, erklärt Dohms. Die Sicherung muss auch Sturmfluten überstehen können.

Damit bei einem möglichen Hochwasser jederzeit auch der Abfluss des Wassers Richtung Nordsee gewährleistet werden kann, soll nur jeweils an einem Wehrfeld gearbeitet werden.

Die technische Detailplanung soll jetzt auf die Erkenntnisse der Voruntersuchungen aufsatteln, Baustart könnte dann 2020 oder 2021 sein. Die genauen Kosten stehen zwar noch nicht fest, doch dürfte sich das Investitionsvolumen auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen.

Theoretisch könnte sogar Strom erzeugt werden

Zu der einzigartigen Staustufe der Elbe auf deutschem Gebiet gehören das Stauwehr sowie die beiden Schleusenkammern und die Fischaufstiegsanlagen an beiden Ufern des Wehres. Theoretisch könnte aufgrund des Gefälles am Wehr sogar Strom erzeugt werden. Das Recht dazu hat der Energiekonzern Vattenfall seit Inbetriebnahme des Wehres inne. Das Stauziel im Oberwasser soll auf einer Höhe von vier Metern über Normal Null gehalten werden. Wenn der Wasserabfluss über 1200 Kubikmeter pro Sekunde liegen muss, werden die Durchflussöffnungen durch Absenken der Sektoren vollständig freigegeben, so dass das Wasser ungehindert abfließen kann.

Vor allem Menschen aus Lauenburgs Altstadt, die fürchten, ein Hochwasser könnte mit einer Sturmflut zusammentreffen, forderten zuletzt eine stärkere Abschottung vor dem aus der Nordsee kommenden Wasser. Dohms stellt klar: „Das Stauwehr wird im Zuge der Sanierung kein Sperrwerk.“

Von Timo Jann

Hintergrund

Vier Stahlsektoren

Das Stauwehr Geesthacht verfügt über vier 50 Meter lange Wehröffnungen, in denen Stahlsektoren hoch- oder runtergefahren werden, um den Wasserdurchfluss zu regulieren und die Mindest-Stauhöhe von vier Metern zu halten. Das Fahren der Sektoren geschieht hydraulisch durch Veränderung des Wasserdrucks. Bei größeren Sturmfluten sind die Wasserstandsveränderungen, wie 1976, sogar bis Neu Darchau spürbar.

Der Höhenunterschied am Stauwehr liegt zwischen 1,30 Meter bei Flut und 3,50 Meter bei Ebbe. Damit Schiffe unbeschadet diesen Bereich der Elbe passieren können, wurde von 1957 bis 1960 parallel zum Stauwehr der Schleusenkanal errichtet.

One comment

  1. Hoffentlich wird bei der Sanierung bedacht, das die B404 irgendwann zur Autobahn A21 ausgebaut werden soll. Im nördlichen Teil der B404 wurde das ja schon umgesetzt. Aber ich befürchte da schlimmes …. 🙁