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Der Lüneburger Hafen hat noch deutlich mehr Kapazitäten, als jetzt genutzt. Nun sollen die Kaianlagen attarktiver für Firmen werden. (Foto: Hafen GmbH)
Der Lüneburger Hafen hat noch deutlich mehr Kapazitäten, als jetzt genutzt. Nun sollen die Kaianlagen attarktiver für Firmen werden. (Foto: Hafen GmbH)

Umschlag im Hafen legt erneut zu

Lüneburg. Bereits zum vierten Mal in Folge ist der Güter- und Warenumschlag im Hafen Lüneburg im vergangenen Jahr gestiegen. Im Vergleich zu 2016 legte er um 23 Prozent auf 363 808 Tonnen zu, vermeldet Lars Strehse, Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH. Gleichzeitig kündigt er fürs laufende Jahr ein umfangreiches Investitionsprogramm zum Erhalt und Ausbau der Hafenanlagen an. Laut Wirtschaftsplan 2018 geht die Gesellschaft von einem Jahresüberschuss von 36 000 Euro aus.

Die Hafen Lüneburg GmbH bewirtschaftet die Infrastruktur des Binnenhafens am Elbe-Seitenkanal sowie die Lüneburger Industriebahnen und betreibt seit Oktober 2014 auch das operative Hafenumschlagsgeschäft. Gesellschafter sind neben der Osthannoverschen Eisenbahn AG unter anderem die Stadt Lüneburg, die knapp 30 Prozent der Anteile hält, sowie der Landkreis mit 25,1 Prozent.

Mehr Schiffe legen an

Laut Geschäftsführer Strehse haben im vergangenen Jahr 221 Binnenschiffe den Hafen angesteuert und 257 528 Tonnen Massengut transportiert. 2016 waren 188 Binnenschiffe und 208 000 Tonnen, so dass es unterm Strich zu einer Steigerung von rund 24 Prozent kam. Auch über die Industriebahnen wurden mehr Massengüter und Fertigprodukte wie zum Beispiel Paletten und Maschinen bewegt. Mit 106 280 Tonnen wurde hier ein Anstieg von 17 425 Tonnen (plus 20 Prozent) gegenüber 2016 registriert.

Die Steigerung sei zum einen auf das allgemeine Wirtschaftswachstum zurückzuführen, zum anderen auf die Betriebnahme der neuen Düngemittelhalle der Raiffeisen Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen mbH direkt im Binnenhafen, macht der Geschäftsführer deutlich. Zur positiven Entwicklung insgesamt beigetragen hat, dass der Umschlag von Düngemitteln um satte 175 Prozent gesteigert werden konnte, bei land- und fortstwirtschaftlichen Produkten waren es plus 22 Prozent, bei Erden und Steinen plus 19 Prozent.

Zurückgegangen hingegen ist der Umschlag von Fertigprodukten (– 21 Prozent) und Kohle (– 6 Prozent). „Nachdem die Firma Scholz Recycling GmbH ihren Betrieb 2016 in Lüneburg eingestellt hat, gab es im vergangenen Jahr keinen Umschlag von Metallabfällen mehr.“

Platz für neue Unternehmen

Für zusätzlichen Umschlag sorgen könnte laut Strehse ein Baustoffproduzent, der sich in Vastorf angesiedelt hat und der für den Transport von Rohstoffen auf Binnenschiffe angewiesen ist. Außerdem wolle die Firma Paul Link GmbH & Co. KG im Hafenbereich eine Lager- und Produktionsstätte aufbauen. Entwicklungsperspektiven bietet weiter ein 1,3 Hektar großes Grundstück im östlichen Bereich des Hafens, das der Stadt gehört. Hier könnten sich Unternehmen ansiedeln, die den Hafen nutzen.

Zur Erneuerung und für den Ausbau der Hafenanlagen will die Gesellschaft 2018 und 2019 rund 2,3 Millionen Euro investieren. Ihr liegt bereits eine Förderzusage in Höhe von rund 900 000 Euro vor, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Landesförderprogramm „Stärkung CO₂-armer Verkehrsträger“ fließen. Gefördert werden damit Binnenhäfen, um Güter von der Straße auf die Schiene und Binnenwasserstraßen zu bringen.

Gesellschaft baut den Hafen aus

Das Geld soll unter anderem verwandt werden für eine erneute Entschlammung des Hafenbeckens. Die veraltete Beleuchtung soll erneuert, der Hafenbereich eingezäunt und mit einem Zugangssystems ausgerüstet und endlich eine mobiler Hafenbagger angeschafft werden. Außerdem will sich die Hafen GmbH für ein Zukunftsprojekt rüsten.

Die Entwicklung für eine Hybrid-Barge unter Federführung der Berliner Hafen- und Lagerhaus AG läuft auf Hochtouren. Dabei handelt es sich um ein Schubboot für Schuten mit Hybridantrieb, das auf norddeutschen Binnenwasserstraßen zwischen Berlin und Hamburg eingesetzt werden soll. Damit die Batterien der Hybrid-Barge aufgeladen werden können, bedarf es sozusagen großer Schiffsteckdosen. „Der Lüneburger Hafen ist auf der Strecke am Elbe-Seitenkanal dafür prädestiniert, da er ausreichend Schiffsliegeplätze bietet und wir uns davon eine betriebliche Chance versprechen“, sagt Lars Strehse.

Von Antje Schäfer