Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Brücke mit ungewisser Zukunft
Saniert werden müsste die in der Köthner Heide in Adendorf gelegene Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Eisenbahnstrecke Lüneburg-Lübeck. Das will die rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat. Die Opposition hingegen spricht sich für einen Abriss aus. Foto: be
Saniert werden müsste die in der Köthner Heide in Adendorf gelegene Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Eisenbahnstrecke Lüneburg-Lübeck. Das will die rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat. Die Opposition hingegen spricht sich für einen Abriss aus. Foto: be

Brücke mit ungewisser Zukunft

Adendorf. Schön ist sie nicht, die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahnlinie Lüneburg–Lübeck in der Köthner Heide, im Nordosten Adendorfs. Vor 60 Jahren gebaut, ist auch der Zustand nicht mehr der beste. Aber sie wird gern von Jugendlichen auf ihrem Weg zum Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck genutzt, von Spaziergängern und Joggern.

Die Brücke sanieren oder abreißen, darüber sind sich die Kommunalpolitiker im Adendorfer Rat nicht einig. In einer Sitzung des Ratsausschusses für Straßen, Verkehr und Grünflächen im vergangenen September wurde das Thema erstmals öffentlich diskutiert. Zwei Jahre zuvor waren bei einer Untersuchung der Brücke Schäden festgestellt worden, unter anderem „Blasenbildungen in der Fahrbahn“, „Abplatzungen mit freiliegender Bewehrung“ und „verrostete Handläufe und Geländerpfosten“.

Ein Brückenexperte schlug in der Ausschusssitzung verschiedene Varianten für das weitere Vorgehen vor: Die Sanierung (Kosten: 170.200 Euro), einen Abriss mit Neubau einer Stahlbetonbrücke (478.880 Euro) und einen Abriss mit Neubau einer Holzbrücke (522.300 Euro).

75.000 Euro für Sanierung stehen im Haushalt 2018

Für die CDU sprach sich Jörg Schmelter schon damals für einen ersatzlosen Abriss der Brücke aus, zumal es nur rund 100 Meter entfernt einen alternativen Übergang gibt. Geschätzte Kosten für den Abriss: 150.000 Euro.

Thema war die Brücke in der Köthner Heide dann wieder in den Haushaltsberatungen der Gemeinde im Dezember vergangenen Jahres: Damals wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen, Aktiven Bürgern für Adendorf und Erbstorf (ABAE) und Linken der Haushalt 2018 beschlossen. In den war eine erste Rate von 75.000 Euro für die Sanierung der Brücke eingestellt, weitere 95.000 Euro sollen im kommenden Jahr fließen.

Dazu steht Jürgen Schreiber (SPD), Vorsitzender der Gruppe SPD/Grüne: „Die Brücke wird vor allem im Sommer viel genutzt. Die Sanierung kostet mit 170.000 Euro nur 20 000 Euro mehr als der Abriss und damit haben wir dann wieder einen intakten Übergang.“ So sieht das auch Stellvertreterin Bärbel Sasse (Grüne): „Die Brücke hat einen hohen Naherholungswert, wird viel von Schülerinnen und Schülern genutzt. Natürlich gibt es einen alternativen Weg über die Bahn, aber der ist längst nicht so attraktiv.“

Ratsherren plagt die Angst vor den Folgekosten

„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, begründet Hans-Dieter Wilhus, Fraktionsvorsitzender der ABAE, sein Plädoyer für einen Abriss der Brücke. „Und wer weiß denn, was an Folgekosten in den Jahren darauf noch auf uns zukommt?“ Die ABAE wolle das Thema Brücke in der Köthner Heide wieder auf den Tisch bringen, wenn es um die Ausschreibung der Arbeiten geht.

Günther von Mirbach (CDU), Chef der Gruppe CDU/FDP, hatte schon in den Haushaltsberatungen die Sanierung abgelehnt und einen kompletten Abriss in diesem Jahr gefordert. Dem stimmt, auf LZ-Nachfrage, auch Stellvertreter Daniel Schneider (FDP) zu: „Ich will nicht ausschließen, dass wir in dieses Thema noch einmal einsteigen.“

Hin- und hergerissen bei der Entscheidung über die Zukunft der Brücke ist Markus Graff (Linke) : „Ich habe ja für den Haushalt gestimmt, dann muss ich ja auch für die Sanierung sein, oder? Ich habe mich noch nicht abschließend entschieden.“

Von Ingo Petersen