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Die Ausführung des Sporthallen-Neubaus an den Berufsbildenden Schulen läuft seit Oktober 2016. Nun soll sie bis Ende des Schuljahres fertig gestellt werden. (Foto: t&w)

Gute Vorsätze für 17 Millionen

Lüneburg. Es ist eine 17,39 Millionen Euro schwere Liste der guten Vorsätze: Detlef Beyer vom Fachdienst Gebäudewirtschaft stellte jetzt im Hochbauausschuss des Lüneburger Kreistags das Jahresprogramm 2018 vor für alle geplanten oder fortzuführenden größeren Baumaßnahmen. Mit vielen Projekten wird sich der Bauausschuss noch einmal befassen müssen. Auf der Liste stehen Sanierungsmaßnahmen und bauliche Erweiterungen an elf Schulstandorten des Kreises. Hinzu kommen Bauvorhaben an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Scharnebeck sowie Maßnahmen rund um das Kreishaus beim Michaeliskloster. Ob das ambitionierte Bauprogramm 2018 in Gänze umgesetzt wird, darf zumindest bezweifelt werden.

Drohen mit Vertragsstrafen

Auf die Frage von Ausschuss-Mitglied Wolfgang Marten (SPD), ob das alles zu schaffen sei, sagte Beyer: „Ich will die Hoffnung nicht jetzt schon begraben.“ Sein Team in der Gebäudewirtschaft sei hochmotiviert und guter Dinge. Gleichwohl: „Es ist schwierig, Firmen zu finden, die die Arbeit erledigen.“ Die Auftragsbücher vieler Handwerker seien übervoll. Das habe der Kreis auch jüngst beim Neubau der Schulsporthalle am Berufsschulzentrum Schwalbenberg zu spüren bekommen, deren Fertigstellungstermin sich verzögert.

Beyer: „Ich gehe davon aus, dass die Halle bis zum Ende des Schuljahres fertig sein wird. Wir konnten die Firmen nur unter Androhung von Vertragsstrafen bei der Stange halten.“ Zwischenzeitlich seien auf der Baustelle Arbeitsjacken sichtbar aufgehängt worden, um Anwesenheit vorzutäuschen, während die Arbeiter tatsächlich auf anderen Baustellen unterwegs gewesen seien. Fachbereichsleiter Hans-Richard Maul ergänzte gegenüber dem Ausschuss: „Sie kennen das von Straßenbaustellen: Man stellt einfach einen Bagger hin, um vorzugeben: Ich bin da.“
Einschließlich der Haushaltsreste aus 2017 soll die Gebäudewirtschaft 2018 ein Investitionsvolumen von 17,39 Millionen Euro umsetzen. Dabei hält der Landkreis für seine Schulen allgemein Mittel in Höhe von 500 000 Euro bereit – zur Umsetzung der Inklusion sowie 200 000 Euro für energetische Sanierungen. Bei den fortzuführenden Maßnahmen, insbesondere im Schulbausanierungsprogramm, seien laut Beyer die Arbeiten zum großen Teil schon ausgeschrieben oder beauftragt. Die Planungsleistungen werden oft von technischen Mitarbeitern der Gebäudewirtschaft erledigt, einige größere Projekte werden von externen Architekten oder Fachingenieuren begleitet.

Die Bauvorhaben im Detail:

An der Förderschule „Kurt-Löwenstein-Schule“ in Bleckede soll ab Juni 2018 für 30 000 Euro die Lehrküche erneuert werden, die auch vom Gymnasium Bleckede mit genutzt wird.
Bei der Lüneburger Förderschule am Knieberg sind ab Juni Fassadensanierung und Fensteraustausch (80 000 Euro) sowie die Erneuerung der Lehrküche sowie des Essraums (40 000) vorgesehen, inklusive Sanitär- und Elektrosanierung, Fußboden- und Malerarbeiten sowie Möbel- und Geräteaustausch.

Oberschule Bardowick: Erneuerung des Schmutzwasserkanals zwischen neuem Realschultrakt und Lehrküche (27 000) sowie Neuausstattung des Fachunterrichtsraums Technik (50 000).
Schulzentrum Bleckede: Innensanierung des G3-Trakts mit Innenanstricharbeiten bis hin zur Erneuerung der Beleuchtung mit LED (40 000).

Integrierte Gesamtschule (IGS) Embsen: Fortführung des ersten Bauabschnitts zur Erweiterung der Oberstufe mit einem Anbau von vier Unterrichtsräumen am ehemaligen Realschul­trakt (1,08 Millionen). Zweiter Bauabschnitt voraussichtlich ab August zum Anbau von zwei Unterrichts- und zwei Gruppenräumen (200 000). Weiter geplant sind Möblierung und Ausstattung (100 000), die Fenstersanierung im Nordwesttrakt (50 000), Fassadenanstrich (30 000) und Schulhoferneuerung (30 000).

Schulzentrum Oedeme: Fortsetzung der Brandschutzsanierung und Modernisierung im Sockelgeschoss des Gymnasiums (995 000), Möblierung und Ausstattung sanierter Bereiche (50 000) sowie Planungsleistung zur Erweiterung des Gymnasiums wegen der Wiedereinführung des G9-Abiturs um zehn allgemeine und zwei Fachunterrichtsräume (200 000 für die Planung, Gesamtinvestition; 3,2 Millionen). Außerdem müssen zwei abgängige Trafostationen erneuert (500 000) und das beschlossene Medienkonzept mit Elektroinstallationen und EDV-Verkabelung umgesetzt werden (40 000).

Schulzentrum Scharnebeck: Energetische Sanierung (1,4 Millionen) und Instandhaltung (1,5 Millionen) der Sporthalle, Erweiterung des Schulzentrums um 14 Unterrichts- und drei Gruppenräume (1. Bauabschnitt ab Juni: 2,15 Millionen).

Berufsschulzentrum Schwalbenberg: Fortführung des Neubaus der Schulsporthalle mit vier Unterrichtsräumen seit Oktober 2016 (500 000) und die Umsetzung des Sanierungsprogramms für die drei Berufsbildenden Schulen (1,4 Millionen).

Berufsbildende Schulen (BBS) I: Brandschutzmaßnahmen (50 000) sowie Bodenbelags- und Anstricharbeiten (80 000).

BBS II: Sanierung von Sanitärräumen (120 000) und Umbau des Raums 405 zu einem Lernzentrum (80 000), Erneuerung der Lehrküche (60 000), Umnutzung der Schweißwerkstatt (30 000), Sanierung des Werkstatt-Trakts (1,0 Millionen), Elek­trosanierung und Brandschutz (500 000), Erneuerung des Telefonnetzes (25 000), Austausch des Heizkessels im Werkstatt-Gebäude (25 000) sowie Bodenbelags- und Anstricharbeiten (60 000).

BBS III: Ersatz des Gewächshauses durch einen Neubau „Grünes Haus“ mit Agrarpraxisraum, Lernbüro, Geräteraum und Lager (500 000), Neuaussstattung der Gastronomieküche (200 000), Elektrosanierung und Brandschutz (500 000), Bodenbelags- und Anstricharbeiten (70 000), Umbau des Naturwissenschaftsbereichs (60 000).

FTZ Scharnebeck: Erweiterung der Remise auf dem Übungsgelände (80 000).

Kreisverwaltung: Dritter Bauabschnitt zur Umgestaltung des Michaelisgeländes, inklusive Erneuerung der Gehwegflächen und Leitungsarbeiten (72 000), Bodenbelags- und Anstricharbeiten (76 000) sowie Austausch von 140 Brandmeldern (28 000).

Von Dennis Thomas