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Ortsbürgermeisterin Christel John sorgt sich um die Sicherheit in Oedeme. (Foto: A/t&w)
Ortsbürgermeisterin Christel John sorgt sich um die Sicherheit in Oedeme. (Foto: A/t&w)

Güterzüge sorgen für Unruhe in Oedeme

Lüneburg. Immer wieder ist die Bahnstrecke Lüneburg–Soltau im Gespräch. Verkehrsexperten fordern vor allem ihre Nutzung für die Verbesserung des Personennahverkehrs zwischen der Hansestadt und dem westlichen Landkreis. Nicht überall stoßen die Initiatoren damit auf Begeisterung. Anwohner sorgen sich um Ruhe und Sicherheit an der Strecke. Die Gemüter könnten nun durch Pläne eines Logistikunternehmens aus Soltau erhitzt werden. Das will künftig mehrmals pro Woche Güter per Schiene über Lüneburg nach Hamburg transportieren. Erste Züge fahren bereits.

Sorge um die Sicherheit

„Der Probebetrieb hat im vorigen Jahr begonnen. Im Pendelverkehr werden aktuell drei Mal pro Woche Güter in den Hamburger Hafen gebracht“, bestätigt Sebastian Schülke, Geschäftsführer der Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) für den Bereich Infrastruktur. Auftraggeber der Gütertransporte ist das Logistikunternehmen Schnellecke. In Soltau übernimmt die Firma die Kommissionierung und Verpackung von Autoteilen des Herstellers Audi zum Transport per Container an dessen Produktionswerke in Übersee. Bis Mitte des Jahres soll der reguläre Betrieb aufgenommen werden. Dann soll montags bis freitags je ein Zugpaar zwischen Soltau und Hamburg verkehren, „also zwei Züge pro Tag“, ergänzt Schülke.

Weil die Güterzüge auch Oedeme passieren, haben sich Bürger dort bereits an Ortsbürgermeisterin Christel John gewandt. Mit dem zusätzlichen Lärm, den vor allem Anwohner an der Bahnlinie befürchten, habe sie allerdings kein Problem: „Ich finde es nicht so schlimm. Wir wohnen rund 50 Meter davon entfernt und haben auch bei offenem Fenster davon bislang nichts mitbekommen.“ Anders sieht es für sie in Sachen Sicherheit aus. „Die Bahnübergänge sind unbeschrankt. Bei zunehmendem Zugverkehr ist das natürlich nicht mehr zu verantworten.“ Ihre Sorge gilt dabei vor allem den Schulkindern und dem starken Personenaufkommen am Garbers-Center.

Keine Schranken nötig?

„Die Züge können auf der Strecke maximal Tempo 50 fahren“, sagt Schülke. Mehr ließe der gegenwärtige Ausbauzustand nicht zu. Auch einen Güter-Durchgangsverkehr schließt er aufgrund der Steigung auf der Strecke gegenwärtig aus: „Jetzt können nur Züge bis maximal 1300 Tonnen Zuglast verkehren. Normale Güterzüge haben zwischen 1600 und 1800 Tonnen.“ Da die Schnellecke-Züge vor allem Alu-Teile transportierten, sei deren Gewicht entsprechend gering. Auch erinnert er daran, dass diese Strecke vor Jahren noch zu einer der meist frequentierten gehörte, als noch Werke in Embsen angefahren wurden.

Die Notwendigkeit einer Beschrankung der Bahnübergänge sieht Schülke nicht: „Ich wüsste nicht, warum.“ Bis auf einen Übergang in Rettmer seien alle anderen mit Lichtzeichenanlagen ausgestattet: „Das funktioniert wie bei jeder Ampel auch“.

Die Güterzüge sind auch Thema in der Ortsratssitzung am 22. Februar um 19.30 Uhr im Schulzentrum. Sebastian Schülke wird dabei sein.

Von Ulf Stüwe

4 Kommentare

  1. Frau John macht es richtig, vor dem unbeschrankten Bahnübergang anhalten, sich vergewissern, ob kein Zug kommt und dann weiterfahren. Ob man allerdings fast ins Gleis fahren sollte wage ich zu bezweifeln. Genauso braucht man sicherlich nicht aussteigen, um zu schauen, ob das Gleis frei ist.

    Alle wollen konsumieren, aber den Verkehr, den sie damit verursachen, wollen sie nicht in ihrer Nachbarschaft haben. Wieviele Lkw wären alternativ notwendig, um einen Güterzug zu ersetzten? Wo fahren diese dann lang? Hauptsache nicht vor meiner Tür!

    • Das sitzt jemand im Auto – am Steuer

      • Völlig egal ob da jemand im Auto sitzt oder nicht. Der Beitrag von Jürgen hat Humor und zudem den Nagel auf den Kopf getroffen. Mir gefällt was er geschrieben hat.

  2. In den Facebookgruppen gibt es dafür nur Häme. Kommentare wie „So ein Schwachsinn, die Leute ziehen an eine Bahnstrecke und beschweren sich über den Zugverkehr“ sind noch sehr freundlich.