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Die Arbeiten an der Begegnungsstätte laufen auf Hochtouren. Viele ehrenamtliche Unterstützer wie diese auf dem Foto um Corinna Krome (3.v.r.) unterstützen das Projekt „Mosaique“. Sie sind zum Teil in anderen Initiativen tätig, mit denen gemeinsam Projekte umgesetzt werden sollen. (Foto: t&w)
Die Arbeiten an der Begegnungsstätte laufen auf Hochtouren. Viele ehrenamtliche Unterstützer wie diese auf dem Foto um Corinna Krome (3.v.r.) unterstützen das Projekt „Mosaique“. Sie sind zum Teil in anderen Initiativen tätig, mit denen gemeinsam Projekte umgesetzt werden sollen. (Foto: t&w)

Lüneburgs „größtes Wohnzimmer“

Lüneburg. Farbenfroher Blickfang ist ein Schild, das hinter einem Bauzaun am Haus Katzenstraße 1 prangt. „Hier entsteht Mosaique, das Haus der Kulturen“ ist darauf zu lesen. Doch viele Passanten fragen sich: Was ist das genau? Die LZ traf sich mit Corinna Krome, Initiatorin des Projekts.

Im Hof der Alten Musikschule stehen Fahrzeuge von Handwerksbetrieben dicht an dicht. Im Gebäude laufen die Arbeiten für ein Wohnprojekt. Es wird von einer Baugemeinschaft unter Betreuung der Lübecker Projektberatung Conplan realisiert. Es richtet sich an Menschen unterschiedlichen Alters, die im Herzen der Stadt leben möchten und an einer lebendigen Nachbarschaft mitwirken wollen. In den Komplex gliedert sich das Projekt „Mosaique“ ein. Es möchte Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen, unabhängig von ihrer Herkunft sowie Menschen mit und ohne Handicap in einen Austausch bringen, sagt Corinna Krome.

Auf die Idee war die 31-Jährige vor fünf Jahren gekommen, als sie in einem Artikel der „Zeit“ über ein Gemeinschaftsprojekt von Obdachlosen und Studenten las. Ein solches, nur noch breiter aufgestellt unter einem Dach, das könnte Grundlage sein für eine ganze Gesellschaft, so ihre Intention. Einer Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt, die für Weltoffenheit sowie Menschlichkeit und Respekt dem anderen gegenüber steht und die sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Isolation von Menschen wendet. Das sind knapp gesagt auch die Grundsätze einer Charta, denen sich der Verein Mosaique verpflichtet sieht, der sich vor einem Jahr gründete.

Platz für Theater, Konzerte, Vorträge und Workshops

In dem Gebäude Katzenstraße 1 entsteht nun das „größte Wohnzimmer Lüneburgs“, das Platz zum Austausch für ein interkulturelles und kreatives Miteinander und Angebote bieten soll. In der offenen Begegnungsstätte, die 140 Quadratmeter misst, sollen Workshops, Theater- und Musikveranstaltungen, Poetry Slams, Vorträge, Sprachkurse stattfinden. „Wir geben Platz für kreative Ideen. Neugier ist etwas, das diejenigen, die mitgestalten oder Angebote nutzen wollen, mitbringen sollten“, ist der Wunsch von Corinna Krome und mehr als 20 ehrenamtlichen Helfern, die inzwischen das Projekt mit Leben füllen. Bereits im Vorfeld der Eröffnung der Begegnungsstätte bieten sie an verschiedenen Orten der Stadt Veranstaltungen an.

Kooperationspartner des Projekts ist zum einen der Verein amikeco-Willkommensinitiative. Er setzt sich seit 2009 aktiv für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Geflüchteten in Stadt und Kreis ein und begleitete diese beim Ankommen und der Integration. Und auch das Theater Lüneburg zählt bereits zu den Partnern, die die Begegnungsstätte bereichern werden. „Darüber hinaus sind wir mit zahlreichen Initiativen und Organisationen im Gespräch, die wir einbinden und deren Angebote wir vor Ort bündeln möchten“, sagt Corinna Krome.

Neben der Begegnungsstätte bietet Mosaique zwei interkulturelle Wohngemeinschaften, zwei Kleinwohnungen sowie eine Familien-Wohnung in dem Gebäude. Die Bewohner sollen sich in Projekte des multikulturellen Hauses einbringen und mitmischen. Für Geflüchtete wird es eine zentrale Anlaufstelle zur Beratung und Begleitung geben, die unter anderem von der amikeco-Willkommensinitiative organisiert wird.

Eröffnung ist für den 2. März geplant

Alle Projekte und deren Gestaltung werden ausschließlich von Ehrenamtlichen gestaltet. Dennoch braucht es für die Umsetzung Geld, das über die Beiträge von Fördermitgliedern des Vereins, Spenden und Projektanträge eingeworben wird. Die Räume habe der Verein zu günstigen Konditionen und auf Dauer von einer privaten Grundstücksgesellschaft gemietet, erläutert Corinna Krome.

Eröffnet werden soll das Haus der Kulturen mit Bauwochen ab dem 2. März. Dann können Lüneburger nicht nur auf Schnupperkurs gehen und Einblicke in das Projekt nehmen, sondern sie sind auch aufgefordert, die Räume aktiv mitzugestalten, zu möblieren und zu dekorieren. Eingebunden sind dabei 20 Künstler aus aller Welt.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.mosaique-lueneburg.de und beim nächsten Treffen des Vereins am Mittwoch, 7. Februar, ab 18 Uhr im Böll-Haus an der Katzenstraße.

Von Antje Schäfer