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Der Bebauungsplan Nr. 10 Süderfeld III ist für die Gemeinde Vögelsen längst zum Dauerbrenner geworden. (Foto: t&w)

Neuer Anlauf für umstrittenes Baugebiet

Vögelsen. Das in der Nachbarschaft umstrittene neue Wohnbaugebiet Süderfeld III ist abermals Thema im Bauausschuss des Vögelser Gemeinderats. Das Gremium befass t sich mit den eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan, der jüngst zum Teil wiederholt öffentlich ausgelegt worden war. Damit rückt der Satzungsbeschluss näher, den Hunderte Grundstücksinteressenten sehnlich herbeiwünschen dürften. Sollte diesmal alles glatt gehen, könnte der Bebauungsplan Nr. 10 „Süderfeld III“ bis Mitte Februar endgültig den Gemeinderat passieren. Dann wäre laut Bürgermeisterin Silke Rogge in Kürze auch der Weg frei für Erschließung und Abverkauf der Grundstücke in dem rund 5,9 Hektar großen Gebiet im Südwesten Vögelsens.

Der Bebauungsplan hat vor der Beschlussfassung eine Ehrenrunde drehen müssen. Anlass war eine Kehrtwende des Gemeinderats im Dezember bei den geplanten Änderungen an den Bauvorschriften. Zuvor hatte der Bauausschuss empfohlen, bei der Baureihe in Nachbarschaft zum Kiefernweg die Firsthöhen (oberste Dachkante) der Häuser von neun auf sieben Meter zu reduzieren. Damit sollten die Nachbargrundstücke weniger verschatten. Nach weiterer Beratung kamen Planer und Kommunalpolitiker aber zu dem Schluss, dass diese Änderung künftige Bauherren zu stark einschränke.

Das eigentliche Ziel, die Verhinderung von Stadtvillen mit massiven Baukörpern im nördlichen Bauabschnitt, sollte anders erreicht werden. Der Rat beschloss zuletzt, die Firsthöhen bei neun Metern zu belassen und stattdessen die Traufhöhen, wo Seitenaußenwand und Dachkante zusammentreffen, auf 4,5 Meter zu begrenzen.

Mehr als ein Dutzend neue Stellungnahmen

Der Gemeinderat hat bereits wesentliche Teile der Stellungnahmen zur vorherigen B-Plan-Auslegung abgewogen. Bei der vor kurzem durchgeführten, zweiwöchigen Auslegung des Bebauungsplans ging es vor allem um den Teilbereich, der von den geänderten Bauvorschriften betroffen ist. Dazu seien jetzt über ein Dutzend Stellungnahmen eingegangen, sagt Bürgermeisterin Silke Rogge auf LZ-Nachfrage. Hauptsächlich Anwohner hätten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht und nutzten vereinzelt die Gelegenheit, sich nochmals grundsätzlich gegen das Baugebiet mit bis zu 75 Wohneinheiten auszusprechen.

Vor allem Anwohner des Kiefernweges befürchten neben der Verschattung durch neue angrenzende Gebäude eine Zunahme des Kfz-Verkehrs in ihrer Straße. Auf der anderen Seite hat der Gemeinderat bereits 160 000 Euro im neuen Haushalt bereitgestellt, um Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Kiefernweg umzusetzen.

Die öffentliche Bauausschusssitzung findet am Donnerstag, 1. Februar, ab 19.30 Uhr statt. Da parallel der DRK-Ortsvereins Vögelsen im evangelischen Gemeindehaus von 16 bis 20 Uhr eine Blutspende-Aktion durchführt, trifft sich der Bauausschuss diesmal im TSV-Vereinsheim (Brockwinkler Weg 1).

Grundstücksverkauf könnte bald starten

Rogge sagt: „Nach dem Bauausschuss wollen wir mit dem Bebauungsplan schnell in den Verwaltungsausschuss gehen und dann in die Ratssitzung.“ Die soll voraussichtlich spätestens Mitte Februar stattfinden. Dort soll der Bebauungsplan dann – im zweiten Anlauf – als Satzung beschlossen werden. Sobald die Entscheidung im Amtsblatt des Landkreises Lüneburg veröffentlicht wird, wird der Plan rechtskräftig. Teilweise liefen laut Rogge bereits die Ausschreibungen für die Erschließungsarbeiten des geplanten Wohnbaugebiets. Parallel zu den Erschließungsarbeiten könne dann auch der Abverkauf der Grundstücke nach bestimmten Regeln starten. Rogge: „Dafür hat die Gemeinde Vergabekriterien gegenüber dem Vorhaben- und Erschließungsträger, der Sparkassen Hanse Immobilien, festgelegt.“ dth