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Franziska Moritz, Eva Hoffmann von der Investorengruppe und Herbert Behrens im Hotelhof vor dem Restaurant Vitus. (Foto: phs)

Hotelübernahme in Reinstorf

Reinstorf. Über Geld reden Eduard Falkenhof und Theodor Hoffmann nicht: Der Kaufpreis für das Hotel in Reinstorf bleibt damit ebenso ein Geheimnis wie die Höhe der Summe, die die Hamburger Investorengruppe in die Renovierungsarbeiten steckt. Aber auch so wird schnell klar, dass die neuen Eigentümer der Immobilie ordentlich Geld in die Hand nehmen, um den Gebäudekomplex zu modernisieren. „Nach 25 Jahren war das auch nötig“, sagt Herbert Behrens, der für die Unternehmensgruppe arbeitet.

Obwohl noch die Handwerker im Hauptgebäude des Hotels kräftig zugange sind, wollen die Hoteliers am morgigen Freitag bereits ihr Haus geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik vorstellen. Und dabei auch den neuen Namen des Hotels bekannt geben. Denn das ehemalige Hotel Hof Reinstorf firmiert künftig als „Heide Hotel Reinstorf.“ Nicht die einzige Nachricht, die die Reinstorfer interessieren dürfte. Das Haus soll mit seinen Angeboten wie Pool-Saunalandschaft und Kegelbahnen auch für die Dorfbewohner offen stehen.

Eine Menge zu bieten

Der neue Name ist für Investor Theodor Hoffmann nur konsequent: „Wir befinden uns in einer landschaftlich reizvollen Umgebung, mit der Heide-Landschaft vor der Haustür.“ Hoffmann hat nach eigenen Worten unter anderem bereits Kontakt mit österreichischen Reiseunternehmen aufgenommen, will auch die Alpenbewohner zur Erholung in die Ostheide locken: Mit Touren nach Lüneburg und Lübeck, nach Hamburg mit Hafenrundfahrt und Besuch der Elbphilharmonie. „Es gibt eine Menge, was wir hier unseren Gästen bieten können“, sagen Falkenhof und Hoffmann.

Die beiden Investoren haben keinen Zweifel daran, dass das Heide Hotel Reinstorf mit seinen 87 Zimmern, dem Restaurant Vitus, sechs Tagungsräumen, Seminarhaus und Festscheune profitabel zu betreiben ist. „Wir sind schließlich keine Selbstmörder“, sagt Eduard Falkenhof schmunzelnd und Theodor Hoffmann ist die Hotellerie und Gastronomie auch nicht fremd. Unter anderem habe er 25 Jahre ein Hotel in Ahrensburg besessen, den Betrieb aber abgegeben. Kontakt zu den vorherigen Eigentümern des Reinstorfer Hotels hatte Hoffmann bereits im Jahr 2012 aufgenommen – der Helnan Gruppe aus Dänemark, die das Hotel einige Jahre zuvor aus der Zwangsversteigerung erworben hatte (LZ berichtete). Dass nun auch die Helnan-Gruppe erfolglos blieb, „hing aber nicht mit dem Hotel in Reinstorf zusammen, sondern mit den politischen Unruhen in Ägypten“, erinnert Hoffmann. Dort unterhielten die Dänen mehrere Hotels, die plötzlich leerstanden. Die Helnan-Gruppe musste Insolvenz anmelden. Hoffmann und seine Partner kamen dadurch zum Zuge.

Hauptsächlich Neuanstellungen

Von den alten Mitarbeitern sind allerdings nur die wenigsten geblieben. Die meisten der mittlerweile 40 Beschäftigten wurden neu eingestellt. Dazu gehört der Küchenchef Robert Oelze ebenso, wie Franziska Moritz, die für Veranstaltung, Marketing und Vertrieb verantwortlich ist. Bereits im September vergangenen Jahres hat die Investorengruppe das Heide Hotel Reinstorf übernommen und dann mit den Um- und Ausbauarbeiten begonnen. So präsentiert sich jetzt zum Beispiel das bereits fertiggestellte Restaurant Vitus in einem deutlich modernerem Ambiente.
Wer allerdings mit offenen Augen auf Detailsuche geht, wird im Restaurant auch noch Spuren des ersten Hotelbesitzers finden: Denn dort steht als Blickfang die alte, wiederhergestellte Feuerstelle. Den Rauchkamin ziert ein Eichenbalken, der bei Bauarbeiten 1990 im Kellerbereich des früheren Bauernhauses gefunden wurde. Das Alter wird auf 250 bis 300 Jahre geschätzt. Die Ziegelsteine stammen aus der Zeit des Klosters Lüneburg. Im Balken sind die Namen Heinz und Marlies Pilch eingeschnitzt. Sie hatten sich mit dem Bau des Hotels einen Traum erfüllt, der einige Jahre später in einem Albtraum endete. Das Hotel musste zwangsversteigert werden.

Aber hier wurden auch kulinarische Karrieren geboren: Im Vitus lautete Anfang der 1990er-Jahre der Auftrag: einen Stern erkochen. Der bekannte Koch Michael Röhm, damals Koch in Reinstorf, und sein Team legten los – und 1994 leuchtete der Michelin-Stern über dem Haus.

Von Klaus Reschke