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Ein Video von krude.tv erscheint bei einem Eintrag in Google-Maps für die Gemeinde Melbeck. (Foto: dth)

Ein Witz sorgt in Melbeck für Irritationen

Melbeck. Zwei Männer sitzen im Grünen, halten Bierdosen in der Hand und sinnieren deprimiert über Beziehungen und beste Freunde. Das geht dann so: „Gestern ist Susanne abgehauen… Mit meinem besten Freund… Mit Thomas!“ Darauf der andere: „Hä? Seit wann ist denn Thomas Dein bester Freund?“ Darauf der erste: „Seit gestern!“

Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem angestaubten Kalauer aber ist, dass er im Internet auf Google Maps auf der Seite der Gemeinde Melbeck zu sehen ist. Und nicht jeder findet diesen kurzen Spot auch wirklich witzig: „Ich finde das eher peinlich“, sagt Ilmenaus Samtgemeindebürgemeister Peter Rowohlt (SPD), der durch Zufall die beiden „Melbecker Protagonisten“ im Netz entdeckt hatte. Peinlich berührt zeigt sich auch Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU): „Unterste Schublade“, findet er den Auftritt.

„Für Rowohlt und Hübner ist der Spot eine „Anti-Werbung“ für die Gemeinde Melbeck. Wo doch viele andere Kommunen diese Google-Seite dazu nutzen, sich von ihrer schönsten Seite zu präsentieren. „Die diese Seite anklicken, müssen doch glauben, dass die beiden Männer das Melbecker Klientel verkörpern.“

Video wohl aus Hamburg

Dabei ist der Clip schon eine ganze Weile online abrufbar. Eingestellt wurde er im Mai 2016 – von einem Melbecker aus der Ferienhaussiedlung Moortalsheide. Übrigens nicht sein einziges Video. Im Oktober 2017 schickte er noch ein zweites hinterher – dieses Mal von seinen Hortensien.

Und was sagt Google Deutschland dazu? „Nutzer haben die Möglichkeit, Google Maps zu verbessern, indem sie ihre Fotos oder Videos freigeben. Fotos und Videos können jederzeit zu interessanten Orten wie Unternehmen oder Parks hinzugefügt oder entfernt werden.“ Aber wie reagiert Google Deutschland, wenn Nutzer etwas zu bemängeln haben? Dazu heißt es: Wenn Ihnen Fehler auffallen, können Sie über die Funktion ‚Problem melden‘ direkt mit Google in Kontakt treten und eine Änderung vorschlagen.“

Das Video, das jetzt für einige Aufregung in Melbeck sorgt, zeigt übrigens nicht zwei Melbecker Männer bei der Bewältigung ihrer Lebenskrise, sondern wurde professionell bereits 2013 für eine Comedy-Serie gedreht, die erstmals beim NDR ausgestahlt wurde. Drehort war auch nicht Melbeck, sondern vermutlich Hamburg. Zu sehen sind die beiden Schauspieler Oliver Kleinfeld und Nils Holst. Insofern könnte das Video dann doch noch als „Werbung“ für Melbeck verstanden werden.

Den Clip können Sie sich auch hier ansehen.

Von Klaus Reschke

48 Kommentare

  1. NIEMAND außerhalb Melbecks kannte oder kennt Melbeck bisher. Ich frage Lüneburger und Bienenbütteler seit mehr als dreißig Jahren. Die Antwort ist immer gleich: „Melbeck? Nie gehört. Wo soll das sein?“ Das Video schafft endliche eine USP, ein Alleinstellungsmerkmal im Reklamenebel des Netzes für diesen tristen Tankstellenhalt an der Heavy-Traffic-Schneise der pestilenzialischen Bundesstraße vier.

    Cool bleiben Peter Rowohlt und Klaus Hübner!

    Vielleicht geht ihr beiden als die Führungskapazitäten in die Geschichte der Samtgemeinde Ilmenau ein, in deren Amtszeit der Name „Melbeck“ durch ein Youtube-Video plötzlich bis hineinein nach Deutsch Evern, Barnstedt und Embsen bekannt wurde.

    • Sie brechen ein Lanze für Melbeck? Starker Kommentar!

      (Ein Melbecker)

      • Melbeck ist das Heinsen von Kolkhagen. Oder das Eitzen von Deutsch Evern. Keiner ist je da gewesen, aber alle meinen, in Rote Rosen, Staffel 11, Folge 1867 hätte der Klaus Zmorek die Jannik Nowak da mal zum Spökenkieker hingefahren.

    • Ole von der Ohe

      Melbeck, der Juwel des Nachthimmels über EDEKA Meyer, ist von der Sonne aus gesehen der 10. Planet unseres Sonnensystems. Darum ist Melbeck noch schwerer zu finden als die abgehauene Susanne.

      Die Entdeckung Melbecks fand im Jahre 1619 durch Multifunktionär Jürgen („Galileo“) Stebani statt, der seinerzeit sogar seine Tore meist mit dem Kopf machte und der den neuen Planeten nach seiner Frau x3432y5323z3234 benannte. Er fand dort angeblich auch Spuren außerirdischen Lebens, die er aufgrund der Inquisition jedoch geheim hielt. Erst 1810 wurden diese Aufzeichnungen von Wilhelm Hagemann wiederentdeckt, der Angehörige dieser Zivlisation nach Melbecki, seiner Tochter, „Melbeckis“ nannte (daraus entwickelte sich der Name „Melbeck“ für den Planeten). Obwohl der sehr sehr ferne Planet x3432y5323z3234 (kurz Melbeck genannt) seit über 300 Jahren nicht mehr beobachtet werden konnte, wird seine Existenz bis heute nicht bezweifelt. Dazu tragen auch die Berichte des Jugoslawen Darko Vingdak bei, der von 1967 bis 1982 auf Melbeck gelebt haben will.

      Demzufolge wurde er irrtümlich von Nikola Tesla, der mit einer Reichsflugscheibe aus dem Jahr 1941 angereist war, auf dem sehr sehr ferner Planeten x3432y5323z3234 (kurz Melbeck genannt) abgesetzt, da dieser ihn für John Lennon gehalten habe. Während seiner Zeit auf Melbeck hat Vingdak eigenen Angaben zufolge als extravaganter Superheld im lila Kostüm die Schützenstraße und den „Schützenverein Melbeck u. Umgegend von 1921 e.V.“ vor Verbrechen beschützt. Die These, er habe sich selbst lediglich mit Darkwing Duck verwechselt, wird von Melbecker Experten als „abstrus“, „polemisch“ und „sachlich nicht begründet“ zurückgewiesen.

      Der französische Avantgarde-Flim „Une pomme de terre chante des chansons tristes en temps du neige rouge“ aus dem Jahre 1978 spielt zu einem großen Teil auf dem sehr sehr fernen Planeten x3432y5323z3234 (kurz Melbeck genannt).

      Darin geht es um den desillusionierten Croupier Jacques, der in dem heruntergekommenen Casino „L’air haut“ (Hohe Luft) arbeitet und unsterblich in die unerreichbare Millionärstochter Jeanette verliebt ist, die dort oft inkognito ihrer geheimen Leidenschaft zum Drogenhandel nachgeht. Als er ihr eines Nachts folgt, wird er Zeuge, wie Jeanette, die sich inzwischen Dauphine nennt, bei einer Schießerei mehrere unschuldige Waffenschieber ermordet. Völlig erschüttert wendet sich Jacques, der sich jetzt Guillaume nennt, ab und trifft in einer dunklen Ecke hinter dem „Gare du Nord“ (Gardinengalerie Wagner ) auf eine mysteriöse kleinwüchsige Gestalt, die ihm eröffnet, dass dies alles nur ein Traum und die Realität eine völlig andere sei.

    • I gfrei mi woansinnig fia di!

  2. 10 inspirierende Melbeck-Zitate

    “Man muss nach Melbeck reisen, um zu lernen.“ – Mark Twain

    “Ich liebe das Gefühl der Anonymität in Melbeck, wo ich noch nie war.“ – Bill Bryson

    “Eines Mannes Ziel ist niemals Melbeck, sondern eine neue Art, die Dinge zu sehen.“ – Henry Miller

    „Suche, genieße, erlebe Abenteuer in Melbeck, preise und bereue nichts.“ – Jack Kerouac“

    “Je länger ich in Melbeck weile, desto näher komme ich an mich heran.“– Andrew McCarthy

    “Ein Melbecker ohne Beobachtungsgabe ist wie ein Orang-Utan ohne Flügel.“ – Moslih Eddin Saadi

    “Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, kommst du besser nicht nach Melbeck.“ – James Michener

    “Melbeck lehrt Toleranz.” – Benjamin Disraeli

    “Obwohl wir nach Melbeck fahren, um das Schöne zu finden, müssen wir diese doch mit uns tragen, sonst finden wir sie nicht.“ – Ralph Waldo Emerson

    “Abenteuer in Melbeck sind erstrebenswert.“ – Aristoteles

    Gefunden, gesammelt und geschenkt von Luki Möller

    • Die Neu-Melbecker schreiben durchweg besseres Deutsch als die Alt-Melbecker, Luki. Das finde ich erstaunlich. Nur Ralph Waldo Emerson scheint anzunehmen, das Schöne müsse man sich immer sofort als Frau vorgestellen. Damit wird er vermutlich am Denken der Melbecker Männer ziemlich nahe dran sein, aber ziemlich weit weg von den Wortführer/inne/n der „Me Too“- und „Time is up“-Debatten.

    • Meiner Meinung nach stammt die Schlüsselreferenz zu Melbeck von Friedrich Dürrenmatt: Der Tunnel (1952). Er verarbeitet darin eine traumatische nächtliche Taxifahrt auf der B4, nach einer vorangegangenen Lesung in der Buchhandlung Perl in Lüneburg, zum Ort mit der nächsten Buchhandlung, also Braunschweig. Diese Fahrt sollte ihn natürlich eigentlich auch durch Melbeck führen. Aber: Je näher man Melbeck sein sollte, je mehr der Fahrer versicherte, dass man nun gleich durchführe, er müsse nur noch etwas mehr Gas geben, und er fuhr schließlich wie ein wilder Bock, umso weniger war von Melbeck zu sehen.

      Dürrenmatt kam nie in Melbeck an, geschweige denn in Braunschweig. Er hat später einmal davon gesprochen, dass er sich dem Jenseits nie näher gefühlt habe, und die Transposition dieses Ereignisses in eine Zugfahrt in seiner Schweizer Heimat in „Der Tunnel“ habe ihm die entscheidende seelische Stabilität zurückgegeben, um weiterhin literarisch tätig sein zu können. Aber lassen wir den Text selbst zu Wort kommen, mit dem Schlussdialog: „Was sollen wir tun? – Nichts. Gott ließ uns fallen, und so stürzen wir denn auf ihn zu.“

    • Liebe Frau Max,

      von Melbeck und seiner endlos in die Dürrenmattschepampe Transzendenz zurückweichenden Ausweglosigkeit handelt auch das berühmte Gleichnis von Jürgen („Kafka“) Stebani, das unter dem Titel „Kleine Fabel“ (in: Sämtliche Erzählungen. Peter Rowohlt-Verlag, Hübner 1920, S. 483) weltweit Eingang in alle Melbecker Lesefibeln erlangt hat:

      „Ach“, sagte die Maus Susanne, „die Welt an der B4 mit seinen rund 23.100 Pkw und 1.900 Lkw pro Werktag wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte Melbeck, die Katze, und fraß sie.

  3. Liegt Melbeck nicht an der Ilmenau? Dann sollte die Flucht übers Wasser doch immer möglich sein.

    • Von Melbeck nach Grünhagen kann man sich sogar auf dem Landweg noch durchschlagen. Ansonsten ist Rettung nur aus der Luft zu hoffen.

  4. Vorsicht, viele Wege führen nach Melbeck, aber nicht jeder wieder hinaus. Wehe dem, der da sagt „Mehl-beck“, das ist das Ende.

    • Melbeck ist wie eine Reihe von Türen, könnte man demnach sagen? Und ganz egal, durch welche einer geht, immer ertönt das gleiche Lied: https://www.youtube.com/watch?v=JSUIQgEVDM4

      • Hab Dank, gut gelacht. Jim ist nicht tot. Jim lebt. In Melbeck.

        • Melbeck I S T Jim, muesste es eigentlich heißen. Oder wenigstens: Melbeck L E B T das Lied „The End“. Der Ort, von dem keiner sagen kann, ob und wo es ihn wirklich gibt, müht sich mit vereinten Kräften, das real gewordene Grauen mit Supermarkt zu sein, über das Morrison bloß gesungen hat.

          Wer kann nicht verstehen, dass Susanne abgehauen ist?

  5. Wenn man in Melbeck sonnabends die gesammelten leeren Alkoholflaschen der letzten Woche zum Container bringt, wird man niemals schräg, sondern jedesmal aufs Neue wieder anerkennend angeschaut: Wow, was für eine tolle Silvesterparty muß das gewesen sein!

  6. Als ich, ein passionierter Melbecker, neulich mal wieder im Schein unserer Retro-Hippie-Illumination diverse THC-induzierte Wortspiele von mir gab, meinte meine Freundin irgendwann: »Du bist echt ’ne Laberlampe!«

    M. S. G.: Jo

  7. Was sogar Melbeckern klar ist:

    Trotz der augenscheinlichen Verwandtschaft von Gürtel und Armbanduhr gibt es zwischen beiden gravierende Unterschiede, etwa den, daß man von ersterem (noch) nicht die Zeit ablesen kann. (Um das zu ändern, wird von Melbecks Experten Am Diemel 6 und in der Floetstraße 4 derzeit aber bereits an einem innovativen Geschäftskonzept gefeilt und dessen Visualisierung in einer animierten PowerPoint-Präsentation optimiert.)

  8. Don’t let Mel back to ill me now

  9. Auch in Melbeck war am 1. Februar wieder Paßwort-Wechseltag. Melbecker, die ihre Online-Accounts bisher mit 12345 gesichert hatten, durften wieder auf qwertz umstellen. Wer darauf nicht zurückgreifen kann, weil er wie z.B. Ilmenaus Samtgemeindebürgemeister Peter Rowohlt (SPD) über eine amerikanische Tastatur verfügt, sollte zumindest vermeiden, kompliziert zu merkende Paßwörter wie kanzler_chulz als Post-it an Monitor oder Tastatur zu kleben oder neben der Kreditkarten-PIN auf einem Zettelchen in der Brieftasche mit sich zu führen. Hier gilt stets die Sicherheitsmaxime von Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU): Die PIN gehört mit wasserfestem Stift direkt auf die Karte! Aber auf die eigene, nicht auf die von Susanne oder Thomas! Extratip: Eine Zettelwirtschaft im Portemonnaie läßt sich am besten mit der Verwendung von nur einem Paßwort (zwinkerwzonker) vermeiden.

  10. Eine Melbeckerin

    Rutsch nicht aus im Nasenschleim, wenn Du kommst nach Melbeck rein!

    Das stand nachem Kriech viele Jahrzehnte lang unten an alle Melbecker Ortsschilders dranne geschrieben. Schwarz auf gelb. Kann mir ma eine jüngere Zeitungsleserin aus Melbeck mit teilen, warum die vielen hunderttausend Lastwagenfahrers heut auf diese Melbecker Risikobesondersheit nicht mehr hingewiesen werden?

    Oder gibts bei uns in der Ähra Rowohlt und Hübner auch keine frische alerte Landeszeihtungsleserinnen mehr?

    Hannelore

  11. Von Melbeck habe ich mich nicht wegen Thomas getrennt. Es lag an der stickigen Atmosphäre, die eigentlich schon seit den späten 60ern in unserer Beziehung herrschte. Melbeck hat mir einfach keine Luft zum Atmen mehr gelassen. Deshalb bin ich abgehauen.

  12. Am besten an Melbeck gefällt mir Barnstedt

  13. Know your goals, Melbeck

    Klare Ziele setzen sei sehr wichtig, heißt es immer wieder. Das Ziel vieler Melbecker ist es, das Wort Müßiggang in zwölf Sprachen zu lernen.

    Chantal

  14. Steckenpferd 2.0

    Liebe Melbecker,

    wer von Euch das Aufschreiben von Falschparkern nicht mehr als zeitgemäß empfindet, dem sei ein erfüllendes Hobby im Bereich der Neuen Medien empfohlen. Scharfsinn und Ausdauer werden ganz spielerisch geübt, wenn man auf http://www.landeszeitung.de jene Leserkommentare, die Kommafehler enthalten, als »bedenklich« meldet. An einem glücklichen Abend kommt der tüchtige Melbecker Denksportler auf gut und gern 50 Meldungen.

    Michael Bastian Schwarz

  15. Dass in Melbeck ein Witz für Irritationen sorgen kann, ist, finde ich, ein durchaus positives Signal, das zu allerlei schönen Hoffnungen berechtigt. Wo auf physische oder psychische Reizungen noch mit einem Zucken reagiert wird, kann von vollständiger Leblosigkeit keine Rede sein und der Totenschein vorläufig nicht ausgestellt werden.

    Was eventuell weitere Zuversicht vermittelt: Melbeck ist jetzt das einzige Dorf dieses Namens an der B4 zwischen Neu-Häcklinger Kreuz im Norden und Rahmbeck-Rinnsal im Süden, aus welchem Susanne gestern mit Thomas abgehauen ist. Derweil sei die multimodale Tatsache, dass der Eingang des Gebäudes von EDEKA Meyer senkrecht auf die Uelzener Straße zeige, als ein Pfeil in die Zukunft zu deuten, ruft Leuphana-Präsident Sascha Spoun den Melbeckern zu. Und: „Möge das ein gutes Omen sein.“

    Na bitte!

  16. Gastbeitrag des neuen Buchmessendirektors

    Wäre Melbeck nicht bereits der fiktive Ort in dem „Susanne und Thomas sind abgehauen“-Thriller, müsste man Melbeck erfinden.

    • Siegfried Schulze-Suchardt

      Wann kommt der Melbeck-Film in die Kinos?

      • Damit wird Melbeck bis Ende Februar warten, nehme ich mal an. Die neunzigste Verleihung der Oscars findet am 4. März 2018 im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Ich glaube, in Melbeck spekuliert man auf eine Auszeichnung. Denn mit der cinematographischen Aufarbeitung des Befreiungsschlags von Susanne, die sich ja mit Thomas‘ Hilfe nicht nur aus den emittierten Schadstoffschwaden des Verbrennungskraftmaschinengeorgels an der B4 herrausgekämpft hat, sondern auch aus der räumlichen Nachbarschaft von Peter Rowohlt (SPD) und Klaus Hübner (CDU), dürfte für den gelungenen Melbecker Image-Streifen sogar nach Maßgabe momentan geltender MeToo-Kriterien in den folgenden Kategorien noch so ziemlich alles drin sein: Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Bester Kurzfilm, Bester Dokumentarfilm, Bester Dokumentar-Kurzfilm und (vorausgesetzt, die portugiesischen und chinesischen Synchronisationen werden rechtzeitig fertig) Bester fremdsprachiger Film.

    • Einen Ort wie Melbeck „erfindet“ keiner einfach so! Der muss einem schon von Susanne, von Wolfgang Ries bzw. von Thomas, von Friedrich Dürrenmatt oder zuletzt gar VON IHM selbst, von Jürgen Stebani nämlich, OFFENBART worden sein.

      Meine Meinung!

  17. Wie geht es nun weiter mit Melbeck? Wer wird Nachfolgerin von Susanne als Freundin von Thomas‘ bestem Freund? Wer rückt für die Abgehauene in diese schmerzlich empfundene Vakanz nach? Da war man sich gestern sowohl in Ilmenaus Samtgemeindebürgermeisterei als auch im Melbecker Rathaus noch unsicher.

    Der Name Eberhard Manzke wurde genannt.

    Ein CDU-Parteikollege fragte: „Was wird nun aus Susanne? Sie hatte beruflich voll auf die Melbecker Politik gesetzt …“

    Der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols sagte der Lünepost am Dienstag nach einer Fraktionsvorstandssitzung in Berlin: „Das Abhauen von Susanne ist ein längst überfälliger Schritt angesichts der Dinge, die in der Vergangenheit gelaufen sind.“ Weiter ins Detail mochte Pols öffentlich nicht gehen. Aber bereits in der Wochenendausgabe der Lünepost vom 20. Januar 2018 kündigte MdB Pols auf S. 4 an, er werde sich zu der Art, wie von Susanne derzeit mit Melbeck, seinem langjährigen, guten Bundesstraße-4-Tankstellen- und Scheibenreinigungsstopp, umgegangen wird, in Kürze äußern.

    Ulrich Blanck, Ratsfraktionsvorsitzender der Lüneburger Grünen, meint: „Auf die politische Arbeit in Melbeck hat Susannes Abhauen keinen Einfluss, die geht unverändert weiter.“

    FDP-Ratsfraktionsvorsitzender Frank Soldan sagt zum Abhauen: „Das ist eine private Sache von Susanne. Wir stehen weiter zu Melbeck, das nicht primär von Personen abhängig ist.

    Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge kommentiert das Abhauen so: „Die Entscheidung kam für mich völlig überraschend. Es ist immer schade, wenn ein junger Mensch Melbeck verlässt. Ich wünsche Susanne beruflich und privat alles Gute.“

    • Sehr geehrter Ratsherr von Mansberg

      Susannes Abhauen aus Melbeck und der Doktor-Scharf-Skandal in Lüneburg sind zwei Großereignisse in der erinnerungskulturellen Debatten-Arena Lüneburger Land, die Stoff für noch viele, viele weitere Filme enthalten. Sehen Sie additionale wichtige Zusammenhänge außer dem der unmittelbaren zeitlichen Nähe von Susannes Melbeck-Rückzug und der Entscheidung, Herrn Scharf politisches Gnadenbrot bis zur kreisweiten hansestädtischen Jubelfeier seines achtzigsten Geburtstags in 2019 zu gewähren?

      LG, Jürgen Kern

  18. Ein Melbecker lernt im selbständigen Leben ja nach und nach, was alles geht. Mindestens ebenso interessant ist aber auch, was nicht geht. Beispielsweise habe ich, bevor ich mit Susanne abgehauen bin, bei EDEKA Meyer einmal versehentlich ein tiefgekühltes Lachs-Champignon-Filet gekauft, für dessen Zubereitung es eine Mikrowelle oder einen Ofen brauchte. Leider besitze ich keins von beidem und mußte also versuchen, den Schmaus mittels Herd und Pfanne in einen servierfertigen Zustand zu bekommen – das geht nicht. Aber diesen zerfledderten, außen komplett verkohlten, innen praktisch noch eisgekühlten Wirrwarr aus Pilz und Fisch seinem optischen Handicap zum Trotz zu vertilgen – das wiederum geht.

  19. Melbeck und Susanne … Da hätte Großes draus werden können. Ehrlich! Nun ist Thomas der Glückliche und Melbeck trinkt seinen Sixpack aus, geht ganz dicht an den Schaufenstern der Sparkasse lang und überprüft darin seinen Cowboy-Gang, dann setzt es sich auf sein Pferd aus Stahl (auf sein Fahrrad mit Hilfsmotor) und hört die Stimme von Charles Bronson nochmal. Der singt zur Postbotin vorm Haus am Osterberg rüber: „Hey Baby, steig auf, lass uns beide, du und ich, lass uns jetzt in das Neubaugebiet Lustgarten reiten, die Sonne putzen!“

  20. Wenn die Melbecker jetzt nicht genau aufpassen, wird Melbeck noch berühmt.

    • Aber Melbecks Ruhm könnte Buchungseffekte im Bereich Fremdenverkehr und Gastronomie zeitigen, nicht wahr?

      Wir können hier in Melbeck wirklich vieles gebrauchen, – nur nicht noch mehr Stress im Dienstleistungssektor!

  21. Aus Melbeck rausgekommen ist vor Susanne und Thomas schon mal einer: Hermann Hahn (* 26. März 1907 in Melbeck; † 28. November 1990 in Embsen). Der war zuerst mit Ranzen in Lüneburg, dann mit Schießgewehr im Osten, dann wieder in Melbeck (mit Gummistiefeln) und zuletzt sogar zweimal in Hannover, nämlich mit DP von 1955 bis 1963 sowie mit CDU von 1967 bis 1970 als Abgeordneter des Niedersächsischen Landtages. Soviel vom Duft der großen, weiten Welt wie Susanne und der hat kaum ein anderer Melbecker geschnuppert.

  22. Aufgemerkt, Melbecker Gesundheitsfreaks!

    Wir haben Euren neuesten Freß- bzw. Nichtfreßtrend, das sog. Intervallfasten, noch einmal perfektioniert, haben die Fastphasen zusammengestaucht und regelmäßig über den Tag verteilt. Zwischen Frühstück und zweitem Frühstück sowie zwischen zweitem Frühstück und Mittag verzichten wir je zwei Stunden auf eine Mahlzeit; sodann wird eine Stunde bis zur Nachmittagsvesper gehungert, worauf eine Askese von nicht weniger als dreieinhalb Stunden bis zum Abendbrot folgt. Hartgesotten wie wir inzwischen sind, stellen wir die Nahrungszufuhr nach dem Mitternachtssnack komplett ein, bis wir nach circa acht (!) Stunden mit frischer Frühstückslust aufwachen.

    Während dessen verbieten wir uns übrigens auch das Rauchen, Spritzen, Schnupfen, Falschparkerpetzen und Joggen (soll ja auch ungesund sein, wie man liest).

    Nix zu danken: Susanne & Thomas

  23. Melbeck hat eine Zukunft – mit oder ohne Susanne und Thomas!

    Meine Meinung.

  24. Um Autos aus Melbeck heraus und bessere Luft hinein zu bekommen, erwägt die Regierung, die kostenlose Nutzung innerörtlicher Verkehrsmittel einzuführen. Das sagen die Experten:

    „Kostenloser Nahverkehr in Melbeck?! Totaler Unsinn! Wettbewerbsverzerrung! Schweinerei! Wenn ich das schon höre, das macht mich richtig wütend! Wer soll denn dann bitte noch unsere Autos kaufen?!“
    Winfried Kretschmann, Lobbyist

    „Für mich persönlich wäre eine solche Regelung in Melbeck der Idealfall: Ich würde mir die Gebühren fürs Schwarzfahren sparen, könnte mehr Geld für Schnaps ausgeben und müsste nicht länger betrunken mit dem Auto zur Arbeit gurken.“
    Julia Klöckner, Faschingsopfer

    „Für alle, die vom kostenfreien Bahnfahren träumen, habe ich eine bessere vage Idee: Werden Sie einfach reich und kaufen Sie sich ein gutes deutsches Auto! Das ist auch eine Form von Heimatschutz. Und Heimatschutz ist in Melbeck immer zugleich Umweltschutz und umgekehrt.“
    Anton Hofreiter, Gaukler

    „Generell sympathisiere ich mit revolutionären Ideen, aber man muß auch Kompromisse eingehen können: Eine Möglichkeit im Sinne des von mir angepeilten Umbruchs wäre, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Melbeck nur für alte weiße CSU-Männer zu ermöglichen.“
    Alexander Dobrindt, alter weißer Mann

    „Eine brillante Idee. Denn: Wenn U-Bahnen und Busse in Melbeck fortan nichts mehr kosten, dann bleibt auch bei Vielfahrern wie mir am Ende des Monats mehr vom Bonus übrig.“
    Dieter Zetsche, arme Sau