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Für 1421 Lüneburger startet das Jahr denkbar schlecht

Lüneburg. Die Zahl der Arbeitslosen in Stadt und Landkreis Lüneburg ist über den Jahreswechsel deutlich gestiegen. Aktuell sind 5380 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 417 mehr als im Dezember. Das ist ein Anstieg um 8,1 Prozent. Damit liegt die offizielle Arbeitslosenquote in Lüneburg nun bei 5,7 Prozent – im Januar des vergangenen Jahres lag sie bei 6,0 Prozent.

Für Kerstin Kuechler-Ka­koschke, Chefin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, ist die Entwicklung nicht überraschend. „Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen beruht auf saisonalen und nicht konjunkturellen Faktoren. Mit Quartals- und Jahreswechsel enden befristete Arbeitsverträge“, nennt sie einen der Gründe für den Anstieg. „Zudem endeten die dreieinhalbjährigen Ausbildungen, und nicht alle jungen Fachkräfte konnten eine Anschlussbeschäftigung im Ausbildungsbetrieb finden.“ Das lässt sich auch aus weiteren Zahlen erkennen: 530 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren sind jetzt bei der Agentur arbeitslos gemeldet, 52 mehr als im Vormonat.

Anstieg bei den Jungen, aber auch bei den Alten

Der Anstieg zieht sich aber durch alle Altersgruppen, bei den Personen ab 55 Jahren sind nun 1081 Frauen und Männer arbeitslos, 59 mehr als im Vormonat. Und auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist leicht nach oben gegangen von 1559 auf nun 1592. Und bei den Geflüchteten sind 501 Frauen und Männer verzeichnet, die gerne arbeiten möchten und dürfen, 65 mehr als im Monat davor. Überhaupt ist deutlich mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt der Region als zuvor. Für 1421 Frauen und Männer begann das Jahr denkbar schlecht, sie wurden neu oder erneut arbeitslos. 1026 Personen wurden aus der Statistik gestrichen, allerdings fanden nur 313 von ihnen tatsächlich einen neuen Job, andere wurden zum Beispiel in Maßnahmen vermittelt.

Kerstin Kuechler-Kakoschke hofft auf Besserung. Sie verweist Unternehmen, die neuen Fachkräften eine berufliche Perspektive bieten möchten, auf den Arbeitgeber-Service vor Ort unter der kostenfreien Nummer (0800)  4555520. Für Jobsuchende sieht sie durchaus gute Chancen. „Die Arbeitskräftenachfrage, insbesondere bei Fachkräften, ist stabil. Sie sei zuversichtlich, dass mit dem Frühlingsbeginn die übliche Belebung einsetze.

Offene Stellen vor allem im Bereich Zeitarbeit

Im gesamten Agenturbezirk, dazu zählen auch Winsen, Buchholz und Uelzen, werden 4765 offene Stellen angeboten, darunter 882 neue Stellen. Die meisten Zugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (361 Stellen, darunter nimmt Zeitarbeit mit 327 Stellen den größten Posten ein), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (111 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (94 Stellen), Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (64 Stellen) sowie Verarbeitendes Gewerbe (51 Stellen).

Den ausführlichen Arbeitsmarktbericht finden Sie hier.

Von Alexander Hempelmann