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Mit diesem Entwurf ist vor etlichen Monaten im Stadtrat und im Kreistag für die Multifunktionshalle geworben worden. Inzwischen sind die Pläne mehrfach überarbeitet worden. Foto: landkreis

Arena-Bau steht vor der Ausschreibung

Lüneburg. Der Betreibervertrag für die geplante Arena Lüneburger Land mit dem Konzertveranstalter FKP Scorpio ist immer noch nicht unterschrieben. Trotzdem künd igt der Landkreis als Bauherr per Pressemitteilung schon die europaweiten Ausschreibungen für den ersten Bauabschnitt an. Vorgesehen ist zunächst ein Auftragsvolumen von 2,18 Millionen Euro. Die offizielle Ausschreibungsfrist für die Erdarbeiten für geschätzte 180 000 Euro auf dem Grundstück an der Lüner Rennbahn soll am 2. März beginnen. Bis dahin hofft Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, der Kreispolitik endlich einen unterschriftsreifen Betreibervertrag vorlegen zu können. Das schürt Hoffnung bei Andreas Bahlburg, Geschäftsführer der Erstliga-Volleyballer von der SVG, für die ursprünglich die Halle gebaut werden sollte.

Der Vertrag sollte im Januar ausverhandelt sein

Der Vertrag für den Betrieb sollte zuletzt im Januar ausverhandelt sein – eigentlich sogar schon im vergangenen Sommer. Jetzt soll es im Februar soweit sein. Krumböhmer sagt: „FKP Scorpio erarbeitet noch intern einen Business-Plan.“ Das werde wohl noch über eine Woche dauern. „In dem Moment, wenn das vorliegt, haben wir eine Basis auf der wir die noch offenen Punkte besprechen können.“ Parallel arbeite der designierte Betreiber in der Ausführungsplanung der Arena mit – in Kooperation mit dem vom Kreis beauftragten Architekturbüro ErnstQuadrat aus Stuttgart. Beispielsweise bei der Ausgestaltung der künftigen Küche. Nicht nur dort hatte der Konzertveranstalter umfangreiche Änderungswünsche (LZ berichtete).

Während der Betreibervertrag weiter auf sich warten lässt, erarbeiten die Stuttgarter Architekten die Details für die ersten Ausschreibungen. Direkt nach den Erdarbeiten soll der Rohbau angegangen werden. Die Ausschreibungsfrist für jenen rund zwei Millionen Euro schweren Auftrag soll am 22. März starten.

„Es freut mich, dass es weitergeht.“ – Andreas Bahlburg, SVG-Geschäftsführer

SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg sagt zur neuen Entwicklung: „Es freut mich, dass es weitergeht und nach den Monaten der Ruhe wieder Aktivitäten entstehen.“ Bis zum 31. März muss die SVG wieder ihre Erst-Liga-Lizenz beantragen für die Saison 2018/19. Dann soll erneut auch ein Ausnahmeantrag für die eigentlich zu kleine Gellersenhalle gestellt werden. „Wenn wir dann noch begleitend Bilder von der Arena-Grundsteinlegung als Beleg mitschicken können, bin zuversichtlich, dass wir die Ausnahmegenehmigung dann auch erhalten – und dann hoffentlich zum letzten Mal.“

Das nächste Top-Heimspiel der SVG wird indes wieder in der „CU Arena“ in Hamburg-Harburg stattfinden, am Sonnabend, 10. Februar, gegen den Deutschen Meister „Berlin Recycling Volleys“. Mit dem Spiel wollen sich die Lüneburger wieder an die größere Halle gewöhnen, als Vorbereitung auf die Playoffs, die sie bekanntlich abweichend von der Ausnahmegenehmigung grundsätzlich nicht in der Gellersenhalle bestreiten dürfen.

Sondersitzung geplant: Kreisrat bezieht Stellung vor der Politik

Entstehen soll eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle. Denkbar sind Veranstaltungen wie Konzerte, Feiern, Comedy, Ausstellungen, Kongresse oder Messen mit 50 bis 3500 Besuchern. Die Baukosten schätzt der Landkreis derzeit auf 10,3 Millionen Euro netto. Am Dienstag, 13. Februar, behandelt der Ausschuss für Hochbau und Energiesparmaßnahmen in einer öffentlichen Sondersitzung die Arena. Ab 16 Uhr berichtet der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer in der Hanseschule Oedeme über den Projektstand und antwortet auf aktuelle Anfragen aus der Politik.

von Dennis Thomas

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3 Kommentare

  1. Norbert Kasteinecke

    Ob sinnvoll oder nicht spielt hier keine Rolle mehr.
    Der Oberbürgermeister will es so – basta !

    Er ist ja schließlich und endlich der Oberbürgermeister.

    Wir hatten doch gerade erst eine größere Diskussion über Ge-Denkmäler – über dieses, seines, wird man noch lange reden – hoffentlich.

  2. Sicher ist hier noch gar nichts. Es wurde bisher gelogen, dass sich die (bisher nicht verbauten) Balken biegen. Aber es werden schon einmal millionenteure Fakten geschaffen – wenn die Kreistagsmitglieder mitspielen. Das Kostenkonzept ist löchrig. Das Betreibetrkonzept steht nicht. Ein Verkehrskonzept gibt es nicht. Vor allem über die zu erwartenden immensen zusätzlichen Kosten für die Gestaltung der Straßen- und Parkraumsituation ist noch gar nicht im Kreistag und Rat befunden worden, weil sie dort nicht zur Sprache gebracht worden sind. Über die wirtschaftlichen Folgen der Halle gibt es nur Märchenerzählungen. Was die SVG-GmbH tatsächlich beitragen kann, weiß niemand, da keine verlässlichen Marketing-Daten existieren. Und der „Betreibervertrag mit dem Konzertveranstalter“ der gleichwohl schon gewaltigen Einfluss auf die Planungen nimmt, ist noch nicht unterschrieben.

    Wie es aussieht ist auch noch der Ratsbeschluss vom 22. Juni 2017 wegen der Missachtung prozeduraler Pflichten beim Befinden über das Mitwirkungsverbot von zwei SVG-Mitarbeitern bei Hallenabstimmungen rechtswidrig und damit nichtig.

    Siehe: https://jj12.wordpress.com/2017/10/27/wie-man-eine-entschuldigung-umschifft-ich-war-doch-nur-der-bote/#comment-1336

    und: https://jj12.wordpress.com/2017/11/06/lueneburgs-hausgemachtes-sylt-syndrom/#comment-1381

  3. Mädge begräbt Hallenpläne

    Der OB widerspricht sensationell allen Pro-Arena-Argumenten: „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der der zeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“ Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“
    Aus der LZ vom 17.März 2008
    Gefunden bei Bembel/Jenckel: https://jj12.wordpress.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1507

    MfG, Adrian Schulz