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Bürgermeisterin Silke Rogge und Ortsplaner Frank Patt sehen sich einen Plan des Baugebiets Süderfeld III an. Foto: t&w

Baugebiet in Sichtweite

Vögelsen. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des Wohngebiets Süderfeld III ist gemacht: Der Bauauschuss der Gemeinde Vögelsen empfahl jetzt eins timmig dem Gemeinderat, dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 19 „Süderfeld III“ zuzustimmen. Jetzt wird sich der Verwaltungsausschuss mit dem Thema beschäftigen, der endgültige Beschluss fällt in der Ratssitzung am Donnerstag, 22. Februar.

Das Thema Süderfeld III sorgt schon seit langem für gut gefüllte Räumlichkeiten bei Rats- und Ausschussitzungen in Vögelsen. Auch jetzt waren rund 30 Zuhörer dabei – wohl je zur Hälfte Kritiker des Vorhabens, vor allem aus dem an das Baugebiet direkt angrenzenden Kiefernweg, und Interessenten an einem Baugrundstück.

Vor allem Befürchtungen vor zunehmendem Autoverkehr, aber auch vor einer Verschattung durch die auf höher gelegenenem Gelände geplanten Wohnhäuser im Wohngebiet Süderfeld III hatten Anwohner seit Beginn der Planungen auf die Barrikaden getrieben.

Anwohner mit der Begrenzung der Traufhöhe nicht zufrieden

Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss der Gemeinde zunächst dem Rat empfohlen, die zugelassene Firsthöhe der an den Kiefernweg angrenzenden Häuser von neun auf sieben Meter abzusenken. Eine Woche später entschied der Rat anders, beließ es bei der zugelassenen Firsthöhe, der obersten Dachkante, von neun Metern. Dafür senkte er die zugelassene Traufhöhe, etwa der Punkt, wo Seitenaußenwand und Dachkante aufeinandertreffen, auf 4,50 Meter ab – so sollen wuchtige Stadtvillen verhindert werden.

Zum wiederholten Male wurden daraufhin die Unterlagen zum Bebauungsplan öffentlich ausgelegt – in der Zeit vom 4. bis 19. Januar und „eingeschränkt“, also mit der Möglichkeit, zu der Ende Dezember eingeführten Änderung Stellung zu nehmen.

Dass verschiedene Anwohner mit der Begrenzung der Traufhöhe nicht zufrieden gestellt sind, wurde in der Sitzung des Bauausschusses schon in der Einwohnerfragestunde klar. „Die Begrenzung der Traufhöhe nützt uns nicht, die Häuser können trotzdem 8,70 oder 8,80 Meter hoch werden und verschatten unsere Grundstücke“, klagte ein Anwohner. „Wir sind die Leidtragenden. Sind wir denn nichts wert?“ Das ließ Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) nicht auf sich sitzen, konterte: „Wir sind seit langem im Dialog. Wir haben das Baugebiet im Verlauf von drei Jahren entwickelt, haben viele Gespräche geführt, frühzeitige und reguläre Öffentlichkeitsbeteiligungen durchgeführt.“ Und Rogge betonte, man sei den Anwohnern auch in verschiedenen Punkten entgegengekommen.

Ortsplaner Frank Patt fasste die Ergebnisse der eingeschränkten öffentlichen Auslegung aus dem Januar zusammen, erklärte, dass vom Landkreis Lüneburg keine neuen Hinweise gekommen seien. Dafür seien von „einer Reihe von Anwohnern Hinweise eingegangen“, erklärte Patt – insgesamt 41 Seiten. Darin sei etwa kritisiert worden, dass die zulässige Traufhöhe der an den Kiefernweg angrenzenden Häuser nicht auf sieben Meter abgesenkt, die Geländebeschaffenheit nicht ausreichend gewürdigt worden sei. Auch, dass Bewohner des künftigen Gebiets Süderfeld III denen im bestehenden Kiefernweg „ins Haus gucken können“, wiege nicht so schwer, dass ein „größerer Puffer“ zwischen bestehender und künftiger Bebauung notwendig sei.

Vorgesehen sind mehr als 70 Wohneinheiten

Patt: „Wir müssen auch das Gebot des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden beachten.“ Insgesamt, so der Ortsplaner, seien die Planungen für das Gebiet Süderfeld III, auch für die direkt angrenzenden Anwohner „zumutbar“. Das sah auch der Ausschuss so, der sowohl über die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen als auch über den Satzungsbeschluss einstimmig befand.

Stimmt auch der Gemeinderat dem zu, wäre laut Silke Rogge in Kürze auch der Weg frei für Erschließung und Verkauf der Grundstücke in dem rund 5,9 Hektar großen Gebiet im Südwesten Vögelsens. Vorgesehen sind mehr als 70 Wohneinheiten. Mit der Einrichtung des neuen Baugebiets soll auch dem seit zehn Jahren anhaltenden Bevölkerungsrückgang in Vögelsen engegengewirkt werden.

Von Ingo Petersen

One comment

  1. Dem Argument, das mit dem Baugebiet dem Bevölkerungsrückgang entgegengewirkt werden soll, kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
    Nach meinem Kenntnisstand werden die Grundstücke an Interessenten vergeben, die 1. Bereits in Vögelsen zur Miete wohnen, 2. Ausserhalb Vögelsen zur Miete wohnen, aber aus Vögelsen kommen und 3. Bereits in Vögelsen Eigentum haben. Zumindest den ZUgewinn von Neubürgern in Vögelsen hat man nicht im Auge. Eher so nach dem Motto „von Vögelsenern für Vögelsener“. Wenn Lüneburg sich auch so aufgestellt hätte, wäre die Bevölkerung geschrumpft und nicht gewachsen.