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So könnte das geplante Gebäude mit Generationentreff und Tagespflege im Erdgeschoss aussehen. Hier zu sehen ist die dreigeschossige, B-Plan-freie Version. Das viergeschossige Gebäude wäre rund anderthalb Meter höher. Foto: von Lieberman

Alle unter einem Dach

Reppenstedt. Die Gemeinde Reppenstedt plant die Errichtung eines Generationentreffs im Baugebiet „Eichenhof“ am Weidenring – diese Pläne nehmen allmählich Form an. Investor und Grundstücksbesitzer, Arndt von Lieberman, und sein leitender Architekt, Wolfgang Dimke, haben jetzt erste Entwürfe dem Bauausschuss der Gemeinde Reppenstedt präsentiert. Das Duo unterstrich: Bevor jedoch ein Bauantrag gestellt werden könne, müssten zunächst noch ein paar Steine aus dem Weg geräumt werden.

Auf einer Grundfläche von 560 Quadratmetern soll im vierten Bauabschnitt des Baugebietes „Eichenhof“, ein 200 Quadratmeter großer Mehrgenerationentreff, entstehen mit einer angeschlossenen, rund 250 Quadratmeter großen Tagespflege mit 15 Plätzen – das sind die Vorstellungen von Liebermans. Sein Konzept erläuterte er in der jüngsten Sitzung des Gremiums: „Wir wollen eine würdige Pflege in Reppenstedt – und eine Tagespflege zum Beispiel fehlt in den Quartieren des Eichenhofes.“

Würdige Pflege in Reppenstedt

Eine „lebendige Fassadengestaltung mit Verblendsteinen, Holz- und Putzflächen und Pultdach mit Begrünung“ solle es geben, umrissen die Planer das Aussehen des Komplexes. Im Erdgeschoss des Gebäudes hätten der Generationentreff, die Tagespflege sowie zwei bis drei Gästezimmer Platz. Darunter könnte eine Tiefgarage liegen. Im mittleren Bereich könnten auf ein oder zwei Etagen barrierefreie Mietwohnungen entstehen, die über einen Fahrstuhl erreichbar sein sollen, damit „die Wohnungen auch für ältere Menschen geeignet sind“.

Eine große Frage ist die Höhe des Hauses: drei- oder viergeschossig? Denn danach bemesse sich die Zahl der Wohnungen. Während der Bebauungsplan in diesem Bereich von drei Etagen ausgeht, hätte von Lieberman gerne vier. Sein Argument: Der Mehrgenerationentreff sei quasi eine Zugabe von ihm, den müsse er nicht bauen, also möge man ihm entgegenkommen. Er wünscht sich nun, dass Politik und Gemeinde reagieren und auf seine Linie einschwenken.

Sorgen um die Nachbarschaft

Ein Mitglied des Ausschusses machte sich Sorgen um die Nachbarschaft, Stichwort Verschatung: Hier sei mit dem „größten Einspruch der Anlieger“ zu rechnen. Ergebnis der Debatte: Lieberman und Dimke sollen einen weiteren Entwurf nachreichen, der die Verschattung verdeutliche.

Von Lieberman blieb gelassen: „Die Angst, vor einem Monumentalbau zu stehen, halte ich wegen der Bäume für ausgeschlossen.“ Denn vier 23 bis 27 Meter hohe Eichen in diesem Bauabschnitt seien höher als das Gebäude.

Ein weiteres Problem dreht sich um den Generationentreff. Ein Träger ist noch nicht gefunden worden. Gespräche der Gemeinde Reppenstedt etwa mit einem Anbieter aus Salzhausen oder den Lüneburger Johannitern waren erfolglos.

„Am besten wäre es, wenn die Samtgemeinde Gellersen selbst Betreiber wird“

Von Lieberman wirkt noch unentschieden. Einerseits sagte er: „Es wird keinen Mehrgenerationentreff geben, wenn wir niemanden finden, der da täglich die Organisation übernimmt.“ Andererseits schließt er nicht aus, selbst der Betreiber des Treffs zu werden und mit der Gemeinde einen Mietvertrag über 20 Jahre zu schließen. In seinen Augen wäre es allerdings „am besten, wenn die Samtgemeinde Gellersen selbst Betreiber wird“.

Auch die Eigentümer des bestehenden KerVita-Seniorenzentrums planen laut Ausschuss demnächst eine Tagespflege in Reppenstedt. Jürgen Hesse von der Sozial ökologischen Liste betonte an dieser Stelle: „Unsere Pläne sollten allerdings nicht an einen Konzern gebunden sein, denn KerVita ist recht teuer und daher für die normale Bevölkerung wenig geeignet. Wir brauchen etwas, was für jeden bezahlbar ist.“

Von Patricia Luft

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