Aktuell
Home | Lokales | Grüne fordern Verhüllung des Gedenksteins
Der umstrittene Gedenkstein für die Toten der 110. Infanterie-Division. (Foto: be)
Der umstrittene Gedenkstein für die Toten der 110. Infanterie-Division. (Foto: be)

Grüne fordern Verhüllung des Gedenksteins

Lüneburg. Die Grünen fordern die Verhüllung des umstrittenen Gedenksteins, der am Springintgut an die Toten der 110. Infanterie-Division erinnert. Bis abschließend geklärt sei, wie mit der Tafel umgegangen werden soll, dürfe sie nicht länger gezeigt werden. Ulrich Blanck, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, kündigte an, einen entsprechenden Antrag in die Märzsitzung des Rates einbringen zu wollen.

Das Ehrenmal sei gerade in Verbindung mit der „unvollständigen und in Teilen auch einfach falschen Kommentierung durch die Tafeln der Manzke Friedensstiftung“ für viele Bürger der Stadt, aber auch für die Angehörigen der Opfer ein Stein des Anstoßes, schreibt Blanck weiter: „Wir sind uns sicher, dass nach den uns allen heute vorliegenden geschichtlichen Erkenntnissen dieser Stein so heute nicht aufgestellt werden würde.“

Der Grünen-Fraktionschef bezieht sich auch dabei auf einen Beitrag des ehemaligen Deutschen Botschafters in Weißrussland, Gebhardt Weiss. Danach habe die Affäre um die Äußerungen von Bürgermeister Gerhard Scharf an dem Ehrenmal das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland international geschädigt. lz

Mehr dazu: 

https://jj12.wordpress.com/2018/02/04/es-geht-nicht-nur-um-lueneburg/

8 Kommentare

  1. Norbert Kasteinecke

    Die „Grünen“ fordern mal wieder.

    War eine schöne Zeit, als die „Grünen“ noch grün waren.

    An anderer Stelle las und kommentierte ich gerade, dass die „Grünen“ von Denkverbot sprechen – aber dies ist ja etwas ganz anderes !
    Hier wird ja nur sichergestellt, dass alle dasselbe denken.

    Na dann.

  2. Vielleicht können die „Grünen“ für die Verhüllung des Gedenksteines Christo noch begeistern. Dann wird vielleicht noch ein Kunstwerk daraus. Herr Manzke müsste seine Stiftung aber anschließend ggf. in Friedens- und Kunststiftung umbenennen.

  3. Norbert Kasteinecke

    Noch etwas zu diesem Ge-Denkstein:

    Hat eigentlich irgendjemand einmal die Rede des Perikles gelesen?

    • ICH GLAUBE NORBERT kASTEINECKE BEZIEHT SICH AUF DIE REDE DES PERIKLES FUER DIE NICHT GEBORGENEN TOTEN DER ATHENER IM KRIEGE GEGEN SPARTA UND ER HAT WOHL JENE STELLE GEMEINT; AN DER ES ETWA HEISST: „DENN DER MENSCHEN GRAB IST DIE GANZE ERDE UND NICHT TOTE STEINE ZEUGEN VON IHREM LEBEN; SONDERN IHRE WERKE UND WORTE.“

  4. Die neue Regierung sollte ein Gesetz verabschieden in dem das Beschmutzen des Gedenken unserer Toten und üble Nachrede gegenüber unseren Toten des zweiten Weltkriegs unter Strafe gestellt wird.

    • Hallo Peter, Sie rennen bereits weit offen stehende Türen ein. Die Störung der Totenruhe wird nach deutschem Strafrecht (nach Strafvorschrift § 168 StGB) bei einem vorsätzlichen Tatbestand mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft; auch der Versuch ist strafbar.

      Auch das Beschmutzen von Gedenksteinen, das als Sachbeschädigung gilt, ist in Deutschland eine Straftat. Den Grundtatbestand der Sachbeschädigung regelt § 303 StGB, der wie folgt lautet: „(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert. (3) Der Versuch ist strafbar.“

      Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass es einen (oder mehrere) identifizierte Täter gibt. Pauschale Beschuldigungen und Vorurteile à la Dr. Scharf („die Linken“) spielen in der deutschen Rechtsprechung – Gott sei’s gedankt – (noch) keine Rolle.

      Aber eher doch wohl den vielen einzelnen, individuellen Soldaten als pauschal „unseren“ Toten des zweiten Weltkriegs (beim sogenannten Zweiten Weltkrieg von 1939 bis ’45 handelt es sich um eine Serie deutscher Überfall- und Angriffskriege) sind nicht „wir“ (wer sollte das auch sein?), sondern vor allem deren Angehörige und wiederum deren Nachkommen nicht „Dank“, sondern Gedenken schuldig. Die möchten vielleicht das Andenken an „gefallene“ (= getötete oder umgekommene) Familienmitglieder und Freunde pflegen. Manche vor allem, weil „wir“ (Ich jedenfalls!) immer wieder fassungslos vor der Tatsache stehen, dass hunderttausende junger Menschen von Millionen älterer Menschen als Schlachtvieh und als Schlächter in dieses teuflische Treiben geschickt worden sind. — Aber ganz sicher sind „wir“ NICHT der abstrakten Institution einer riesigen Mordmaschine gegenüber, wie sie die 110. Infanterie Division aus Lüneburg ohne jeden möglichen Zweifel darstellte, zu ehrendem Gedenken „verpflichtet“ – und schon überhaupt gar nicht zu Dank! Was vor dem Denkstein Am Springintgut seit Mitte der 60er Jahre betrieben wird (sofern der Klotz überhaupt jemanden interessiert, solange nicht irgendwelche Neonazis Video-Unfug mit ihm anstellen oder irgendein ein Dummkopf schwachsinnige Sprüche draufsprüht), ist purer widervernünftiger, abergläubischer Götzendienst vor einer ausgedachten, geschichtsverfälschenden Fantasiefratze, die ihre Vitalität ursprünglich aus der manipulativen „Geschichtspolitik“ heuchlerischer Tat- und Schuldverschleierung herleitete und ihre letzten, rest-vitalen Zuckungen heute allein noch aus Lügen und sentimentaler Landser-Heftchen-Romantik bezieht.

      • Superklasse Gedenkstein-Kommentar, Herr Röpke! Das Wesentlich knallhart und glasklar auf den Punkt gebracht. Eine Eins mit fünf Sternchen von mir!

  5. Der Stein erinnert an gefallene Soldaten!

    Egal ob die Einheit in Ozarichi eingesetzt war, in Stalingrad,oder im Führerbunker zum Kaffee kochen, Es waren Menschen die getötet wurden.
    Familienväter, Ehemänner, teilweise fast noch Kinder deren Mütter auf ihre Heimkehr gewartet haben.

    Kriegsverbrechen wurden mehr als genug von allen beteiligten Kriegsparteien begangen, das war nicht nur ein Monopol der Deutschen.
    Krieg ist schmutzig und grausam.
    In anderen Ländern wird deren Soldaten aber in Ehren gedacht und sie werden nicht bespuckt, egal in welcher Einheit sie kämpfen mussten.
    Hier geht es aber nicht darum wer etwas gemacht hat oder nicht, hier geht es um das Gedenken an tote Menschen.

    Natürlich muss den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, dem Leid das sie erfahren haben, die Torturen die sie durchstehen mussten.
    Aber auch Millionen von Deutschen haben viel Leid erfahren, sind gestorben.
    Das wird gerne dabei vergessen.

    Ich kann mich noch gut an den Aufschrei nach der Bundestagswahl 2017 erinnern.
    „Wie kann es sein dass eine rechtspopulistische Partei 12,6% bekommt?“
    Genau durch solche Vorstöße der Grünen, Gedenksteine für Deutsche Kriegsopfer zu entfernen, oder keine Deutschlandflaggen zur EM zu hissen weil das Nationalistisch ist, sorgen sie für regen Zuspruch für die jetzt oppositionsführende Partei.

    Gedenkkultur ja bitte, aber nicht als Einbahnstraße!