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Josef Röttgers (l.) und Heiner Luhmann geben die Hoffnung nicht auf, auch die offiziell versorgten Kommunen ihrer Samtgemeinden in das neue Glasfasernetz integrieren zu können. (Foto: dth)
Josef Röttgers (l.) und Heiner Luhmann geben die Hoffnung nicht auf, auch die offiziell versorgten Kommunen ihrer Samtgemeinden in das neue Glasfasernetz integrieren zu können. (Foto: dth)

Frist verlängert, Messlatte tiefer gelegt

Bardowick/Reppenstedt. Die Frist für die Anmeldung zum Breitbandausbau per Glasfaser in Reppenstedt, Bardowick und Vögelsen wird verlängert und die Messlatte im zweiten Anlauf sogar etwas niedriger gelegt. „Wir haben die angestrebte 50-Prozent-Quote noch nicht erreicht“, sagt Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers. Das war das Ziel bis Ende Januar. Doch derzeit liegen für die insgesamt 7225 Haushalte in den drei Kommunen erst zu rund 35 Prozent Vorverträge mit der privaten NGN Telecom vor. Bardowicks Verwaltungschef Heiner Luhmann sagt: „Im Prinzip fehlen uns noch rund 500 Verträge in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt, um doch noch anfangen zu können.“ Und das, obwohl auch die 50 Prozent rechnerisch nicht erreicht wären.

„500 weitere Vorverträge bis Ende Februar ist eine realistische Größenordnung“, sagt Matthias Theisen, Geschäftsführer von NGN Telecom. Allerdings entspräche dies einer Vorvertragsquote von nur 43 Prozent. Trotzdem würde das Unternehmen mit dem Glasfaserausbau beginnen. Theisen: „Wir gehen ein gutes Stück in Vorleistung, sind aber überzeugt, dass sich nach Beginn der ersten Bauarbeiten noch viele weitere anschließen werden, wenn sie sehen, dass das Projekt umgesetzt wird.“ Gellersens Verwaltungschef Röttgers sagt: „Zuletzt hat die Nachfrage erheblich angezogen. Das Projekt jetzt an einer Frist scheitern zu lassen, wäre auch unfair denjenigen gegenüber, die schon unterschrieben haben und sich große Hoffnungen machen.“

Zusage der Klosterkammer

Einen weiteren Grund für die Fristverlängerung bis Ende Fe­bruar nennt Luhmann aus Sicht des Fleckens Bardowick: „Wir haben vollkommen unterschätzt, wie viele Eigentümergemeinschaften wir haben.“ Und viele davon müssten oft erst in Versammlungen einstimminge Beschlüsse herbeiführen, ob sie am von den Kommunen begleiteten Glasfaserausbau teilhaben wollen. Einfacher sei es bei vielen Erbpachtverhältnissen. Luhmann: „Wir haben von den beiden größten Erbpachtgebern, dem Lüneburger St. Nicolaistift und der Klosterkammer Hannover, generelle Zusagen erhalten, verbunden mit dem ausdrücklichen Wunsch, ihre Grundstücke beim Glasfaserausbau zu berücksichtigen.“ In dieser Woche stünden Interessierten die Verwaltungsmitarbeiter in den Rathäusern Bardowick und Reppenstedt für Beratungen zu den Glasfaseranschlüssen zur Verfügung, ab kommender Woche würden wieder Beratungsbüros in den Gemeinden eingerichtet.

Unterdessen finden laut Röttgers derzeit die Streckenbegehungen für das erste Ausbaugebiet der beiden Samtgemeinden statt.

Noch im Februar sollen die Bauarbeiten an den neuen Knotenpunkten für das kommunale Glasfasernetz in Kirchgellersen, Wittorf und Radbruch beginnen. Rund 3500 Gebäude von Südergellersen über Mechtersen bis Barum sollen in Kooperation mit der „ElbKom“, dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch, mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt werden. Das kommunale Netz soll später von NGN Telecom gepachtet und betrieben werden. Mit der privatwirtschaftlichen Erweiterung des Netzausbaus auf die eigentlich als mit Breitband versorgt geltenden Kommunen Bardowick, Reppenstedt und Vögelsen sollen in der Netzinfrastruktur der beiden Samtgemeinden gleiche Verhältnisse hergestellt werden.

Grünes Licht im Kreisausschuss

Vertrag mit der Telekom nimmt nächste Hürde

Der Lüneburger Kreisausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung dem Vertragsentwurf mit der Telekom endlich zugestimmt, das teilte Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer mit. Damit rückt der Breitband-Ausbau in den als unterversorgt geltenden Gebieten im Kreis näher – das Ausbaugebiet reicht von Amelinghausen, Barnstedt, Barendorf und Bleckede bis nach Dahlenburg und Stiepelse und umfasst insgesamt 14 359 Haushalte. Für den Ausbau soll die Telekom 16,7 Millionen Euro Zuschuss erhalten – von Bund, Land, Kreis und Kommunen. Die Hälfte soll durch Bundesförderung bestritten werden. Doch dafür muss zunächst das Beratungsunternehmen „atene Kom“ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur den Vertrag zwischen Kreis und Telekom prüfen, bevor er unterschrieben wird. Krumböhmer: „Wenn alles gut läuft, können wir Ende März mit einem Förderbescheid rechnen.“ Dann könne der 18-monatige Ausbau beginnen. dth

Von Dennis Thomas

9 Kommentare

  1. Es soll also an den vielen Eigentümergemeinschaften liegen, dass es immer noch nicht genügend Verträge gibt? Ob es eher daran liegt, dass die Menschen Verträge auch lesen können? Die angeblich so schnelle Glasfaserverbindung wird dann schnell mal zur Schnecke, außer man nimmt die Tausender-Verbindung , die kaum ein Privathaushalt braucht. Man sollte dann aber auch auf den Preis achten. Warum soll ein Privathaushalt nur mit einer 50 m-bit Verbindung zufrieden sein, wenn er eine 400 m-bit Verbindung für das gleiche Geld bekommt? Aus Solidarität für Unternehmer? Geschäfte sind dann immer gut , wenn beide Seiten davon profitieren. Wenn die Folgeverträge verbessert würden, könnte ich mich entschließen ebenfalls einen Vertrag zu unterschreiben. So aber nicht.

  2. Wo gibt es eine echte 400 Mbit/s Leitung, die mit der Glasfaser vergleichbar ist? Meinen sie das Kabel Angebot von Vodafone für 49,99€?

    • Hans Semmel
      jein. zweite frage: in reppenstedt. für 19,99 nach 12 monaten 44,99 nennt sich red internet&phone 400 cable. getestet und zwar regelmäßiger speedtest von verschiedenen anbietern. bin gerade etwas schneller unterwegs als 400Mbit/s

      • Auch Vodafone sagt, dass Glasfaser die Zukunft ist, nur betteln sie um Subventionen für den Ausbau. Irgendwann ist das alte Fernseh-Kabel aus den 90ern an seiner Grenze. Da ist es doch schön, wenn hier im „Kaff bei Lüneburg“ (Lindholm), eine Glasfaserversorgung ermöglicht wird. Momentan habe ich auch die 400Mbit/s Leitung – nur weil es hier 25 Mbit/s Upload gibt. Den gibt es bei dem Glasfaser Versorger schon im kleinsten Paket. Wenn das nichts taugt, steige ich halt nach 2 Jahren wieder aus.

        • Hans Semmel
          wenn sie sich die tarife und die kosten mal genau anschauen, stellen sie fest, was sie zusätzlich alles noch bezahlen müssen. pro telefonleitung usw. die fritzbox gibt es auch nicht kostenlos. und je mehr sich für glasfaser entscheiden, je mehr wird das ,,alte,, fernsehkabel entlastet. vodafone bietet jetzt schon in einigen gebieten die 500Mbit/s leitung und zwar mit ihrem ,,alten,,fernsehkabel.

          • Das Problem iist natürlich, dass eben NIEMAND auf das Glasfaser wechseln kann, wenn alle so denken wie Klaus Bruns. Vodafone wird somit in ein paar Jahren genau die beschriebenen Überlastungsprobleme bekommen. Wie man wunderbar in der Lüneburger Innenstand sehen kann, wird von deren Seite dann auch so schnell keine Erweiterung des Netzes durchgeführt, sondern lieber der Mangel verwaltet.

            Sicherlich ist der Glasfaserausbau für die heute Situation starker Konkurrenz ausgesetzt, jedoch ist dieser Anschluss zukunftsorientiert. Es bleibt ja unbenommen in zwei Jahren wieder auf den alten Kabelanschluss zurück zu wechseln. Dies kann dann immerhin mit dem guten Gefühl getan werden, dass man durch seine vorherige Ablehnung es nicht ALLEN anderen verwehrt hat hier zukunftsorientiert zu handeln.

  3. Egon
    ihre behauptung stimmt so nicht. auch vodafone schläft nicht. die konkurrenz belebt das geschäft. und wer weiß ,was in zwei jahren alles möglich ist? vielleicht braucht man dann schon kein kabel mehr, um schneller zu werden? und warum soll der privatmann für firmen bluten, die eine schnellere verbindung brauchen, oder nur haben wollen?

  4. so, wie wäre es mal auf den punkt zu kommen? wer braucht so schnelle verbindungen? menschen ohne hirn. wenn der intelligente stromzähler sich erst mit der zahnbürste, dann mit der waschmaschine vielleicht demnächst auch mit dem klo und garantiert mit dem chef der elektrogeräte, dem kühlschrank in verbindung setzt, wird es für den menschen zu spät sein. sein wallnußgroßes gehirn wird die tatsache nicht mehr erkennen, wenn der kühlschrank sich mit der bank und amazon in verbindung setzt, um die kohlenstoffeinheit-mensch am leben zu erhalten. der lieferheld von amazon wird genau so dämlich aussehen wie in der werbung. er kann nämlich nicht mehr eigenständig ein fahrzeug führen.- deswegen kommt er auch mit einem fahrzeug, was völlig allein fährt. und da die gesundkeitskarte auch überflüssig wird, es reicht ein chip unter der haut, wird der kühlschrank auch den nächsten termin mit einer krankenstation selbstständig vereinbaren. der chip unter der haut der kohlenstoffeinheit wird den weg weisen.

    • Hausbesitzer auf dem platten Land, die jetzt den Glasfaseranschluß ablehnen, mögen in 10 Jahren bitte nicht rumjammern, wenn ihre „Hütte“, die sie sich eigentlich als Altersvorsorge für die Pflege mühsam zusammengespart haben, zum Ladenhüter wird. Heute würde ja auch niemand ein Haus jwd in der Pampa ohne Strom- und Wasseranschluß kaufen.

      Glasfaserverweigerer von heute vererben die Schrottimmobilien von morgen. Wollen wir das?