Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Walter Leal wird auch in den nächsten Jahren wieder viel weltweit unterwegs sein – als Mitglied des Weltklimarats, dem er zum zweiten Mal angehört. (Foto: A/wege)
Walter Leal wird auch in den nächsten Jahren wieder viel weltweit unterwegs sein – als Mitglied des Weltklimarats, dem er zum zweiten Mal angehört. (Foto: A/wege)

Walter Leal weiter international gefragt

Adendorf. Er lebt in Adendorf, arbeitet an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, ist aber weltweit unterwegs. Künftig noch öfter: Klimaexperte Professor Dr. Dr. h.c. Walter Leal wurde zum zweiten Mal nach 2010 ausgewählt, im Weltklimarat des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) als „Lead Author“, als Hauptautor, mitzuwirken.

Leal ist Leiter des Forschungs- und Transferzentrums „Nachhaltigkeit und Klimafolgenmanagement“ an der HAW und hat seit 2007 eine Professur für Klimafolgenmanagement und Gesundheit inne. Die LZ erreichte den 53-jährigen Wissenschaftler im österreichischen Graz. Dort gehört er in diesen Tagen zu den Organisatoren des Weltsymposiums zur Kommunikation über den Klimawandel.

Herr Leal, was ist eigentlich der IPCC?

Walter Leal: Der IPCC ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen. Sie bewerten anhand anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel. Ziel ist es, in dem Bericht die Grundlagen für politische Entscheidungen vorzulegen. Die Berufung ist eine große Ehre für mich und zeigt, dass die HAW Hamburg international als eine bedeutende Forschungseinrichtung wahrgenommen wird.

Welches sind Ihre Themenbereiche im Rahmen der Arbeit des Weltklimarats?

Insgesamt werden im Weltklimarat in den nächsten Jahren 14 Themenbereiche bearbeitet. Meine Themen sind Klima, Armut und Nachhaltigkeit. Da geht es zum Beispiel darum, wie sich der Klimawandel auf die Entwicklung der Armut auswirkt. Oder auch darum, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Landwirtschaft hat.

Wann soll der Bericht vorgestellt werden?

Der Bericht soll 2022 veröffentlicht werden. 2014 wurde der Bericht in Yokohama in Japan vorgestellt, wo Wissenschaftler mit Vertretern von Regierungen aus aller Welt zusammentrafen. Damals warnte der Weltklimarat eindringlich vor den Folgen der Erderwärmung.

Wie gestaltet sich Ihre Arbeit konkret?

Im ersten Schritt ist geplant, dass sich die Beteiligten an einem Ort irgendwo auf der Welt treffen, um die gemeinsame Arbeit abzustimmen. Das wird eine arbeitsintensive Woche. Anschließend wird im Heimatland gearbeit. Weitere Treffen gibt es mindestens einmal im Jahr.

Werden Sie für Ihre Arbeit im Weltklimarat von Arbeiten an Ihrer Hochschule freigestellt?

Nein, die Tätigkeit werde ich in die Arbeit an der Hochschule integrieren. Das kommt auch bei den Studierenden gut an. Die bekommen große Augen, wenn sie die Chance haben, an praktischen Projekten mitzuarbeiten.

Von Ingo Petersen