Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer (r.) im Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel beim neuen Video-Format der LZ mit dem Namen „11.30 Uhr“ im Cafe „Meyerei“ am Sand. (Foto: lz)
Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer (r.) im Gespräch mit Hans-Herbert Jenckel beim neuen Video-Format der LZ mit dem Namen „11.30 Uhr“ im Cafe „Meyerei“ am Sand. (Foto: lz)

Politiker löchern Koordinator der Arena mit Fragen

Lüneburg. Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer geht davon aus, dass die Halle im August 2019 eröffnet wird. Und prompt hat er Ärger. Die Grünen wollen am Montag auf Basis des 11.30-Uhr-Videos der LZ eine Anfrage für den nächsten Rat diskutieren. Der CDU-Kreistagsabgeordnete Eckhard Pols zweifelt Zahlen an, die Krumböhmer im Video nennt.

Der Erste Kreisrat Krumböhmer erklärt zum einen, dass er mit einem Baubeginn spätestens im August rechne, dass noch eine Woche mit dem Veranstaltungsmanagement FKP Scorpio, dem potenziellen Betreiber, Details verhandelt werden, dass die Spiele der Bundesliga-Volleyballer der SVG oberste Priorität haben, dass der zusätzliche Verkehr, den die Arena anzieht, beobachtet werde. Aber von Schulsport in der Arena sei keine Rede mehr. „Das haben viele vielleicht nicht mitbekommen, aber da gibt es keinen Bedarf.“ Und auch die Investition von gut zehn Millionen Euro belaste nicht mehr die Kreisschulbau-Kasse. Die Kosten, sagt Krumböhmer, trügen zu rund 60 Prozent der Kreis und zu 40 Prozent die Hansestadt.

Verkehrs- und Parksituation ungelöst

Eckhard Pols sagt, Koordinator Krumböhmer handele fahrlässig. „Trotz Ausschreibung stellt FKP Nachforderungen an die Ausstattung der Arena. Somit ist die Ausschreibung wieder aufzuheben. Gleiche Bedingungen für alle. FKP wird den angebotenen Pachtzins drücken, wenn der Landkreis nicht auf ihre Bedingungen eingeht. Das verteuert auf alle Fälle die Baukosten.“ Zudem sind für Pols die Verkehrs- und Parksituation ungelöst. „FKP ist ein knallhartes Veranstaltungsunternehmen, das auf Gewinnmaximierung aus ist. Verständlicherweise.“ Pols glaubt sogar: „Vorrang bei Veranstaltungen wird nicht der Volleyball haben, sondern der Veranstaltungsplan der FKP. Ohne fertig unterschriebenen Betreibervertrag, mit wem auch immer, und rechtlicher Prüfung darf es keinen Baubeginn geben.“

Grünen-Chef Ulrich Blanck sagt: „Das Interview von Herrn Jenckel mit Herrn Krumböhmer hat bei uns mehr Fragen aufgeworfen als geklärt. Wir werden uns mit der Kreistagsfraktion dazu am Montag abstimmen und dann auch in der nächsten Woche in der Jamaikagruppe unsere Fragen formulieren. Unter anderem sehen wir Klärungsbedarf zu den Themen Verkehr, kein Schulsport, den erwarteten Pachteinnahmen und dem Betreiberkonzept. Wir hoffen dann auf Aufklärung in der Ratssitzung am 15. März.“

Drei-Feld-Halle mit Betonboden

Die besten Anregungen hat sich Krumböhmer bei den Betreibern der Barclaycard-Arena in Hamburg geholt. So geht er davon aus, dasss die Drei-Feld-Halle einen Betonboden bekommt, auf den für die Volleyballer ein mobiler Sportboden verlegt wird. Warum? Weil für große Konzerte heute tonnenweise Technik rangekarrt wird. „Das würde den Sportboden beschädigen.“ So wird der jeweils für 3000 bis 4000 Euro verlegt. Der Betonboden als Grundlage sei auch um die Hälfte billiger.

Ein wichtiger Punkt ist der Verkehr. Unter anderem ist fraglich, ob die Media-Markt-Kreuzung den zusätzlichen Verkehr verkraftet, immerhin sind bis zu 3500 Zuschauer möglich. Müsste die Kreuzung umgebaut werden, könnten Kosten von einer Million Euro auflaufen.

Um die Lage zu entspannen, ist an einen Shuttle-Verkehr gedacht. Krumböhmer: „Es liegt ein Angebot der KVG vor.“ Tickets für Veranstaltungen seien zudem mit einem HVV-Fahrschein verknüpft.

Am Dienstag, 13. Februar, gibt es zur Arena eine Sondersitzung des Kreistagsausschusses für Hochbau in der Hanseschule in Oedeme. Dann wird Koordinator Krumböhmer einen ganz dicken Fragenkatalog beantworten müssen. ml/jj

5 Kommentare

  1. Wird jetzt immer noch am falschen Ort ein falsches Konzept durchgezogen?

  2. Wer „das Arena-Konzept“ kennenlernen möchte, schaue sich Bild und Bildunterschrift über diesem Artikel an: https://www.luenepost.de/lokales/bekommt-lueneburg-eine-neue-sport-und-stadthalle/

    DAS, was dort zu sehen ist, IST schon DAS komplette KONZEPT, an dem sich bis heute nichts geändert hat, außer dass inzwischen ein Güterzug voll mit Lügen und Tricksereien darüber hinweggebrettert ist.

    Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt und SVG-GmbH-Geschäftsführer Bahlburg und Sponsor Klaus Hoppe von Campus Management WOLLEN den Bau einer Halle in Lüneburg voranbringen: DAS IST DAS GANZE KONZEPT.

    Mehr gibt es nicht.

    Alles andere ist Improvisation.

  3. Wird das jeweilige Verlegen des Sportboden der Volleyball Verein bezahlen oder der Steuerzahler?

    • Wen Manni und Uli zahlen lassen, ist noch unklar, Klaus. Eventuell die Pächter von Trinkhallen und Daddelautomaten? Vielleicht wird die Bettentaxe erhöht? Oder es werden einfach erneut ein paar Prozentpunkte auf den Hebesatz für die Grundsteuer B von Eigenheimbesitzern draufgesattelt? Ein Workshop zu dem Thema wird von Friedrich von Mansberg vorbereitet. Für Herrn von Mansberg „beginnt nun der Diskussionsprozess in der Partei“ – „hier vor Ort“ wird er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen „in einer Reihe von Veranstaltungen den Betreiber-Vertrag im einzelnen anschauen und diskutieren“.

      Doch wer für die richtigen Bodenverhältnisse sorgt, ist in einer Art praktischer Dialektik bereits ausbaldowert: Zwischen den beiden Varianten des praktischen Imperativs, „Hinterlasse den Raum so, wie du ihn vorfinden willst“ und „wie du ihn vorgefunden hast“ klafft erfahrungsgemäß eine große, schmutzige Lücke. An der Lüner Rennbahn entscheidet man sich lieber für die dritte, praktischste Variante und hinterlässt den Raum einfach so, wie ihn der jeweilige Nachfolger vorfindet.

  4. Gestern war Ausschusssitzung. Neue Erkenntnisse?

    Null!

    Das Kostenkonzept ist löchrig. Das Betreiberkonzept steht nicht. Ein Verkehrskonzept gibt es nicht. Vor allem über die zu erwartenden immensen zusätzlichen Kosten für die notwendige Gestaltung der Straßen- und Parkraumsituation ist noch gar nicht im Kreistag und Rat befunden worden, weil sie dort nicht zur Sprache gebracht worden sind. Über die angeblich „positiven“ wirtschaftlichen Effekte der Halle gibt es bisher nur lachhafte Märchenerzählungen. Was die SVG-GmbH tatsächlich zum Ansehen Lüneburgs beitragen kann, weiß niemand, da keine verlässlichen Marketing-Daten existieren. Und der „Betreibervertrag mit dem Konzertveranstalter“ der gleichwohl schon gewaltigen Einfluss auf die Planungen nimmt, ist immer noch nicht unterschrieben.