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Ein Tisch, sechs Experimente: Johannes Rennkamp, Eileen Hannemann, Nele Marie Ahlers, Dilara Lühmann und Christian Csuraji haben Spaß am Knobeln. (Foto: t&w)

Wo Zahlen Spaß machen

Lüneburg. Sowas hätten wohl viele zu ihrer Schulzeit gut gebrauchen können: Im Museum Lüneburg gibt es jetzt „Mathematik zum Anfassen“, die Wanderausstellung des Mathematikums in Gießen. Eröffnet wurde das Logik-Spektakel vom Leiter des Mathematikums, Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher. Statt Karopapier und komplizierter Logarithmusfunktionen gibt es hier aufregende Experimente zum Selberausprobieren. Und so kam es, dass am Sonntagvormittag sich – völlig freiwillig – etwa 40 Kinder auf die 25 Stationen mit mathematischen Exponaten stürzten.

Zum Beispiel Jasper. Der Neunjährige versucht sich an der „Leonardo-Brücke“ – benannt nach ihrem Erfinder, Leonardo da Vinci. Die Holzlatten auf dem Versuchstisch müssen so inei­nander verflochten werden, dass die Brücke einen Bogen bildet und sich selbst stützt, ohne Schraube oder Nagel. Für den jungen Entdecker kein Problem. Wenige Meter neben ihm tänzelt seine Altersgenossin Lara auf einem übergroßen Metermaß hin und her. Auf dem Bildschirm verfolgt sie einen Punkt, der in einem Koordinatensystem sich mit ihren Bewegungen entweder nach oben oder nach unten bewegt und dabei eine Linie zeichnet. „Ich bin eine Funktion“ heißt dieses Experiment. „Funktionen hatten wir noch nicht im Unterricht“, gibt die Viertklässlerin der St.-Ursula-Schule zu. Doch das Prinzip des Experiments hat sie verstanden und wer weiß – in ein paar Jahren kann ihr diese Erfahrung vielleicht einiges mathematisches Kopfzerbrechen ersparen.

Museum hat den Platz, Schule die Didaktik

Dass die Ausstellung überhaupt in Lüneburg gastiert, haben die Kinder Laras Mutter Daniela Carraro zu verdanken. Sie hatte das Mathematikum in Gießen besucht und war begeistert – schon in ihrem Studium setzte sie sich mit der Verknüpfung der Schulfächer Mathematik und Kunst auseinander, also traf die Ausstellung einen Nerv. In ihrer Zeit als Grundschullehrerin an der St.-Ursula-Schule in Lüneburg kam sie auf die Idee, die Wanderausstellung nach Lüneburg zu holen. „Ursprünglich wolten wir in unseren eigenen Räumlichkeiten ausstellen“, sagt sie. Doch der Platz reichte nicht aus, und so ergab sich eine Zusammenarbeit mit dem Museum. Patrick Schnüttgen, Schulleiter der St.-Ursula-Schule, ergänzt: „Das Museum hat den Platz und die Werbemöglichkeiten, wir die didaktischen Konzepte und Kontakte zu den anderen Schulen.“

Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene und Kinder 1 Euro. Dieser günstige Preis wird ermöglicht dank einer Förderung durch den Lions Club und den Firmen Werum sowie Sieb & Meyer. Den Rest der Kosten und Gewinne teilen sich Museum und St.-Ursula-Schule jeweils zur Hälfte. Drei Wochen ist die Ausstellung im Museum Lüneburg zu Gast. Unter der Woche sind die Vormittage für Grundschulklassen reserviert, ab 14.30 Uhr können auch größere Gäste sich den Experimenten widmen. row