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Sie rühren die Werbetrommel für die Kirchenvorstandswahlen am 11. März: die Leitende Superintendentin Christine Schmid und Superintendent Christian Cordes mit einigen der Wahlbenachrichtigungskarten, die jetzt rausgehen. Foto: Michael Behns

Christen haben die Wahl

Lüneburg. Die Mitglieder der 32 Gemeinden im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Lüneburg wählen am Sonntag, 11. März, nach sechs Jahren ihre neuen Kirchenvor stände. 259 Kandidatinnen und Kandidaten stehen zur Wahl, deutlich mehr als die zu besetzenden Ämter. Jetzt erhalten die 72 011 Wahlberechtigten ihre Wahlbenachrichtigungskarten. Der Großteil wird per Post verschickt, einige Gemeinden verteilen sie auch von Haustür zu Haustür. Das Motto der Wahl: „Kirche mit mir“.

Schon Jugendliche im Alter ab 14 Jahren dürfen an der Wahl teilnehmen

Was aussieht wie ein Flyer, ist ein wichtiges Papier. Denn der Brief enthält die Wahlbenachrichtigungskarte, dieser Abschnitt oder der Personalausweis muss ins Wahllokal mitgenommen werden. Mit dem Abschnitt kann aber auch der Antrag zur Briefwahl gestellt werden. In diesem Jahr gibt es eine Neuerung: Schon Jugendliche im Alter ab 14 Jahren dürfen an der Wahl teilnehmen, das Alter wurde von 16 herabgesetzt. „So können Jugendliche gleich nach der Konfirmation wählen und Demokratie üben“, sagt die Leitende Superintendentin Christine Schmid. Und Superintendent Christian Cordes weist auf eine zweite Neuerung hin: „Erstmals konnten Gemeinden komplett auf die Briefwahl umstellen. Der aufwändige Modellversuch läuft in Nahrendorf und in der Kreuzkirchen-Gemeinde.“

Kirchenprojekte und die Jugendarbeit

In vielen Gemeinden wird es einen Generationswechsel geben, Schmid: „Mehrere verdiente Vorstandsmitglieder treten nach mehreren Wahlperioden nicht mehr an, es werden viele neue, junge Leute in die Vorstände kommen.“ Und die haben ein gewichtiges Wörtchen im Gemeindeleben mitzureden. Cordes: „Alle wichtigen Entscheidungen werden in diesem Gremium getroffen, dabei spielen die finanziellen Fragen eine wichtige Rolle. Es geht beispielsweise um Kirchenprojekte und die Jugendarbeit sowie um die Gestaltung wie auch Erhaltung der Friedhöfe.“ Oder um die Gestaltung des Kirchenumfeldes. Dazu gehören Pflegemaßnahmen, die Vorstände müssen sich etwa darum kümmern, dass die Gemeinden bei Bäumen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen: „Die Vorstände müssen sehen, dass dies alles finanziert werden kann.“

Veränderungen in den Finanzausstattungen

„Die neuen Kirchenvorstände erwartet eine spannende Zeit“, sagt Christine Schmid: „Es wird Veränderungen in den Finanzausstattungen geben.“ Durch sinkende Mitgliederzahlen gibt es auch weniger Einnahmen: „Zudem wird sich der Fachkräftemangel auch in den Kirchengemeinden deutlich bemerkbar machen.“ Das bedeutet, dass über neue Konzepte nachgedacht, neue Ideen umgesetzt werden müssen: „Ein Stichwort ist die Zusammenarbeit verschiedener Gemeinden.“

Höchstwert lieferte Betzendorf

Schmid und Cordes erhoffen sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung gegenüber 2012. Damals waren die inzwischen fusionierten Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede noch getrennt. Im Kirchenkreis Lüneburg betrug sie durchschnittlich 14,52 Prozent, wobei es die geringste Beteiligung mit 8,47 Prozent in der St.-Stephanus-Gemeinde in Kaltenmoor gab, den Höchstwert lieferte Betzendorf mit 40,21 Prozent. Im Kirchenkreis Bleckede kam die Gemeinde Bleckede auf nur 18,18 Prozent, mit 46,96 Prozent lag hier Nahrendorf an der Spitze.

Christine Schmid und Christian Cordes rufen alle Mitglieder auf, zur Wahl zu gehen, sie sagen: „Der Urnengang ist eine Anerkennung für die geleistete Arbeit der alten Vorstände und eine Motivation für die neuen Vorstände.“

Von Rainer Schubert

Hintergrund

Die Wahlbeteiligung 2012

Adendorf: 14,75 Prozent
Amelinghausen: 24,50
Artlenburg: 20,31
Bardowick: 14,55
Barskamp: 30,22
Betzendorf: 40,21
Bleckede: 18,18
Dahlenburg: 36,31
Deutsch Evern: 21,78
Dionys/Brietlingen: 23,93
Embsen: 16,36
Garlstorf: 43,76
Hittbergen: 24,27
St. Johannis: 12,73
Kirchgellersen: 19,48

Kreuzkirche: 11,15 Prozent
Lüne: 18,93
Martin Luther: 10,54
St. Michaelis: 10,93
Nahrendorf: 46,96
Neetze: 21,41
Neuhaus: 21,86
St. Nicolai: 9,46
Paul Gerhardt: 8,82
Paulus: 13,60
Reppenstedt: 15,88
Stapel: 41,63
St. Stephanus: 8,47
Tripkau/Kaarßen/
Wehningen: 35,42