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Immer wieder mussten an Teilen der Bienenbütteler Bahnhofstraße nachgebessert werden, weil die Baufirma gepfuscht hatte. Das Ganze ging vor Gericht, nun gibt es ein Ergebnis. Foto: phs

Happy End nach jahrelangem Ärger

Bienenbüttel. Immer wieder hatte die Bahnhofstraße im Zentrum von Bienenbüttel in den vergangenen Jahren für Ärger gesorgt . Denn bei den Sanierungsarbeiten der Straße wurde gewaltig gepfuscht. Ende 2016 hatte die Gemeinde schließlich Klage wegen Planungs- und Aufsichtsmängeln gegen das Ingenieurbüro eingereicht, das während der Bauarbeiten für die Bauaufsicht zuständig war und die zahlreichen Mängel nicht rechtzeitig erkannt hatte. Jetzt gibt es ein Happy End für die Gemeinde: Sie erhält 180 000 Euro von der Versicherung des Ingenieurbüros, auch 60 Prozent der Verfahrenskosten übernimmt diese.

Zwei verpfuschte Sanierungen, eine insolvente Baufirma, erhebliche Mehrkosten: Begonnen hatte alles im Jahr 2011, als die Bahnhofstraße in Bienenbüttel neu gestaltet wurde: Barrierefrei und schöner sollte die Einkaufsmeile werden, rote Pflastersteine ersetzten grauen Asphalt. Doch bereits ein Jahr später stand fest: Beim Bau wurde gepfuscht, die Ziegel mussten neu verlegt werden. 2015 dann der nächste Schock für Gemeinde und anliegende Geschäfte: Unterbau und Gossenbau mussten noch einmal erneuert werden – wieder war es ein Baufehler. Dabei stellte sich heraus, dass der Unterbeton nicht mit einer einheitlichen Stärke und Zusammensetzung hergestellt worden war. Auch wurden Hohlräume unter der Rinnenanlage festgestellt, und sogar Fehler aus der ersten Sanierung mussten nachgebessert werden. Einzelne Steine hatten sich gelockert, die Fahrbahn war uneben, das Wasser konnte nicht abfließen. Die Kosten für die Straßensanierung stiegen.

Schaden für den Steuerzahler gering

Das ließ sich die Gemeinde nicht gefallen und klagte – mit Erfolg. Gemeinde und Ingenieurbüro konnten sich jetzt in einem außergerichtlichen Vergleich einigen. Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU) ist zufrieden mit dem Ausgang – und erleichtert, dass das jahrelange Thema damit vom Tisch ist: „Wir sind froh, dass wir da zu einer Einigung gekommen sind und sich die Hartnäckigkeit gelohnt hat.“ Und weiter: „Mit diesen 180.000 Euro ist der Schaden für den Steuerzahler gering.“ Doch ganz abgehakt ist das Thema Bahnhofstraße noch nicht: „Der untere Teil der Bahnhofstraße, Ecke Lindenstraße Richtung Rathauskreisel, soll noch erneuert werden. Für die Fahrbahnerneuerung und neue Gossen haben wir Mittel in den Haushaltsentwurf 2018 eingestellt“, so der Rathauschef.

Von Patricia Luft