Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Dieses Foto entstand in der CU Arena in Hamburg. Wo die SVG Lüneburg ihre Heimspiele künftig austrägt, ist offener denn je. (Foto: Daniela Behns)

Steht die SVG Lüneburg vor dem Absprung?

Lüneburg. „Wir holen uns damit die Bundesliga nach Lüneburg“, sagte der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer bei der Sondersitzung des Hochbau ausschusses zum Thema „Arena Lüneburger Land“. Gemeint war damit der große Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio, auf dessen Unterschrift unter den Betreibervertrag Krumböhmer händeringend wartet. Die Frage ist aber: Wird die sportliche Bundesliga, nämlich die Volleyball-Bundesliga in Form der SVG, auch in Lüneburg bleiben?

Denn die SVG hat mit den bei der Sitzung vorgetragenen Rahmenbedingungen „erhebliche Bauchschmerzen“, so Geschäftsführer Andreas Bahlburg. Er bezeichnete das angedachte Nutzungskonzept gegenüber der LZ sogar als „Worst Case Szenario“, den schlechtesten Fall.

Ist die Halle noch hilfreich?

Der Fokus der Nutzung liegt wie berichtet auf kommerziellen Veranstaltungen. Von 120 bis 150 pro Jahr ist die Rede. Dazu zählen auch die Bundesliga-Heimspiele der SVG, nicht aber der Trainingsbetrieb. Der ist nach den bisherigen Überlegungen nur nach Absprache mit dem Betreiber und bei freien Hallenkapazitäten möglich. Genau da setzt Bahlburg mit seiner Kritik an. „Wenn wir in der neuen Halle nicht einmal trainieren können, hat jedes Heimspiel den Charakter eines Auswärtsspiels für uns. Dann könnten wir auch sonstwo spielen“, sagte er bereits während der Sitzung.

Ein Satz der nachhallt, und der die Frage aufwirft: Steht die SVG vor dem Ausstieg aus dem Projekt? Bahlburg sagt es so: „Unter den gegebenen Bedingungen müssen wir uns überlegen, ob die Halle uns beim Bundesliga-Betrieb überhaupt noch hilft und ob wir die Bundesliga hier überhaupt noch durchführen können.“ Stein des Anstoßes ist aus SVG-Sicht auch der Hallenboden. Auf dem Betonboden, der für das schwere Gerät bei Konzertveranstaltungen benötigt wird, muss vor jedem Training und vor jedem Spiel ein mobiler Sportboden verlegt werden. Die Kosten dafür betragen etwa 4000 Euro pro Verlegung und würden an der SVG hängenbleiben. „Das können wir uns gar nicht leisten“, sagt Bahlburg. Demnach würde ein Heimspiel inklusive der Hallenmiete schon einmal per se mit einem Betrag von bis zu 10 000 Euro zu Buche schlagen. Etwa 1000 Zuschauer pro Spiel bräuchte die SVG laut Bahlburg, um allein nur diese Kosten zu decken.

Keine Halle im Kreis entspricht Anforderungen

Ein ständiges Ausweichen in andere Hallen in Stadt oder Landkreis Lüneburg zum Training ist für Bahlburg keine Option: „Es gibt im Landkreis keine Halle mit einer Deckenhöhe von neun Metern, so wie es den Anforderungen entspricht.“ Auch aus sportlicher Sicht ergibt es wenig Sinn, unter der Woche in kleineren Hallen zu trainieren. Denn gewisse Spiel-Abläufe lassen sich in Hallen ohne entsprechende Deckenhöhe kaum einüben – jedenfalls nicht auf Bundesliga-Niveau.

Die ursprüngliche Idee eines Arena-Baus war es einmal, den Volleyballern eine ligataugliche Heimspiel-Halle zu schaffen. Jetzt ist nicht mehr ausgeschlossen, dass die SVG in dieser Halle gar nicht spielt.

Von Matthias Sobottka

11 Kommentare

  1. Noch wäre Zeit sich von diesem unsinnigen und bislang dilettantisch „geplanten“ Vorhaben zu verabschieden, denn welche Berechtigung hätte es letztlich noch. Es sollen hier etliche Millionen Euro verbraten werden (tatsächliche Kosten wie in Lüneburg üblich unbekannt) obwohl es die Kassen von Stadt und Landkreis gar nicht hergeben. Gerade die Stadt Lüneburg sollte besser mehr dafür tun sich aus ihrer Schuldenklemme zu befreien.

    • herr mertens, die aufregung lohnt nicht. die behörde hat selten etwas mit dem bürger am hut, außer, es gibt neue vorschriften. ich sehe diese planung als stuss. und diesen stuss gibt es immer öfters. hat einen grund. innerhalb der behörden sinkt der fachverstand. wer will auch für diesen bezahlen? geiz ist geil.

  2. Kosten von 4.000 Euro pro Verlegung des mobilen Sportbodens könne die SVG GmbH sich gar nicht leisten, sagt Andreas Bahlburg? Weil dann ein Heimspiel inklusive der Hallenmiete schon einmal per se mit einem Betrag von bis zu 10 000 Euro zu Buche schlagen würde und die SVG laut Bahlburg etwa 1000 Zuschauer pro Spiel brauchte, um allein nur diese Kosten zu decken?

    Ja, schrockschwereopitz! Hat denn Herr Bahlburg mit seinem Freund Klaus Hoppe zusammen nicht jahrelang behauptet, dreitausend Besucher pro Heimspiel seien ein Klacks? Und Millionen würden sie locker mit zusätzlichen Werbegeldern einnehmen?

    Und jetzt versucht der SVG-Geschäftsmann es mit Erpressung? Er droht mit der Abwanderung seines Unterhaltungsbusiness, wenn er nicht alles nach seiner Façon und das heißt natürlich vor allem kostenlos erhält?

    Entspricht es wirklich der Wahrheit, lieber Matthias Sobottka, dass es „die ursprüngliche Idee eines Arena-Baus einmal war, den Volleyballern eine ligataugliche Heimspiel-Halle zu schaffen“? Wurde nicht gerade dieser Vorrang mehr als ein Jahr lang von unseren Stadt- und Kreisväterchen geleugnet?

    Hieß es nicht „ursprünglich“ – und zwar viele Monate lang -, dass zuerst der Schul-, der Breiten- und der Vereinssport komme und außerdem dann (und absolut sekundär) die SVG und vielleicht, aber das ganz bestimmt nur am äußersten Ende der Anspruchsschlange, die eine oder andere Betriebs- und Abschlussfeier, bei welchen Gelegenheiten Herr Klaus Hoppe mit seinem fingerfertigen Spiel auf der viersaitigen Ukulele für Stimmung und rote Wangen hätte sorgen und sich ein nahrhaftes Zubrot aus reifem Bio-Obst und besten Vollkornmischungen verdienen können?

    Herr Klaus Treubund hat recht. Der Unfug sollte abgeblasen werden. Mittlerweile sind fünfzig verschiedene „Konzepte“ herumgebogen worden und – wie bei der stillen Post – NICHTS von den „ursprünglichen“ Absichten hat die Reise überlebt.

    Man baut – scheint es – nur noch, um IRGENDWAS zu bauen.

    Alles zurück auf Start und dann an einem geeigneten Platz nach und nach eine integrale Anlage entwickeln, in der alle Lüneburger Sportarten plus Veranstaltungen, Gastronomie und Parkraum so beieinander sind, dass die Sache funktioniert, plausibel zu machen ist und kein Logistik- und Finanzierungsfiasko zur Folge hat!

    • 10000 für Bundesliga ist doch ein Klacks, der LSK musste fasst 70000 berappen um DFB Pokal zu spielen. Hätte er auf die Hohe Kante legen können, wenn nur bloß der Wilschenbruch noch Sportplatz wäre aber da war ja ein Bruchteil des Geldes einer Halle zu Schade, um 3 Sportplätze zu erhalten. Braucht kein Mensch bzw. Kind

  3. Kommentar zu den Berichten Arena Bau
    Ja,eine bundesligataugliche Halle für unsere grandiosen
    Volleyballer…..das war der Ursprung der Arena
    Lüneburger Land. In den Focus ist aber nun doch der
    Kommerz gerückt. Wir haben an eine Halle für alle
    Sportler, Sportbegeisterte, Fans und die SVG –
    Volleyballer geglaubt! Eine Arena die den Sport in
    der Region fördert und die SVG in der Bundesliga
    und hier in Lüneburg hält. Die Halle würde sicher
    auch für Sportturniere anderer Sparten gern genutzt.
    Also eine sportliche Förderung für die Allgemeinheit
    im Landkreis, von der viele profitieren würden.Das
    könnte sich Lüneburg doch eigentlich leisten!

    • Tja, ihr braucht die Arena? Das hat der Verein verdient, die Mannschaft hat das verdient und auch die Fans haben das verdient?

      Dann arbeitet einen überzeugenden Businessplan aus, sucht nach privaten Investoren, geht ins Risiko und baut euch die große Halle mit Unterstützung eures Großsponsors Klaus Hoppe und anderen Geldgebern auf eigene Rechnung! Aber hört endlich auf, die Stadt und den Kreis zu pressen und anzubetteln! Bei durchschnittlich zwei- bis fünfhundert Zuschauern lässt sich eine öffentliche Vorfinanzierung von über 12 Millionen Euro (und das noch ohne Erschließungs-, Erhaltungs- und Infrastruktur- bzw. Parkraumkosten) wohl kaum begründen — und eine Komplettfinanzierung als Geschenk ohnehin nicht. Kümmert euch selbst drum! Und denkt dabei auch an ein neues innerstädtisches und bundesligataugliches Stadion für den LSK!

  4. Wir stehen kurz vor der erwarteten Wende, FKP springt ab, Hoppe kommt als vermeintlicher Retter aus der Hecke gesprungen und bringt seinen Hinterzimmer Deal mit Bahlburg und Nahrstedt zum Abschluss.

    • Dieser Beitrag ließ mich wirklich schmunzeln. Bin mal sehr gespannt ob es tatsächlich so weit kommt. Für ganz unmöglich halte ich es nicht. Werde das im Auge behalten und immer an ihren Beitrag dabei denken.

  5. Kann sich noch jemand daran erinnern, dass in der Nordlandhalle internationale Handballspiel stattgefunden hatten?
    Eine Vermischung kommunaler Beteiligung und kommerzieller Spitzensport finden immer statt. Eine sinnvolle Balance zu finden ist Aufgabe der Willensbildung in der Bevölkerung und Verantwortung in der kommunalen Verwaltung.
    Bezogen auf den Breitensport in Lüneburg hat das Theater um die Halle jedoch fatale Signalwirkung. Als Volleyballtrainer weiß ich, welche Sogwirkung die Bundesliga auf das Sportinteresse insbesondere der Kinder und Jugendliche hat. Allein, es fehlen räumliche und zeitliche Kapazitäten in Lüneburgs Stadt- und Landkreishallen.
    Und jeder Hallensportler weiß, dass die Zustände in vielen Hallen bedenklich sind. Hier wird zu wenig investiert! Warum auch? Profitabel ist Breitensport nicht. Und gesundheitlich Förderung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist doch nicht etwa eine staatliche hoheitliche Aufgabe, oder doch?

    • JA, die Förderung von Breitensport IST EINE gesellschaftliche Aufgabe, weil es um Gesundheit geht!

      NEIN, die Förderung einer privaten, kommerziellen Bundesliga-Gmbh IST KEINE gesellschaftliche Aufgabe, weil es alleine um die Profitinteressen des Geschäftsmannes Andreas Bahlburg geht.

      Die Nordlandhalle war primär Schulsporthalle für die Wilhelm-Raabe-Schule und das Johanneum, sekundär Trainingshalle für Lüneburger Ballsportvereine, tertiär Veranstaltungshalle für Peter Alexander, Otto Waalkes und Mary Ross (schon Heino war immer eine Nummer zu groß für Lüneburg) – und ganz zuletzt, quartär, quintär oder sextär, und nur, wenn es sich zeitlich machen ließ, konnte sie von Handballbundesligisten gemietet werden.

      Was ist aus den gloriosen Lüneburger Handballzeiten der 70er Jahre gefolgt? NÜSCHT! Handball ist ein Randsport geblieben. Mit Volleyball wird es nicht anders sein. Mehr als maximal 500 Fans und Akktive in Kreis und Stadt werden es auch in den nächsten dreißig Jahren MIT einer Arena nicht werden.

  6. Mädge begräbt Arena-Plan

    Der OB widerspricht sensationell allen Pro-Arena-Argumenten: „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der der zeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“ Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“
    Aus der LZ vom 17.März 2008
    Gefunden bei Bembel/Jenckel: https://jj12.wordpress.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1507

    MfG, Adrian Schulz