Aktuell
Home | Lokales | Dauerparker stört sich nicht an Knöllchen
Mehrfach schon wurde der Halter dieses Fahrzeugs wegen Falschparkens verwarnt, den Fahrer kümmert das offenbar wenig. Doch ein Abschleppen kommt für die Stadt nicht in Betracht. Foto: us

Dauerparker stört sich nicht an Knöllchen

Lüneburg. Dass regelmäßig Fahrzeuge über den Platz Am Sande fahren oder dort parken, die dort eigentlich nichts zu suchen und auch keine Sondergenehmigung für die Befahrung der Fußgängerzone haben, nervt viele Lüneburger. Sie wundern sich, warum nicht mehr seitens der Polizei oder des Ordnungsamts dagegen unternommen wird. Jetzt bekommt das Thema neue Nahrung durch einen Dauerparker. Die Stadt sagt, sie kenne die Situation, doch ein Durchgreifen ist nicht erkennbar.

„Die Damen vom Ordnungsamt sagten, sie seien machtlos“, sagt R. D. Anfang Januar hatte der Lüneburger die Kontrollbeamtinnen gefragt, warum sie nichts gegen den Dauerparker, einen weißen Skoda, unternähmen, der regelmäßig für mehrere Stunden am östlichen Ende vor einem Schnellimbiss parke. Schließlich dürfe dieser dort doch trotz gelben Berechtigungsscheins nur für kurze Zeit stehen. „Sie sagten mir auch, dass man bereits mehrfach Verwarnungen ausgesprochen, letztlich aber keine Handhabe habe“, sagt R. D.

Mehrfach kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen

Zwar bestätigt die Stadt, dass sie in dieser Sache bereits mehrfach kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen habe, dass sie aber machtlos sei, will Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Wir haben die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen einzuziehen oder Verlängerungen abzulehnen.“ In besonders eklatanten Einzelfällen könne auch die Führerscheinstelle gebeten werden zu überprüfen, ob die betreffende Person charakterlich zum Führen von Fahrzeugen noch geeignet ist, „wenn diese offensichtlich vorsätzlich gegen Verkehrsregeln verstößt und somit zu verstehen gibt, geltende Normen nicht anerkennen zu wollen“, sagt Moenck.

Warum aber die Stadt trotz Kenntnis der Sachlage nichts unternehme, ist für R. D. nicht nachvollziehbar. Denn seit Oktober schon beobachte er die Situation. Auch habe er den Fahrer mehrfach angesprochen, sei von diesem zuletzt aber unflätig beschimpft und verfolgt worden und habe sich von ihm bedroht gefühlt.

Sondergenehmigung hinter der Frontscheibe

Auch in dieser Woche parkte der Wagen wieder an gleicher Stelle, wieder mit gelber Sondergenehmigung hinter der Frontscheibe, dieses Mal sogar auf dem Bürgersteig und gegen die Fahrtrichtung. Ein Knöllchen von den sonst stets wachsamen Kontrolleuren war nicht zu erkennen. Warum die Stadt den Wagen nicht einfach abschleppen lässt, erklärt Suzanne Moenck so: „Abschleppen dient der Gefahrenabwehr und nicht der Sanktionierung.“ Das geschehe insbesondere dann, wenn eine Gefahr für Sicherheit und Ordnung vorliege, wodurch entweder Leib und Leben anderer Verkehrsteilnehmer bedroht sein könnten und/oder die Sicherheit des Straßenverkehrs behindert werde. Dabei sei auch zu berücksichtigen, ob es nicht andere, „den Autofahrer weniger beeinträchtigende Maßnahmen gibt“, schließlich bedeute das „für uns und den Halter erheblichen Aufwand und Kosten“.

Entsprechend zurückhaltend ist die Stadt, wenn es gilt, den Abschleppwagen zu rufen. Bei rund 48.000 Park-Verwarnungen im vergangenen Jahr ließ sie lediglich 37 Mal das Fahrzeug Huckepack nehmen. In Sachen weißer Skoda will die Stadt „den neuerlichen Hinweis zum Anlass nehmen, die betreffende Ausnahmegenehmigung kurzfristig zu überprüfen“.

Von Ulf Stüwe

20 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich, was unternimmt Lüneburg überhaupt gegen Falschparker? Hier wird geparkt wie es einem gefällt. Entgegen der Fahrtrichtung in einer Kurve. Gegenüber einer Ausfahrt. Aber wehe man überzieht mal die Parkzeit auf einem bezahl platz für 10 Minuten dann ist man fällig.
    Genau wie Fahrradfahrer ohne Licht falsche Fahrtrichtung dunkel gekleidet, ich habe jeden Abend das Problem keinen an zu fahren.

    • Da sollte mal einer beim Zeinert reinschneien und ordentlich mit der flachen Hand auf dem sein Mahagony Tisch drauf hauen, dass die Familienfotos hüpfen. Was werden denn bloß die Leute sagen? Seitdem die von der Kammer für den Lückenschluss Reklame machen, gibts doch kein Halten mehr Am Sande. Ich hab schon öfters gehört, wie beim Tschorn vor der Frischetheke gesagt wird: „Nee, also, bevor die A39 nicht fertiggebaut ist, halte ich mich an gar keine Verkehrsregeln mehr!“ Das darf doch nicht angehn! Ja, wie isses den bloß möglich?

  2. Unbeschreiblich was ich hier lese, mir fehlen die Worte……….die Damen vom Ordnungsamt sind machtlos und die Stadt will „den neuerlichen Hinweis zum Anlass nehmen, die betreffende Ausnahmegenehmigung kurzfristig zu überprüfen“. Seit Monaten wird dort falsch geparkt und sogar die Polizei scheint weg zuschauen……….und der Falschparker tanzt allen weiterhin auf der Nase rum und lacht sich einen.

    P.S. ein Tipp von mir an die Behörde, aufstehen und einfach mal handeln, und nicht erst wenn es in der Zeitung steht.

  3. … irgendwie merkwürdig, das Kommentare von mir nicht veröffentlicht bzw. gelöscht werden.

    • Kommentare, die Unterstellungen oder Verunglimpfungen enthalten, schalten wir in der Tat nicht frei. Das gilt aber für alle Verfasser von Beiträgen. bol/LZonline

      • Wäre schön, wenn das alles wäre, leider werden scheinbar auch Kommentare gelöscht, wenn sie treffend aber entlarvend sind gegenüber der gewünschten bzw. favorisierten politischen Meinung. Auch ist es auffällig, dass Kommentare, die überzeugende Aspekte der AfD beinhalten auch nicht freigeschaltet werden. Erstaunlich ist auch, dass Kommentare die aus dem Koran oder die Hadithen zitieren, um für deren inhaltliche Aufklärung zu sorgen auch nicht veröffentlicht werden.

        • Damit das auch die übrigen Leser einordnen können: In dem Betrag von „Juergen“ war von „syrischer Spezialität“ die Rede. Das ist nicht mehr als eine Behauptung. Deshalb haben wir den Kommentar nicht freigeschaltet. bol/LZonline

          • der ,,liebe,, juergen hat bestimmt nur das essen gemeint. schmunzeln. ich habe eine frage an bol/LZonline. wenn eine satire , oder noch schlimmer, die zukunft wird erwähnt, wie bei der digitalisierung, das wallnußgroße gehirn drohen könnte, muss man satire davor schreiben, oder geht es auch ohne? es haben nicht alle germanistik studiert, oder ähnliches. deswegen meine frage. schmunzeln.

          • Das entscheiden wir von Fall zu Fall. bol/LZonline

          • Nun kenne ich den nicht veröffentlichen Kommentar von „Juergen nicht“, aber auf dem Foto steht über dem Imbiss deutlich zu erkennen „Syrische Spezialitäten“;-).

          • Aber im Text steht nicht, wem der Wagen gehört. bol/LZonline

          • Herr Bruns, es ist in der heutigen nicht nur die Frage was geäußert wird sondern wer es äußert. Vorgeführt haben das jüngst Böhmermann und Poggenburg mit den Worten Ziegen ficken und Kameltreiber gemacht. Das eine als Schmähgedicht, das andere in Karnevalistischer Manier einer Aschermittwochsrede.

          • Ich denke Herr Bohlmann wenn der Name des Halters in dem Kommentar genannt worden wäre hätten sie den Kommentar auch nicht frei geschaltet. So hoffe ich zumindest. Denn das ginge mir zu weit. Kein Leser kann den Wahrheitsgehalt prüfen und der Name stünde somit als Behauptung im Raum. Aber es ist müßig sich darüber auszutauschen wenn man (ich) den Text von „Juergen“ nicht kennt.

      • Es ist heutzutage in unserer Gesellschaft sehr schwer, offen seine persönliche Meinung kund zu tun, ohne dass man gleich in die braune Schublade gesteckt wird. Auch dann, wenn man mit der Schublade nichts am Hut hat. Es ist aber auch nicht besonders hilfreich alles durch die rosa Brille zu betrachten und alles tolerieren zu müssen.

        • Hallo Herr Mertens, und „kbohlmann“
          das Foto zum Artikel wurde inzwischen ja offensichtlich überarbeitet bzw. angepasst – der Hinweis auf die Gastronomie im Hintergrung bzw. das Ladenschild im Hintergrund fehlt inzwischen. Um es ganz deutlich zu sagen: ich habe volles Verständnis dafür, das die LZ Bildmaterial so bearbeitet, auch nachträglich,um Personenrechte etc. zu schützen. Es wäre aus meiner Sicht aber sehr zu begrüßen, wenn eine solche, nachträgliche Anpassung von Fotos hier im Kommentarbereich kurz erläutert wird, zumindest wäre dies m. E. sehr sehr wünschenwert, denn alles andere erweckt möglicherweise doch eher ungute Mutmaßungen und Spekulationen über die vermeintlichen (!) Gründe der Fotobearbeitung. Soweit meine subjektive und ganz bestimmt nicht bösgemeinte Meinung. Vielleicht könnten Sie ja kurz erläutern, warum das Foto nachträglich geändert wurde (?) Vielen Dank und freundliche Grüße!

          • Robin Williamson

            Liebe Gundel,
            Das vorherige Bild veranlasste Leser zu Spekulationen und Unterstellungen, die auch außerhalb des Internets zu Anfeindungen gegenüber dem mutmaßlichen Fahrzeughalter führten. Daher haben wir das Bild angepasst.
            Viele Grüße,
            row//LZonline

  4. Eignungsüberprüfung nach 2 (12)stgb.

  5. Manfred Lüneburg

    Ein stehendes Fahrzeug Am Sande stört nicht und stellt auch keine Gefahr dar. Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fahrende Busse und Taxen finde ich viel gefährlicher. Die Bus- und Taxifahrer sollten auf ihre charakterliche Eignung überprüft werden und nicht der Halter eines stehenden Fahrzeugs.

  6. Es ist nicht doch eher kuruos, mit welcher medialen Aufmerksamkeit wir Falschparker (auf dem Sande) würdigen? Wäre es nicht zielführender, ähnliche Aufmerksamkeit auch einmal auf schwerwiegendere Gesetzesverstöße zu richten? Vor einiger Zeit las ich in der LZ, dass Schleuser- und Schlepperbanden Milliarden verdienen, mit dem Elend von Menschen, die vor Hunger und Krieg fliehen und zu uns kommen. Was mit diesem Geld passsiert, weiss anscheinend niemand,- zu versuchen, es einmal zu erforschen, wäre meines Erachtens aber wesentlich wichtiger als sich mit nicht-regelkonformen Parken auf dem Sande zu beschäftigen. Ist es wirklich so ausgeschlossen, das illegales Geld auch in Lüneburg investiert wird? Hat Lüneburg da in letzter Zeit Schutz- und Präventonsmaßnahmen getroffen oder gar Fahndungserfolge vorzuweisen? Das wären doch vielleicht auch einmal Fragen, die Lüneburger in diesen Tagen interessieren (?)