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Die Salzstraße Am Wasser soll in diesem Jahr umgestaltet werden. Sie soll unter anderem Radfahrerfurten aus geschnittenem Stein erhalten, die Parkplätze sollen wegfallen. Foto: t&w

Ein Blick in den Untergrund

Lüneburg. Mit der Umgestaltung der Salzstraße Am Wasser will die Stadt in diesem Jahr beginnen. Am Donnerstagmorgen war nun das Ingenieurbüro Rauchenberger vor Ort, um eine Bodenuntersuchung vorzunehmen. Geprüft wurde, ob die Mauerstärke des alten Mischwasserkanals den neuen geplanten Straßenaufbau tragen wird.

Radler kritisieren Holperpiste schon seit längerem

Dazu wurde ein kleines Stück des Pflasters freigelegt und der Boden bis zum Gewölbe des Kanals ausgehoben. Anschließend wurde durch das Gewölbe gebohrt, um die Stärke beziehungsweise den Ist-Zustand des Mauerwerks zu prüfen. Laut Björn-Olde Backhaus, Bauleiter Straßenbau bei der Stadt, werden noch weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Bodenanalyse im Vorfeld der Baustarts erfolgen.

Wie berichtet, will die Stadt die Straße umgestalten, weil die starken Verwerfungen in der Straße die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Pkw einschränken. Radler hatten die Holperpiste seit längerem kritisiert. Bereits im vergangenen November hatte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, zwei mögliche Varianten im Bauausschuss vorgestellt. Zum einen könnte neben dem bereits neu gestalteten Gehweg eine sogenannte höhengleiche Straße entstehen mit einem Parkstreifen zur Seite der Gebäude. Das vorhandene Pflaster soll wieder verlegt werden, in beiden Richtungen eine Radlerfurt aus geschnittenem Stein entstehen. Gleiches gilt für die zweite Variante, die aber einen Hochbord hin zur Ilmenauseite bekäme. Attraktiver werden soll auch der Boulevardbereich für die Außengastronomie.

Dritte Variante erarbeitet

Aufgrund von Rückmeldungen von Bürgern unter anderem bei der Anwohnerversammlung hat die Verwaltung eine dritte Variante erarbeitet, die nun zum Zuge kommen soll. Diese wurde Ende Januar im Verkehrsausschuss vorgestellt. Sie sieht vor, den Fußgänger-/Sitzbereich an der Wasserseite 30 Zentimeter zu verbreitern und auf der anderen Seite die Parkplätze wegzunehmen. Die Übergänge zur Baumstraße beziehungsweise zu den Praxen im Viskulenhof sollen mit geschnittenem Pflaster gestaltet werden, um die Befahrbarkeit auch für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator sicherzustellen. Das Gleiche ist für die Radfahrerfurt geplant. Der Ausschuss stimmte dieser Variante bei einer Enthaltung zu.

Parkplätze auf der Gebäudeseite fallen weg

Da die historische Straße ein Denkmal ist, „werden wir uns jetzt zunächst weiter mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege abstimmen“, erläutert Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. „Anschließend schauen wir uns das Ganze nochmal mit dem Stadtbrandmeister vertieft unter dem Aspekt Brandschutz an, so ist ein Vor-Ort-Termin mit Stell- und Anleiterproben mit den im Ernstfall nötigen Fahrzeugen vorgesehen.“ Davon hängt auch ab, ob künftig alle Bäume erhalten bleiben. Fest steht, dass es auf der Gebäudeseite keine Parkplätze mehr geben wird.

Wann es genau mit der Umgestaltung losgeht, steht derzeit noch nicht fest. Die Kosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf 480.000 Euro.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Die Bäume verdecken im Sommer wenigstens etwas den Bunkerneubau, bitte stehen lassen. Also die Bäume.