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Bauhofleiter Stefan Switalla (l.) zeigt den Kooperationspartnern eine der geplanten Blühflächen in der Teichaue. (Foto: be)
Bauhofleiter Stefan Switalla (l.) zeigt den Kooperationspartnern eine der geplanten Blühflächen in der Teichaue. (Foto: be)

Gemeinsam für die Artenvielfalt

Adendorf. Kalt war es. Der Himmel grau. Und als sich die Kooperationspartner der Aktion „Adendorf blüht“ zum gemeinsamen Foto aufgestellt hatten, schneite es. Schwer vorstellbar, dass genau an dieser Stelle, im Park Teichaue, in diesem Sommer eine bunte Blumenwiese blühen soll – Teil eines Projekts, das Adendorfs ehrenamtlicher Umweltbeauftragter Dennis Volland in den vergangenen Monaten akribisch ausgearbeitet hat.

Ziel des Projekts „Adendorf blüht“ sei es, „auf kommunaler Ebene Verantwortung für die Artenvielfalt zu übernehmen“, erklärte Dennis Volland während der Auftaktveranstaltung im Sitzungssaal des Adendorfer Rathauses. Und er erinnerte an die alarmierenden Nachrichten zum Thema Insektensterben aus dem vergangenen Jahr. „Die Insekten verlieren ihre Heimat, sie verlieren ihre Nahrungsgrundlagen“, klagte er.

Fast alle sind dabei

Fast alle Akteure der Aktion waren im Rathaus dabei: die Gemeinde Adendorf und der Bauhof der Gemeinde, die Oberschule am Katzenberg, die Grundschule, der Bürgerverein, die Kindertagesstätte an der Feuerwehr, der örtliche Hagebaumarkt und die Bibliothek am Rathausplatz. Alle werden mit eigenen Schwerpunkten an dem Projekt mitarbeiten, sei es durch das Anlegen eigener Blühflächen, das Aufstellen von Insektenhotels, den Einstieg in die Imkerei oder, wie im Fall des Bürgervereins, durch Informationsangebote.

Das Adendorfer Projekt gliedert sich in drei Schwerpunkte. Erster Schwerpunkt: Die Gemeinde Adendorf stellt fünf Flächen mit insgesamt 7000 Quadratmetern für Blühflächen zur Verfügung. Die Flächen wurden bereits vom Bauhof ausgewählt. Zwei Areale in der Teichaue, je eines im Jubiläumswald in Erbs­torf, am Katzenberg und Bei den Sieben Stücken. Die Blühflächen sollen beschildert werden.

Das Saatgut für diese Flächen stellt der Feuerbestattungsverein Lüneburg w.V. aus seinen Mitteln zur Verfügung. Neben den insgesamt rund fünf Hektar Blühstreifen, die er bereits unterhält, will der Adendorfer Landwirt Heiko Hagemann auf weiteren 5000 Quadratmetern Blühflächen einrichten. Hagemann unterstützt den Adendorfer Bauhof auch bei der Vorbereitung der Flächen.

Zweiter Schwerpunkt: Die Akteure von „Adendorf blüht“ rufen auch alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde auf, Blühflächen einzurichten. Der Hagebaumarkt im Ort stellt dafür kostenloses Saatgut zur Verfügung. Abgabestelle dafür soll die Bibliothek am Rathausplatz werden.

Dritter Schwerpunkt, so Umweltbeauftragter Volland: „Wir wollen die Sensibilität der Adendorfer Bürger für das Artensterben steigern.“ Dazu soll es im laufenden Jahr mehrere Informationsveranstaltungen geben. Auch wird die Bibliothek ihren Bestand in Bereichen wie Artenvielfalt und Bienenfreundlichkeit erweitern. Mit Unterstützung beim Bau von Insektenhotels und Vorbereitung des Bodens für Blühflächen ist erneut der Hagebaumarkt dabei.

Auftakt zu landkreisweiter Initiative

Bürgermeister Thomas Maack sieht das Projekt „Adendorf blüht“ auch als kraftvollen Auftakt zur landkreisweiten Initiative „Die Region Lüneburg summt!“. Diese wurde in der vergangenen Woche im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem vorgestellt. Lüneburg ist der zweite Landkreis, der beim bundesweiten Projekt „Deutschland summt“ mitmacht.

Umweltbeauftragter Dennis Volland hat Gesamtkosten in Höhe von 8065 Euro für das Projekt in diesem Jahr ausgerechnet. Für etwa die Hälfte davon hofft er auf finanzielle Unterstützung durch die Bingo-Umweltstiftung. „Wir wollen gemeinschaftlich die Artenvielfalt in Adendorf fördern. Dabei wollen wir zukunftsorientiert arbeiten. Das soll kein Projekt für ein Jahr sein“, erklärt der Umweltbeauftragte.

Von Ingo Petersen