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Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Doppelhäuser sollen in Adendorf östlich der Artlenburger Landstraße entstehen – auch darüber diskutiert der Ausschuss für Ortsentwicklung heute Abend. (Foto: be)

Langsam, aber beständig

Adendorf. Zehn Jahre ist es her, dass die Gemeinde Adendorf die 10 000-Einwohner-Grenze „geknackt“ hat. Jetzt ist die 11 000er-Marke in Sicht. Und das nicht durch die Ausweisung großer Neubaugebiete, sondern im wesentlichen durch eine „klassische Innerortsverdichtung“, wie Bürgermeister Thomas Maack (SPD) sagt. Einige Beispiele dafür standen jetzt im Rathaus in der Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen auf der Tagesordnung.

Beispiel Nummer 1: Um wohl drei Mehrfamilienhäuser mit etwa 16 Wohneinheiten im westlichen Teil und noch einmal 15 Einfamilienhäuser, ergänzt durch Doppelhausbebauung im östlichen Teil, geht es bei der Diskussion um die 3. Änderung des Bebauungsplans Nr. 12 „Kirchweg-West. Das Areal ist gelegen zwischen Artlenburger Landstraße und Turmweg.

Beispiel Nummer 2: Auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung steht eine Bauvoranfrage für ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten in der Straße Im Suren Winkel.

Beispiel Nummer 3: Eine Stellungnahme soll der Ausschuss abgeben zu einem Bauantrag, in dem es um die Errichtung von zwei Wohngebäuden mit insgesamt zehn oder zwölf Wohneinheiten in der Fliederstraße geht.

Rat stimmte Satzungsbeschluss zu

Und die drei Bauvorhaben, die jetzt im Ausschuss für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen auf der Tagesordnung standen, sind längst nicht die einzigen, die in Adendorf anstehen: Etwa 40 bis 50 Wohneinheiten, eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern, eventuell auch Reihenhäusern, sieht die Gemeinde im südlichen Bereich des Papageienwegs vor. Entstehen sollen dort auch kleine Wohnblocks. Für die Erschließung der Fläche wurde bereits eine Million Euro in den Haushalt 2018 eingestellt. „Bezahlbarer Wohnraum und sozialer Wohnungsbau“, so Bürgermeister Maack, soll in diesem Bereich entstehen.

Weitere 18 Baugrundstücke für den gehobenen Bedarf entstehen im Bereich „Nördlich Rehkuhle“ im Nordosten der Gemeinde. Nach langen, teilweise sehr emotionalen Diskussionen, hatte der Adendorfer Gemeinderat im vergangenen Dezember dem betreffenden Satzungsbeschluss zugestimmt.

Und auch das ist nicht alles: Planungen gibt es für ein Mehrfamilienhaus an der Dorfstraße, auf der Höhe Rehhagen – in der Diskussion sind acht Wohneinheiten. Weitere acht Wohneinheiten könnten im westlichen Bereich der Fliederstraße entstehen, und schließlich war auch der Neubau von drei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 18 Wohneinheiten in der Heinrich-Hille-Straße schon mehrfach Thema in den Ratsgremien.

Gebührenfreiheit bereitet Kopfzerbrechen

Insgesamt macht das in der Summe rund 140 Wohneinheiten – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Bürgermeister Thomas Maack freut sich über das stetige Wachstum seiner Gemeinde. Er verweist aber auch darauf, dass neue Wohnungen nicht unbedingt Zuzug von außen bedeuten. „Wir beobachten auch eine Verschiebung innerhalb des Orts.“

In jedem Falle, so Maack, lasse sich der Zuzug nach Adendorf durch die Genehmigung überschaubarer Wohnmöglichkeiten gut steuern. So komme man bei der Zurverfügungstellung von Infrastruktur, etwa den Plätzen in Kindertageseinrichtungen, nicht in Schwierigkeiten.

Maack: „Da bereitet uns etwas anderes viel mehr Kopfzerbrechen, nämlich die von der Landesregierung versprochene Gebührenfreiheit, von der wir eben nicht wissen, was da genau auf uns zukommt.“

Illegale Baumfällaktion in Adendorf

Fraktion fordert sofortige Neupflanzung

Es war eine Baumfällaktion, die bis heute niemand versteht – und die noch nicht aufgeklärt wurde: In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar fällten Unbekannte eine Linde in Adendorf, an der Ecke Kirchweg/Amselweg, vor der Rossmann-Filiale.

Gerüchte waberten durch die Gemeinde, die Linde sei gefällt worden, um zusätzlichen Parkraum in diesem Bereich zu schaffen. Verschiedene Ratspolitiker forderten spontan, an Stelle des gefällten Baums einen neuen Baum zu setzen. Die Gemeinde stellte einen Strafantrag gegen unbekannt.

Die Fraktion Aktive Bürger Adendorf/Erbstorf (ABAE) hat dazu für die heutige Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen einen Antrag gestellt. Er sieht die „sofortige Ersatzpflanzung der illegal gefällten Linde“ vor. Weiter beantragt die ABAE eine Verbesserung der Parksituation – konkret sollen die in dem Bereich vorhandenen Parkplätze deutlich markiert werden, um den Verkehrsteilnehmern „die Parkflächen aufzuzeigen“.

Von Ingo Petersen