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Lea-Sophie Winkel und Fabian Dühring (Mi.) durften am Stand von Protones das Lichtpult austesten und bekamen von Niklas Martin jede Menge Infos zur Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Foto: t&w

Angehende Azubis auf Schnupperkurs

Lüneburg. Emily Wolter besucht die 11. Klasse der Herderschule. Eventuell will sie mit der Fachhochschulreife abgehen und dann eine Ausbildung im Gesundheitsber eich machen. „Ich war mehrfach Patientin im Lüneburger Klinikum und fühlte mich dort gut betreut. Ich möchte auch anderen Menschen gerne helfen“, berichtete die 17- jährige Bardowickerin am Stand der Gesundheitsholding Lüneburg, unter deren Dach neun Gesellschaften, darunter das Klinikum und die Psychiatrische Klinik Lüneburg, firmieren.

Die Gesundheitsholding war eine von 84 Ausstellern, die bei der Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit und des Jobcenters von Stadt und Landkreis am Sonnabend über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informierten. Das Angebot nutzten Hunderte von Jugendlichen, viele in Begleitung ihrer Eltern, beim Rundgang durch das Gebäude der Agentur für Arbeit sowie im Foyer des Theaters.

Vergütung und Arbeitszeiten

Das besondere Interesse der Herderschülerin galt einer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Fakten zum Anforderungsprofil, Ausbildung und Aufgaben erhielt sie von Annika Schusdzarra (18) und Alexander Weinowski (17), die selber Azubis im ersten Ausbildungsjahr sind. Dabei ging es auch um die Vergütung und Arbeitszeiten. „Für Azubis wird viel getan“, war ihre Botschaft. Vorstellen könne sie sich auch eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin, Röntgenassistentin oder Optikerin, meinte Emily Wolter, die von ihrer Mutter begleitet wurde. „Vier Augen sehen mehr als zwei, was die Berufsmöglichkeiten betrifft“, so Damaris Wolter. Zu Hause werde viel darüber gesprochen. Da es sehr viele Angebote gebe und Jugendliche nicht immer ihre Stärken und Schwächen einschätzen könnten, „ist es wichtig, dass sich Eltern auch informieren und man gemeinsam die Berufsorientierung angeht“.

Das begrüßt Renate Peters sehr, sie war als Bereichsleiterin Schule-Wirtschaft beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen vor Ort. Denn das Angebot ist gewaltig. „Mit 84 Unternehmen, die zu 190 Ausbildungsberufen und 30 Studiengängen in der Region informieren, verbuchen wir einen neuen Ausstellerrekord,“ berichteten Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, und Angelika Brauer, Geschäftsführerin des Jobcenters. Es zeige auch, dass die Veranstaltung für Betriebe wichtig sei, um junge Menschen zu erreichen. Der Druck im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte sei groß. „Als Sprachrohr und junge Experten der Betriebe sind an vielen Ständen Auszubildende im Einsatz.“

Super Überblick und gute Einblicke

Dazu gehörte auch Benedict Jackson (20), der eine Ausbildung zum Schornsteinfeger macht. „Dieser Beruf hat auch viel mit Technik zu tun. Das heißt, man sollte auch gut in Mathe und Physik sein“, erklärte er Achmed Al-Khalil, der einen handwerklichen Beruf anstrebt und nun überlegt, ein Praktikum in einem Schornsteinfeger-Betrieb zu machen. Eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik könnten sich Lea-Sophie Winkel (17) und Fabian Dühring (18) vorstellen, nachdem sie am Stand von Protones unter Anleitung von Junior-Projektleiter Niklas Martin das Lichtpult austesten durften. Die beiden Jugendlichen hatten aber auch andere Ausbildungsberufe im Blick. „Die Veranstaltung ermöglicht einen super Überblick und gute Einblicke“, so ihr Fazit.

Geboten wurden außerdem Bewerbungsgespräche mit Unternehmen, bei denen auch gleich eine Bewerbungsmappe abgegeben werden konnte. Einen Überblick dazu, wo man sich aktuell noch bewerben kann, bot eine Ausstellungswand. „Wer dieses Jahr noch mit einer Ausbildung beginnen möchte, sollte sich jetzt kümmern. Ratsam ist, sich schon ein Jahr vor Antritt zu bewerben“, so Kerstin Kuechler-Kakoschke und Angelika Brauer.

Von Antje Schäfer