Donnerstag , 20. September 2018
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Sind begeistert von dem fertiggestellten Innenhof samt neuer Hainbuche: Elke Frost (l.) und Hella Siedenburg vom Vorstand der Bürgerstiftung sowie die Spender Christian Burgdorff (r.) und Jürgen Labatz vom ALA. (Foto: be)
Sind begeistert von dem fertiggestellten Innenhof samt neuer Hainbuche: Elke Frost (l.) und Hella Siedenburg vom Vorstand der Bürgerstiftung sowie die Spender Christian Burgdorff (r.) und Jürgen Labatz vom ALA. (Foto: be)

Das versteckte Lüneburger Bau-Juwel

Lüneburg. Es ist selten, dass sich jemand über ein Defizit freuen kann. Elke Frost, Vorsitzende der Lüneburger Bürgerstiftung, tut es. „Uns fehlen nach der aktuellen Spende nur noch rund 20 000 Euro, das ist nicht schlecht.“ Denn für die im Jahr 2013 gestartete ­Restaurierung des historischen Gebäude-Ensembles Roter Hahn inmitten des alten Wasserviertels wurde damals mit einer Million Euro kalkuliert. Unterm Strich sind es inzwischen 1,5 Millionen geworden.

Und es freut die Bürgerstiftung, seit dreizehn Jahren Besitzerin des Rote-Hahn-Stifts, dass der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) mit seiner aktuellen Spende über 5000 Euro erneut half. ALA-Vorsitzender Christian Burgdorff und Schatzmeister Jürgen Labatz überreichten nun den Scheck.

Der vierte und letzte Bauabschnitt wurde jetzt abgeschlossen. Der Rote Hahn wurde 1478 erstmals in städtischen Akten erwähnt. Er dient seither ununterbrochen wohltätigen Zwecken, war von 1573 an Hospital für Krankenpflege und Armenbetreuung. Heute leben acht finanziell noch nicht etablierte Künstler in dem Ensemble, da­runter Tänzer, Schauspieler und eine Kinderbuch-Illustratorin.

Viele Sponsoren ermöglichen die Realisierung des Projekts

Finanziert wurde die Restaurierung der vom Zerfall bedrohten Gebäude aus verschiedenen Töpfen, dazu gab es etliche Spender. Der ALA gehörte gleich mehrfach dazu. Christian Burgdorff nennt Details: „Schon vor dem Baustart kümmerten wir uns um die drei Laternen im Hof, später schossen wir aus unseren Christmarkt-Erlösen 15 000 Euro für die Arbeiten in Innenbereichen und an den Fassaden hinzu.“ Die aktuelle Spende kommt der Innenhofgestaltung zugute. Hier wurde zum Beispiel eine Hainbuche neu angepflanzt. Aber es wurden auch Dachziegel für die kleinen Nebengebäude benötigt.

Der Rote-Hahn-Stift zählt zu den schönsten Orten in Lüneburg. Seine eigentliche Schönheit allerdings ist nicht von der Rotehahnstraße aus zu sehen. Sie zeigt sich erst beim Betreten des Innenhofes mit den jahrhundertealten Fachwerkgiebeln, Backsteinen im Klosterformat oder den winkeligen Außentreppen. „Ein stadtgeschichtlich wichtiges Gebäude-Ensemble“, urteilt ALA-Chef Burgdorff und lobt das Sanierungskonzept ebenso wie „den Elan, mit dem die Bürgerstiftung das Projekt realisiert hat“.

Der große Wunsch nach einer Straßenumgestaltung

Ist der Rote Hahn inzwischen wieder ein Schmuckstück, so stolpert die Bürgerstiftung aber über die Rotehahnstraße: „Uneben, Schlagloch neben Schlagloch, kein schöner Anblick für Lüneburger und Touristen“, sagt Elke Frost und wünscht sich eine Umgestaltung mit Kopfsteinpflaster: „So wie in der Koltmannstraße oder Auf dem Meere.“ So sieht‘s auch der ALA.

Von Rainer Schubert