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Die Gemeinde Bienenbüttel will weitere Parkplätze im Bahnhofsbereich schaffen. (Foto: Archiv/be)

Fallen Bäume für Parkplätze am Bahnhof?

Bienenbüttel. Die Gemeinde Bienenbüttel will weitere Parkplätze im Bahnhofsbereich schaffen – denn seit Jahren zeigt sich: Das bestehende Angebot reicht nicht. Regelmäßig sind bereits früh morgens die Parkplätze an der Bahnhofstraße belegt, obwohl die meisten Geschäfte noch gar nicht geöffnet haben. Als Gelände für weitere Parkplätze bietet sich die Freifläche in der Bahnhofstraße hinter den Fahrradständern, seitlich des Bahnhofstunnels, an. Allerdings ist diese Fläche als Grünfläche festgesetzt, die einer Nutzung als Parkplatz widerspricht. Um auf der Fläche dennoch dringend erforderliche Parkplätze bauen zu können, wurde seitens der Gemeinde ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 10 „Eggers“ eingeleitet.

Handlungsbedarf auch wegen HVV-Beitritt

Das Thema stand jetzt auf der Tagesordnung des Bau- und Umweltausschusses und wurde teils kontrovers diskutiert. „Es könnten laut Planer 64 Parkplätze entstehen“, informierte Bürgermeister Dr. Merlin Franke die Kommunalpolitiker. Mit der Einrichtung von behindertengerechten Parkplätzen und weiteren abschließbaren Fahrradboxen rechnet der Bürgermeister damit, dass um die 50 Parkplätze auf der Fläche, die der Gemeinde gehört, geschaffen werden können. Als Ausgleich sollen für jeden gefällten Baum zwei neue Bäume gepflanzt werden.

Ausschussvorsitzender Holger Janßen (KA) erinnerte daran, dass zuletzt vor drei Jahrzehnten Parkflächen ausgewiesen wurden. Dass die Fläche möglicherweise als Naturschutzfläche besonders wertvoll sei, wird bezweifelt. Die Grünfläche sei keine ursprüngliche Fläche gewesen, es habe vielmehr einen schleichenden Übergang zu unkontrolliertem Wuchs gegeben, erinnert Ratsfrau Diana Wendt-Dittmer (KA).

Rathauschef Franke geht davon aus, dass die Bahn die Bäume, die dort gewachsen sind, nach und nach zwecks Sicherheit vor Sturmschäden fällen wird. „Wir wissen um die Parkraumnot, es besteht Handlungsbedarf“, sagte Ratsherr Christopher Tieding (CDU). Er sei bereits mehrfach um eine Erweiterung dort gebeten worden. Und weitere Stellplätze werden definitiv erforderlich, wenn es zu einem HVV-Beitritt kommt.

Ein Konzept für alle Verkehrsteilnehmer

Beratendes Mitglied Rainer Stefan wünscht, über ein Konzept nachzudenken, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Er sei auf das Fahrrad angewiesen, dafür sollte Parkraum angeboten werden. „Wenn hier günstige Parkmöglichkeiten für Autos sind, reisen immer mehr aus der Umgebung an“, befürchtet er. Es werde sich zu sehr auf den Autoverkehr konzentriert. Arnold Witthöft (SPD) sieht ein ganz anderes Problem – der Schallschutz sei bei der Aufstellung einer Blechwand nicht mehr sichergestellt.

Fraglich sei auch, ob die Tunnelbegrenzung noch hält, wenn die Autos vom Tunnel in die Bahnhofstraße fahren und 60 Autos 50 Meter weiter parken. Bei der vorgesehenen Erweiterung für Fahrräder sollten Ladestationen für E-Bikes mit einfließen. Einig waren sich die Ausschussmitglieder darüber, dass es jedem überlassen werden soll, ob er mit dem Auto oder dem Fahrrad zum Bahnhof kommt.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung brachte der Ausschuss die Änderung des Bebauungsplanes auf den Weg.

Von Gudrun Kiriczi