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Gestern lief der Verkehr auf der Autobahn 39 reibungslos, in knapp drei Wochen wird es in diesem Bereich anders aussehen.

Die nächsten Stauwochen

Lüneburg. Auf Autofahrer auf dem Weg über die Autobahn 39 von Lüneburg in Richtung Hamburg oder von dort wieder nach Lüneburg kommen schwere Zeiten zu: Am Montag, 5. März, beginnen die Bauarbeiten für die Grunderneuerung der A39 zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Handorf, einschließlich der Erneuerung der Anschlussstellen. Etwa sieben Monate sind für die umfangreichen Arbeiten eingeplant.

Die Arbeiten beginnen mit fast einem Jahr Verspätung: Schon im vergangenen Frühjahr sollte die seit zwei Jahren geplante Grunderneuerung auf einer Streckenlänge von 6,8 Kilometern beginnen, kam dann aber ins Stocken: Ein Tiefbauunternehmen, das bei der Vergabe des Millionen-Auftrags nicht zum Zuge gekommen war, hatte bei der Vergabekammer, angesiedelt beim Niedersächsischen Verkehrsministerium, Einspruch eingelegt.

Etwa 17 Millionen Euro für die Fahrbahnerneuerung

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg, bekam bei der Vergabekammer Recht. Das Unternehmen zog dann auch noch vor das Oberlandesgericht in Celle. „In der mündlichen Verhandlung dort wurde die Klage dann aber zurückgezogen“, berichtet Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg. Für einen Beginn der Arbeiten noch im Jahr 2017 war es aber schon zu spät. „Das ist schon extrem ärgerlich“, sagte Möller damals.

In drei Phasen werden die Erneuerungsarbeiten an der Anschlussstelle Lüneburg Nord durchgeführt – mit entsprechenden Behinderungen. Karte: google maps; Grafik: hm
Jetzt also der zweite Versuch: Geplant ist in diesem Jahr die Grunderneuerung der Fahrbahn in Richtung Hamburg. Vorgesehen sind die Erneuerung des gesamten Asphaltaufbaus (20 bis 22 Zentimeter Tiefe) und der darunter befindlichen verfestigten Sandschicht (15 Zentimeter), die durch eine verstärkte Schotter-Tragschicht (20 Zentimeter) ersetzt wird. Weiter werden die Schutzeinrichtungen erneuert, Entwässerungseinrichtungen saniert und Brücken angepasst.

Die Kosten für die gesamte Maßnahme beziffert Gesa Schütte, Leiterin des Fachbereichs Bau beim Geschäftsbereich Lüneburg, auf 8,5 Millionen Euro. Hinzu kommt im nächsten Jahr noch einmal etwa der gleiche Betrag: 8,5 Millionen Euro sind auch für die grundhafte Erneuerung der A39 zwischen Handorf und Lüneburg-Nord in Fahrtrichtung Lüneburg vorgesehen.

Sieben Monate einspurig Richtung Soltau

Nötig ist die Erneuerung, da sind sich Dirk Möller und Gesa Schütte einig: 1995, vor 23 Jahren, wurde das Teilstück zwischen Lüneburg-Nord und Handorf als letztes im Zuge der A39, die damals noch A250 hieß, eröffnet. Jeden Tag wird die Asphaltpiste in beiden Richtungen von durchschnittlich mehr als 35 000 Fahrzeugen befahren.

Zehn Meter breit ist eine Fahrbahn der A39 – zu schmal, um dort während der Bauarbeiten zwei Fahrspuren in jeder Richtung einzurichten. Der Verkehr ab der Anschlussstelle Lüneburg-Nord wird deshalb für sieben Monate mit zwei Fahrspuren in Richtung Hamburg und einer Spur in Richtung Soltau/Uelzen geführt. Der Spurwechsel erfolgt schon zwischen den Anschlussstellen Adendorf und Lüneburg-Nord.

Ostumgehung

Zweite Maßnahme

Während der Arbeiten an der A39 beginnen am 2. Juli auch Arbeiten an der Bundesstraße 4 (Ostumgehung zwischen Ilmenaubrücke und Anschlussstelle Ebensberg), die etwa fünf Wochen dauern sollen. Auf einer Länge von 2,5 Kilometern wird die gesamte Asphaltdeckschicht erneuert, Entwässerungseinrichtungen werden saniert. Der Verkehr in dem Bereich wird jeweils einspurig pro Fahrtrichtung geführt.

Besonders knifflig für die Planer sind die Arbeiten im Bereich der Anschlussstelle Lüneburg- Nord, die ebenfalls komplett erneuert wird. In drei Bauphasen, deren erste vom 19. bis 25./26. März andauert, wird dort gearbeitet. Dabei wird unter anderem der Verkehr zwischen Lüneburg und Bardowick unterbrochen, ein Abfahren von der Autobahn aus Richtung Hamburg an der Anschlussstelle Lüneburg-Nord wird dann nicht möglich sein.

Nähere Informationen über das Bauvorhaben sind schon jetzt auf der Internetseite der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg (dann: Projekte) einsehbar. In den kommenden Tagen werden die Maßnahmen im Einzelnen erläutert.

Von Ingo Petersen