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Mehr als 1800 Schüler im Landkreis Lüneburg, hier ein Archivfoto vor der IGS in Kaltenmoor, kommen nicht mit dem Bus zur Schule. (Foto: A/t&w)
Mehr als 1800 Schüler im Landkreis Lüneburg, hier ein Archivfoto vor der IGS in Kaltenmoor, kommen nicht mit dem Bus zur Schule. (Foto: A/t&w)

Höhere finanzielle Hilfe bei der Schülerbeförderung

Lüneburg. Über finanzielle Unterstützung vom Landkreis Lüneburg könnten sich demnächst Eltern freuen, die ihre Kinder selbst zur Schule bringen müssen, da ihr Wohnort zum Beispiel nicht ausreichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist. In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreis-Schulausschuss jetzt einstimmig empfohlen, das Fahrtgeld zu erhöhen. Und vielleicht könnte es auch bald für Oberstufen-Schüler Grund zur Freude geben. Die Grünen setzen sich mit einem entsprechenden Antrag für eine kostenfreie Schülerbeförderung auch nach der zehnten Klasse ein.

Wer seine Kinder mit dem eigenen Auto zur Schule bringen und wieder abholen muss, weil er zum Beispiel in ländlichen Bereichen wohnt, wo keine Busse fahren, konnte sich bislang 25 Cent pro Kilometer vom Landkreis erstatten lassen. Jetzt spricht sich der Schulausschuss dafür aus, die Fahrtkosten auf 30 Cent pro Kilometer zu erhöhen. Im Jahr 2016 hatte der Landkreis bei rund 222 000 gefahrenen Kilometern rund 55 500 Euro erstattet. Bei einer Erhöhung der Kilometerpauschale auf 30 Cent, wäre das eine Differenz von etwa 11 000 Euro. Über diese Beschlussempfehlung entscheidet als Nächstes der Kreisausschuss.

Kostenfreies Oberstufenticket

Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung der Schulausschusssitzung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bisher gibt es für Oberstufen-Schüler keine kostenfreie Schülerbeförderung, denn verpflichtet ist der Landkreis Lüneburg als Träger der Schülerbeförderung nur für die Finanzierung bis zur zehnten Klasse – das möchte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ändern. Sie fordert ein kostenfreies Oberstufenticket und somit eine finanzielle Entlastung der Familien. Ein Thema, „das längst hätte bearbeitet werden sollen“, findet Grünen-Fraktionsmitglied Antje Aden-Meyer. „Wir reden hier viel über Gerechtigkeit in der Bildung“, so Aden-Meyer, „aber die kostenlose Schülerbeförderung stoppt nach der zehnten Klasse“. Schließlich gebe es auch das kostenlose Studententicket – „warum also keines für Oberstufenschüler?“

„Wir reden hier viel über Gerechtigkeit in der Bildung, aber die kostenlose Beförderung der Schüler stoppt nach der zehnten Klasse.“ Antje Aden-Meyer, Bündnis 90/Grüne

Davon profitieren könnten im Landkreis insgesamt 1848 Oberstufenschüler – 1427 an allgemeinbildenden und 421 an berufsbildenden Schulen. „Es gibt je nach Alter gestaffelt eine Mindestentfernung, die zwischen Wohnort (Haustür) und Schule (Schultür) liegen muss. Angesetzt wurden dafür fünf Kilometer. Alle Schüler, die einen kürzeren Schulweg hätten, würden keine Fahrkarte erhalten“, erklärt Isabel Wesselink vom Landkreis Lüneburg. Die Gesamtkosten für die kostenfreie Beförderung von Oberstufenschülern würden sich nach Angaben des Kreises jährlich auf vorraussichtlich rund 1,38 Millionen Euro belaufen.

Helmstedt als Vorbild

Um zu verdeutlichen, dass das Modell der kostenfreien Oberstufenschüler-Beförderung funktionieren kann, nannte Antje Aden-Meyer die niedersächsische Stadt Helmstedt im gleichnamigen Landkreis als Beispiel. Auch der Landkreis Gifhorn fördert die Schülerbeförderung ab dem elften Jahrgang auf freiwilliger Basis und kommt für die Hälfte der Kosten auf – damit gehört er zu den wenigen Landkreisen Niedersachsens, die einen Zuschuss zahlen.

Die Lüneburger Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte gefordert, die Bedingungen für eine Verbesserung zu prüfen. Diesem Prüfantrag haben die Schulausschussmitglieder jetzt zugestimmt. Entsprechende Kosten, wie zum Beispiel für den Mehrbedarf an Busfahrern, sollen nun weiter in den Ausschüssen beraten werden.

Von Patricia Luft