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Bürgermeister Eckhard Dittmer (CDU) freut sich über die Verwandlung der Lehmschüün: Neben Lehmwänden und Eichenbalken zählt auch ein Tanzparkett zur Ausstattung im großen Saal. (Foto: uk)
Bürgermeister Eckhard Dittmer (CDU) freut sich über die Verwandlung der Lehmschüün: Neben Lehmwänden und Eichenbalken zählt auch ein Tanzparkett zur Ausstattung im großen Saal. (Foto: uk)

Schmuckstück aus Lehm wird Treffpunkt im Ort

Westergellersen. Die weißen Leuchten umhüllt eine Schutzfolie, am Fußboden wird noch gewerkelt – aber mollig warm ist es schon mal in der Westergellerser Lehmschüün. „Die Feuchtigkeit muss raus aus dem Estrich, deshalb wird geheizt und die Entfeuchter laufen permanent“, erklärt Eckhard Dittmer. Der Westergellerser Bürgermeister schaut in diesen Tagen fast täglich auf der Baustelle vorbei. Denn: Das größte Gemeindeprojekt der letzten Jahren, der Umbau der alten Lehmscheune zu einem Dorftreffpunkt und Kulturzentrum, befindet sich auf der Zielgeraden. Am Freitag, 2. März, wird das Gebäude mit dem ganzen Dorf ab 16 Uhr bei einem „Tag der offenen Tür“ eingeweiht. Und auch wenn die Ausstattung noch nicht komplett ist, sagt Dittmer lachend: „Das schaffen wir. Notfalls gibt´s beim Empfang Sekt auf die Hand.“

„Jetzt komme ich hier rein und sage: Wow, das wird richtig gut.“ Eckhard Dittmer, Bürgermeister

Von außen nahezu unverändert, aber von innen kaum wiederzuerkennen, präsentiert sich das Gebäude aus dem Jahr 1850, das zuletzt nur noch als Abstellraum diente. Auf 350 Quadratmeter Fläche bildet der große Veranstaltungssaal für 100 Personen das Herzstück. Dahinter liegt ein heller Sitzungsraum, außerdem sind Küche, Sanitäranlagen und ein Büroraum entstanden. Der Clou: Der ursprüngliche Charakter der alten Durchfahrtsscheune blieb erhalten. Große Glastüren ermöglichen den Durchblick von der Straßenseite hindurch bis zum rückwärtigen Giebel, viel Licht kann so in die Räume fallen. Für das besondere Flair sorgen die alten Eichenbalken und der erneuerte Lehmputz auf den Wänden. „Wir tragen da keine Farbe mehr auf“, sagt Dittmer und streicht vorsichtig mit der Hand über eine Wand im großen Saal. „Schließlich soll man auch sehen, warum die Lehmschüün so heißt.“

Wie das Gebäude wirkt auch Dittmer, erst seit einem halben Jahr im Amt, ein bisschen verwandelt. „Ich weiß, vor zwei Jahren habe ich noch gesagt: Was sollen wir mit dem ollen Ding?“, räumt er ein und lacht: „Jetzt komme ich hier rein und sage: Wow, das wird richtig gut.“

125 000 Euro an Zuschüssen

Auch die Kosten bewegen sich laut Dittmer im Rahmen: „Wir liegen wie geplant bei um die 400 000 Euro.“ Zu stemmen sei das nur, weil Zuschüsse des Landkreises, der Samtgemeinde Gellersen und aus dem LEADER-Programm der Naturparkregion von insgesamt 125 000 Euro fließen.“ Die Gemeinde rechnet mit weiteren Mitteln aus dem Dorfentwicklungsprogramm. Für Dach, Fassade und Außenarbeiten will sie im Herbst einen Antrag stellen, zwei Drittel der Kosten könnten im Idealfall übernommen werden.

Erst einmal soll sich die Lehmschüün aber mit Leben füllen. Dass das klappt, daran zweifelt Dittmer nicht: „Die Feuerwehr und das Rote Kreuz haben sich schon angemeldet. Und unser Kulturverein arbeitet an Angeboten wie Lesungen, Theater oder Ausstellungen.“ Noch vor der offiziellen Einweihung feiert der Gemeinderat eine Premiere: Seine nächste Sitzung findet am Donnerstag, 1. März, um 20 Uhr erstmals im neuen Sitzungsraum in der Lehmschüün statt.

Von Ute Klingberg-Strunk