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Als Außenstelle der Rettungswache Winsen wird der Stützpunkt in Drage vom Kommunalen Rettungsdienst des Kreises Harburg betrieben. Ein Vorstoß der Gruppe Freie Wähler/FDP/Unabhänige, die Außenstelle nach Marschacht zu verlegen, ist gescheitert. (Foto: be)
Als Außenstelle der Rettungswache Winsen wird der Stützpunkt in Drage vom Kommunalen Rettungsdienst des Kreises Harburg betrieben. Ein Vorstoß der Gruppe Freie Wähler/FDP/Unabhänige, die Außenstelle nach Marschacht zu verlegen, ist gescheitert. (Foto: be)

Rettungsstützpunkt in Drage wird entlastet

Winsen/Drage. Ulf Riek, Mitglied der Gruppe Freie Wähler/FDP/Unabhängige im Harburger Kreistag und Mitglied in den Räten der Samtgemeinde Elbmarsch und der Gemeinde Tespe, war nicht zufrieden mit dem Ergebnis der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Ordnung und Feuerschutz im Winsener Kreishaus: Mit dem Antrag der Gruppe, den Rettungsstützpunkt Drage in Richtung Marschacht zu verlegen, konnten sie sich nicht durchsetzen.

Erst im Sommer 2013 war der Stützpunkt, als Außenstelle der Rettungswache Winsen, in Drage eingerichtet worden. Von den zuvor in Winsen stationierten drei Fahrzeugen wurde eines nach Drage verlegt. An den falschen Ort, meint die Gruppe Freie Wähler/FDP/Unabhängige nach mehr als vier Jahren Erfahrung mit dem Rettungsstützpunkt, der zuerst vom Deutschen Roten Kreuz, aktuell vom Kommunalen Rettungsdienst des Landkreises Harburg, betrieben wird.

Innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort

Nach dem „Niedersächsischen Rettungsdienstgesetz“ müssen erste Rettungskräfte in 95 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Das sei bei Einsatzfahrten in den Osten der Samtgemeinde, speziell nach Bütlingen und Avendorf, die bis zu 16 Kilometer von Drage entfernt liegen, nicht immer möglich, erklärte die Gruppe.

Immerhin empfahl der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz jetzt eine Entlastung für den Rettungsstützpunkt Drage: Krankentransportfahren in den Bereich Winsen sollen von dort nicht mehr durchgeführt werden. Ulf Riek: „Das sehen wir sehr positiv.“ Außerdem soll ein Prüfauftrag an die Kreisverwaltung gehen, die Standorte aller Rettungswachen und -stützpunkte zu überprüfen – allerdings erst mit Wirkung des nächsten Rettungsdienstbedarfsplans – also in zwei bis drei Jahren.

Bei Tempo 30 wird es schwierig

Für Ulf Riek ist die Diskussion um eine Verlegung des Rettungsstützpunktes jedenfalls noch nicht zu Ende, denn: „Bütlingen und Avendorf sind einfach zu schlecht versorgt.“ Bei geringem Verkehrsaufkommen, vorzugsweise nachts, sagt Riek, sei eine Fahrzeit von 15 Minuten gerade zu erreichen. Aber, so heißt es im Antrag der Gruppe: „In Zeiten des Berufsverkehrs ist die Landesstraße 217 so überlastet, dass auch ein Einsatzfahrzeug nicht mehr zügig vorankommt.“ Dies noch weniger, als die Samtgemeinde plant, auf Abschnitten der Straße Tempo 30 einzuführen.

Der Rettungsdienstbedarfsplan 2018 für den gesamten Landkreis Harburg war Thema in der jüngsten Ausschusssitzung. Der Plan sei regelmäßig zu überarbeiten, erklärt Bernhard Frosdorfer, Pressesprecher des Landkreises Harburg. Der Ausschuss empfahl dann auch einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, den vorgelegten Plan umzusetzen. Endgültig entscheiden wird der Harburger Kreistag in seiner Sitzung am Dienstag, 6. März.

Ein Rückblick in die Geschichte

Rettungsstützpunkt als Außenstelle

Die Bewohner der Samtgemeinde Elbmarsch hatten lange warten müssen, ehe sie einen Rettungsstützpunkt in ihrem Bereich bekamen. Vor 2006 wurden Rettungsfahrzeuge aus Winsen, Geesthacht oder dem Landkreis Lüneburg gerufen, wenn Einwohner in der Elbmarsch in Not waren. Am 1. Januar 2006 trat eine Vereinbarung in Kraft, nach der der Kreis Herzogtum Lauenburg von Geesthacht aus die Notfallversorgung für den Osten der Samtgemeinde Elbmarsch übernimmt, weil Tespe, Avendorf und Bütlingen von Winsen aus nicht zeitnah erreicht werden konnten.

Der Westen der Samtgemeinde wurde weiter von Winsen aus versorgt. Noch 2007 wurden 5000 Unterschriften für eine Rettungswache gesammelt – zunächst ohne Erfolg. Vor viereinhalb Jahren, im Sommer 2013, war es dann so weit. Ein Rettungsstützpunkt als Außenstelle der Wache in Winsen wurde in Drage eingeweiht. Für eine eigene Wache, sagte der damalige Landrat Joachim Bordt damals, sei die Zahl der Notfallrettungseinsätze in der Samtgemeinde Elbmarsch zu gering.

Von Ingo Petersen