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Kreisbrandmeister Torsten Hensel (r.) sowie seine Stellvertreter Thorsten Diesterhöft (3. v. r.) und Stephan Dick (2. v. l.) mit den Geehrten Jens Böther (l.), Birgit Wulff und Holger Pilch. (Foto: phs)
Kreisbrandmeister Torsten Hensel (r.) sowie seine Stellvertreter Thorsten Diesterhöft (3. v. r.) und Stephan Dick (2. v. l.) mit den Geehrten Jens Böther (l.), Birgit Wulff und Holger Pilch. (Foto: phs)

Feuerwehren im Dauereinsatz

Bleckede. Das Wetter in Deutschland wird extremer. Das ist kein subjektives Empfinden eines jeden Einzelnen, sondern lässt sich an Fakten konkret belegen – was auch die Feuerwehren immer stärker zu spüren bekommen: 1577 Mal mussten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr allein in Stadt und Landkreis Lüneburg ausrücken, um Straßen zu räumen oder Keller auszupumpen, wie Torsten Hensel jetzt während der Jahresversammlung im Bleckeder Haus berichtete. „Unwetterereignisse bestimmten 2017 das Einsatzgeschehen wie nie zuvor“, sagte der Kreisbrandmeister.

Rekord bei den Hilfeleistungen

Zu 2186 Hilfeleistungen wurden die Mitglieder der 95 Feuerwehren im Vorjahr gerufen, 461 mehr als 2016 – neuer Rekord. Während die Brand- und Fehleinsätze im Vergleich zu den Vorjahren konstant blieben, waren es insbesondere die drei Sturmtieftage, die die Brandschützer auf Trab hielten. „Diesbezüglich hat sich bewährt, die örtlichen Einsatzleitungen in den Städten und Gemeinden frühzeitig zu alarmieren und einzusetzen“, sagte Hensel, „denn so viele Anrufe lassen sich von der Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle gar nicht beantworten und disponieren.“

Rund um die Uhr sind die zum großen Teil freiwilligen Kräfte in Alarmbereitschaft, ein Engagement, das auch Landrat Manfred Nahrstedt lobte: „Für diesen Dienst an der Gesellschaft gilt Ihnen mein allergrößter Dank“, sagte er, „und es fordert unser aller Unterstützung.“ Das gelte nicht nur für die Investitionen in neue Fahrzeuge: „Deshalb bin ich froh, dass das Innenministerium dem Antrag zugestimmt hat, den Lehrgang ‚Technische Hilfeleistungen‘ auf Kreisebene durchführen zu lassen.“ Die zentralen Ausbildungsstellen hatten der Nachfrage aufgrund von Personalproblemen nicht mehr nachkommen können.

40 Kinderfeuerwehren mit insgesamt 580 Jungen und Mädchen

Zufrieden zeigte sich der Landrat auch mit der Entwicklung im Nachwuchsbereich: Nachdem die Jugendfeuerwehr Tosterglope wieder dabei ist, sind derzeit 64 Organisationen mit 841 Jugendlichen in Stadt und Kreis aktiv, hinzu kommen 40 Kinderfeuerwehren mit insgesamt 580 Jungen und Mädchen. Hensel gab jedoch zu bedenken, dass die Mitgliederzahl in den Kreisjugendfeuerwehren auch 2017 zurückgegangen sei, mit einem Minus von 15 allerdings nicht so extrem wie zuvor. „Machen auch Sie sich Gedanken zu Ihrem Nachwuchs“, richtete er seine Aufforderung an die anwesenden Bürgermeister, „denn Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden.“

Einer hat sich dieses Thema schon lange auf die Fahnen geschrieben – und wurde dafür zu seiner eigenen Überraschung mit der Deutschen Feuerwehrehrenmedaille ausgezeichnet: „Bleckedes Bürgermeister Jens Böther setzt sich seit seinem Amtsantritt 2006 weit über die Maße für seine Feuerwehr ein“, sagte der Kreisbrandmeister, „unter seiner Führung wurde ein Mehrjahresplan für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen aufgestellt, der Jahr für Jahr konsequent abgearbeitet wird.“ Zudem stünde der Bürgermeister seinen Wehren auch in Katastrophensituationen immer zur Seite und setze sich besonders für den Nachwuchs ein.

Ehrungen für verdiente Brandbekämpfer

Das machen aber auch noch viele andere: Hauptlöschmeisterin Birgitt Wulf aus Kirchgellersen unterstützt seit Jahren den Nachwuchs beim Unterricht und bei praktischen Übungen, ist darüber hinaus maßgeblich für die Ausbildung der Einsatzkräfte zuständig. „Mit Einführung des Truppführer-Lehrgangs auf Kreisebene im November 2007 wurde sie zur Lehrgangsleiterin der heutigen Truppmannausbildung Teil 1“, sagte der Kreisbrandmeister, „sie war bis dato die erste Frau in der Männerdomäne.“ Für ihren Einsatz erhielt sie das Feuerwehrehrenkreuz in Silber – ebenso wie Hauptlöschmeister Holger Pilch.

Der Reinstorfer ist seit 1982 Mitglied seiner Feuerwehr und ist besonders im Bereich Veranstaltungsorganisation aktiv. „Zudem ist er fester Bestandteil der Kreisausbildung“, sagte Hensel, „und bringt aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Rettungsassistent auch immer aktuellen Änderungen und Verbesserungen in Sachen Gesundheit mit ein.“

Von Ute Lühr

150 Jahre Landesfeuerwehrverband

Jubiläumsfeier in Lüneburg

Zur „Feuerwehrstadt“ soll Lüneburg in diesem Spätsommer werden, regte Kreisbrandmeister Torsten Hensel jetzt an: Am Wochenende 22./23. September wird das 150-jährige Bestehen des Landesfeuerwehrverbandes gefeiert. Delegationen aus Niedersachsen sollen dazu mit außergewöhnliche Fahrzeugen anreisen, zudem ihre Musikzüge sowie ihren Nachwuchs mitbringen und damit Teil eines umfangreichen Festprogramms werden. So wird der Platz am Sande zur Ausstellungsfläche zum Thema „Feuerwehr im Wandel“, am Sonntag soll der Marktplatz den verschiedenen Bereitschaften als Präsentationsfläche dienen. Für die Kinder sind im Clamartpark „Spiele ohne Grenzen“ geplant.