Mittwoch , 26. September 2018
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Einmal mehr war die Arena Lüneburger Land Thema im Lüneburger Kreistag. Doch einen unterschriebenen Betreibervertrag gibt es noch immer nicht. (Grafik: Landkreis Lüneburg/ Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer)
Einmal mehr war die Arena Lüneburger Land Thema im Lüneburger Kreistag. Doch einen unterschriebenen Betreibervertrag gibt es noch immer nicht. (Grafik: Landkreis Lüneburg/ Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer)

Nachfragen unerwünscht

Lüneburg. Die zentrale Forderung von Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) ist: „Füße stillhalten.“ Auch Nachfragen zum Thema „Arena Lüneburger Land“ von Kreistagsabgeordneten waren nach dem wortkargen Bericht des Landrates bei der Sitzung des Kreistags in der Ritterakademie unerwünscht. Deutlich wurde nur, dass die Rolle des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg aus Sicht der Verwaltung gestärkt werden soll. Über das Wie müsse aber noch mit dem designierten Betreiber der geplanten Arena, dem Konzertveranstalter FKP Scorpio, gesprochen werden. Nahrstedt bat noch bis zum 12. März um Geduld. Auf die Frage von Tanja Bauschke (Grüne), ob dann endlich ein unterschriftsreifer Betreibervertrag vorliegen werde, sagte Nahrstedt: „Das werden wir sehen.“

Nahrstedt verrät keine Vertragsdetails

Die Spitzen von Kreis- und Stadtverwaltung hatten mit SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg am vergangenen Freitag ein Gespräch geführt, bei dem die Wünsche der Volleyballer aufgenommen worden sind. Bahlburg bezeichnete das Gespräch als „konstruktiv und zielführend“. Zuletzt hatte sich die Kritik daran entzündet, dass den Volleyballern der Trainingsbetrieb in ihrer neuen Heim-Arena gar nicht garantiert werden könne und die Kosten zu hoch seien. Auf die Nachfrage von Karlheinz Fahrenwaldt (Linke), ob es da nun eine Lösung gebe, sagte Nahrstedt, dass er keine Vertragsdetails in der Öffentlichkeit besprechen werde.

Der Chef der Kreisverwaltung wiederholte seine Aussage: „Ich stehe zu der Halle! Aber es muss Schluss sein, über die Presse miteinander zu kommunizieren.“ Dass sogar in der Kreistagssitzung noch Nachfragen gestellt wurden, ging dann auch Franz-Josef Kamp (SPD) zu weit. Er kritisierte seine Abgeordneten-Kollegen: „Ich habe die Chancen für eine Halle bei 98 Prozent gesehen. Aber mit jeder Fragestunde, die wir machen, geht sie weiter runter. Vor allem, wenn dann noch die Berichterstattung der Landeszeitung dazukommt …“ Er betonte ebenso wie Nahrstedt, dass alle Fragen bereits in der Sondersitzung des Hochbauausschusses vor zwei Wochen behandelt worden seien (LZ berichtete).

Lösungsvorschläge am 12. März

Darüber hinaus kündigte Nahrstedt an, auch mit der Samtgemeinde Gellersen, die hinter der SVG steht, ein weiteres Gespräch zu führen. Nahrstedt: „Da müssen wir gucken, ob wir da gemeinsam was hingekommen.“ Ihm sei darüber hinaus „auch gar nicht bewusst“ gewesen, „in welcher Vielzahl sich dieser Verein, was die Jugendmannschaften angeht, in den letzten Jahren entwickelt hat“. Nahrstedt: „Wir müssen jetzt gucken, wie kriegen wir das alles in unseren Sporthallen gebacken.“ Ziel sei es, am 12. März dem nichtöffentlichen Kreisausschuss Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Auf die Frage von Ralf Gros (Grüne), ob die Verkehrsproblematik und der Nachweis der Parkplätze für Arena-Besucher noch einmal behandelt worden seien, sagte der Landrat, dass der Kreis weiterhin in Gesprächen ist. Nahrstedt: „Wir versuchen, Fahrrad und ÖPNV ganz stark in den Vordergrund zu schieben.“ Dazu sagte Gisela Plaschka (FDP): „Wenn es regnet oder stürmt, kommen die Leute von außerhalb doch nicht mit dem Fahrrad zur Arena.“ Nahrstedt fragte zurück: „Gisela, fährst du nicht auch mit dem Bus aus Amelinghausen nach Lüneburg ins Theater?“ Plaschka: „Ne.“

Von Dennis Thomas

84 Kommentare

  1. Also wirklich könnt Ihr bitte aufhören den Politikern auf die Finger zu gucken,deren Entscheidungen und Positionen zu hinterfragen, und die einfach Mal unkritisiert falten und walten lassen, dasss ja wirklich schlimm wie sich hier alle dafür Interessieren was die so treiben, ganz als ginge es irgendjemand etwas an und als hätte die Allgemeinheit irgendwelche Rechte und Ansprüche darauf informiert zu werden – lächerlich! Also einfach mal Schnauze halten in Zukunft kkthxbye (Sarkasmus-Schild)

    • Lieber Herr Fahrenwaldt

      Beim Thema „Arena Lüneburger Schand“ hat der Bürger nix mitzureden. Wo kämen wir denn da auch hin? Das ist ein Geschäft unter Nahrstedt, Mädge und Bahlburg. Allenfalls Herr Hoppe hat da noch eine Expertise für relevante Meinungsäußerungen. Was geht das die Leute draußen im Lande an, ob an der Lüner Rennbahn ihr Geld verbrannt wird oder nicht. Für einen Quatsch, um den sie nicht gebeten haben. Die sollen vor ihrer eigenen Tür kehren und sich nicht von profilierungssüchtigen Abweichlern aus dem Kreistag oder Rat aufhetzen lassen. DER BAU MUSS SEIN! Schon allein deshalb, weil nun schon einmal 2,5 Millionen Euro für unbrauchbare Planungen und ein ungeeignetes Grundstück aus dem Fenster raus und zu Herrn Sallier hinüber geworfen worden sind. Da kann die Verwaltungsspitze doch jetzt nicht mir nichts, dir nichts abbrechen! Da müssen einfach 12 bis 15 Millionen Euro drauf gesattelt werden, um den mega-teuren, lange vor Baubeginn erzeugten Scherbenhaufen zu verdecken!

      Also: Füße stillhalten! Der Unfug wird durchgezogen! Koste es, was es wolle.

      LG, René Scholz

      • Zitat Frau Dr. Heinen

        Zur Arena: Der Kreis darf aus Gründen des Beihilferechts den Volleyballern finanziell nicht unter die Arme greifen. Zumal nicht der Verein, sondern Herrn Bahlburgs angegliederte Sportbetriebsgesellschaft, die privatwirtschaftliche, profitorientierte SVG-GmbH, offiziell als Hallennutzer auftreten würde. Dazu heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kreises: „Die Sportbetriebsgesellschaft GmbH muss wie jedes andere Unternehmen auch für eine Nutzung [der Arena] ein angemessenes Entgelt bezahlen. […] Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung geregelt, wäre dies […] rechtswidrig. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“

        (Quelle: Vorlage 2018/037 in der Sondersitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen vom 13. Februar 2018, Antwort zu Frage 10 der CDU-Fraktion, Absatz 2 PDF, Seite 7): https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710)

        zitiert von Jörg Thomann

    • Da sollte mal einer nachfragen!

    • Die „Arena“ wird das Armageddon von Wollen und Können im Landratsamt.

      Meine Prognose.

  2. Es ist eben nicht alles so wie es scheint, und wie so oft macht subversives Nachfragen die Sache zwar nicht besser. Aber es bringt die Dinge auf den treffenden zwiespältigen Punkt.

  3. Ein Arena Lüneburger Land Versuch der knallt ist allemal mehr wert als ein stiller. Man kann also den Himmel nicht genug bitten, dass wenn er einen etwas erbauen lassen will, es etwas sein möge das knallt; es schallt in die Ewigkeit.

  4. Was für ein anmaßendes Gequatsche von Nahrstedt. Er ist der Diener. Er jongliert bei seinem wirren und verrückten Renommiervorhaben „Arena“ mit Steuergeldern. Vielleicht sollte er einmal das NKomVG studieren. Seine Dienstherrren sind die Kreistagsabgeordneten. Er hat ihnen (und der Öffentlichkeit) Auskunft zu geben, wenn sie das verlangen.

    Nahrstedt selber ist für dieses verfahrene Schildbürger-Projekt verantwortlich, das schon mit dem Sallier-Kauf des falschen Grundstückes gescheitert war, den er gewollt hat und dessen Erwerb Kreis und Stadt später exorbitant teuer bezahlt haben.

    Was schwatzt er jetzt mit dem Privatunternehmer Bahlburg? Warum muss dessen Entertainement-Business gefördert werden? Nahrstedt sei „auch gar nicht bewusst“ gewesen, „in welcher Vielzahl sich dieser Verein, was die Jugendmannschaften angeht, in den letzten Jahren entwickelt hat“. Das ist niemandem bewusst, weil die SVG-Geschäftsführung noch nie irgendwelche glaubhaften Zahlen auf den Tisch gelegt hat. Ist die Strategie jetzt die Rückkehr zur Breitensport-Lüge?

    ›Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung mit der SVG-GmbH geregelt, wäre dies (…) rechtswidrig. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.‹

    Dieser Satz aus der schriftlichen Stellungnahme des Landratsamtes scheint mir entscheidend für alle vermeintlichen Ansprüche von Bahlburg oder anderen SVG-„Förderern“.

  5. Die SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH, eine private geschäftliche Unternehmung von Herrn Bahlburg, die ja angeblich so großartig wirtschaftet, Gewaltiges fürs „Image“ unserer Region leistet und solch ein ungemein großes Publikum in Stadt und Land besitzt, dass das Vorhalten von 3.500 Zuschauerplätzen unerlässlich ist (alles Behauptungen übrigens, für die bisher jeder auf nachprüfbaren empirischen Daten gestützte Nachweis fehlt), diese Bahlburg-GmbH hätte selbst Geld in die Hand nehmen und ihre eigene Halle bauen sollen. Erstens gäbe es diese Halle dann aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt bereits und zweitens wäre sie nach den kaufmännischen Grundsätzen ehrlicher Hanseaten allein auf Risiko der Bahlburg-GmbH finanziert und nicht versucht worden, eine illegitime Begünstigung mit jämmerlicher Erpressung und fadenscheinigen Argumenten den Steuerzahlern aus der Tasche zu leiern.

    Eine „originäre Aufgabe der öffentlichen Hand“ gibt es im Arena-Kontext nämlich NICHT – und hat es auch NIE gegeben. Sie war eine Erfindung.

    Denn, was von „der Verwaltung“ für die Vorlage vom 27. Juni 2016 im Rat der Hansestadt Lüneburg formuliert wurde, auf dessen Basis der ganze Schlamassel – bis heute – im Rollen gehalten wird, war eine riesige, fette und durch kein noch so „gutes“ Wünschen und Wollen zu rechtfertigende (und inzwischen implizit auch einbekannte) Zweck- und Überrumplungslüge: „Die Nutzung der Arena wird in Schulsport, Breitensport durch Vereine, in kommunalen Veranstaltungen sowie weiteren sportlichen, kulturellen und kommerziellen Veranstaltungen mit lokalem Bezug liegen. Bei der Vorhaltung öffentlicher Einrichtungen für ihre Einwohnerinnen und Einwohner für kulturelle und sportliche Zwecke handelt es sich um originäre Aufgaben der öffentlichen Hand. Die Errichtung der Halle dient somit insoweit der Aufgabenerfüllung von Landkreis und Hansestadt und kommt deren Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Diese kommunalen Nutzungen stellen einen wesentlichen Anteil der Gesamtnutzung der Halle dar. Die vorgesehene Nutzung durch den Volleyball-Bundesligisten ‚Spielvereinigung Gellersen-Lüneburg‘ (für Training und Heimspiele) und die Durchführung kommerzieller Veranstaltungen betrifft im Wesentlichen vom Landkreis und von der Hansestadt Lüneburg nicht nachgefragte Zeiten, die die Nutzung durch diese nicht wesentlich beeinträchtigen. Dies gilt auch dann, wenn den gewerblichen Nutzungen im Konfliktfall ein Vorrang gegenüber der kommunalen Nutzung eingeräumt wird.“ (VO/6759/16, Seite 4)

  6. kann mir mal einer erklären, warum diese langen kommentare hier erlaubt sind und in der printausgabe der lz nicht? dieses hier ist kostenlos? vielleicht deswegen? in der kürze liegt die würze. wer soll sich dieses alles durchlesen? der zensor, bevor er es hier reinstellt? derjenige hält den betrieb auf. leute, es stand irgendwo mal folgender satz: fasse dich kurz. recht hatte derjenige.

    • Weil der Platz auf dem Papier begrenzt ist. Hier nicht. Aber ích stimme Ihnen zu, Herr Bruns: Die Kunst liegt im Weglassen.
      Der „Zensor“ (schmunzeln)

  7. Sehr gute Arena-Kommentare! (Den Käse von Klaus Bruns übersehe ich mal.) Mädge und Nahrstedt glauben tatsächlich, sie selbst seien „die Stadt“ oder „der Kreis“ und alle anderen seien bloß Knetmasse in ihren Händen: „die Politik“ genauso wie „die Bürger da draußen im Lande oder auf der Straße“.

    „Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut“, meinte schon neulich Lord Acton, einer der scharfsichtigsten Beobachter unserer Lüneburger Lokalpolitik in der Ära des ergrauten Sozi-Tandems.

  8. Es gibt in Deutschland keine einzige Halle dieser Größe, für deren Unterhalt die öfffentliche Hand nicht jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag zuschießen würde. Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer wissen das ganz genau. Die „Anpassung“ der Verkehrsinfrastruktur, für die Kreis und Stadt aufkommen müssen, wird weitere Millionen verschlingen. Das Schul- und Breitensportgequatsche war von Anfang an eine fette dreiste Lüge. Sie soll allein die zweckentfremdeten 75.000 Euro aus dem Schulfonds rechtfertigen, welchen Stadt- und Landkreis jährlich als Betriebskostenzuschuss zahlen werden. Gisela Plaschka (FDP) hat recht bis auf eine Kleinigkeit: Nicht in den letzten Wochen, sondern von Beginn an ist aus der multifunktionalen Veranstaltungshalle „eine private Eventhalle mit einem eingeschränkten Sportangebot geworden“. DESHALB war auch von der ersten Sekunde an die Frage berechtigt, was „der Kreis“ (Manfred Nahrstedt) und „die Stadt“ (Ulrich Mädge) bei der Finanzierung, Planung und „Durchführung“ für diesen privatwirtschaftlich betriebeben Kommerz- und Event-Tempel eigentlich zu suchen haben.

    Die in diesem Zusammenhang im Sommer letzten Jahres geäußerten, mit Blödmetaphern aufgerüschten Nullansichten von SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp, Alexander Blume (CDU) und Petra Kruse-Runge (Grüne, die einen früheren Schwachsinn von CDU-Mann Günter Dubber aufgriff), sind an lachhafter Vergackeierungshohlheit wirklich kaum zu überbieten.

    Mich würde eimal interessieren, wieviele der 59 stimmberechtigten Kreistagsmitglieder die mehr als fünfzig Seiten umfassende Vorlage 2017/183 vom 19. Juni 2017 (im Stand der 2. Aktualisierung vom 16.06.2017) nebst Anlagen eigentlich vor der Beschlussfassung wirklich eingehend studiert und durchdacht haben.

  9. Ein durch und durch sexistisches Projekt. Ein überdimensionierter Ersatzphallus von Kerlen für Kerle. Gibt es denn keine Volleyballerinnen? Nie von #MeToo, dem Weinstein-Skandal und der systematischen Missachtung von Frauen in Lüneburg gehört? Sexismus ist allgegenwärtig, auch in unserer Stadt: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1496042-sexismus-ist-allgegenwaertig
    Die Frage einer engagierten Frau wie Tanja Bauschke, wann denn nun endlich ein unterschriftsreifer Betreibervertrag vorliegen werde, wird mit gönnerhafter Macho-Attitüde von Nahrstedt abgbügelt, als rede er mit einem unzurechnungsfähigen Kind: „Das werden wir sehen.“ Und sein hahnenhafter Adlatus Franz-Josef Kamp assistiert ihm wie ein testosterongesteuerter, angeberischer Muskelprotz, indem er kritisiert, dass von Frauen sogar in der Kreistagssitzung noch Nachfragen gestellt würden.

    Der Chauvinismus wurde klar erkennbar, als Nahrstedt, der Chef der Kreisverwaltung seine sexistisch codierte, frauenfeindliche Aussage wiederholte: „Ich stehe (!!) zu der Halle! Aber es muss Schluss sein, über die Presse miteinander zu kommunizieren.“ Das heißt doch wohl im Klartext, dass Frauen den Mund zu halten haben. Also: „Es muss Schluss damit sein, überhaupt über diese Männer-Arena, dieses verräterische Stück Lüneburger Ma­chis­mo-Expression zu diskutieren.“

    • Ja. Doch. Erkennbare Symptome.

    • „Als Phallus (latinisierte Form des griechischen φαλλός – phallós) bezeichnet man heute insbesondere in kulturgeschichtlichen Zusammenhängen den erigierten Penis des Menschen. Der Phallus gilt seit Jahrtausenden als Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit.“ (Quelle:Wikipedia)

      Ich kann auf dem Bild nicht erkennen, was vergleichbare Formen aufweist.
      Helfen Sie mir bitte auf die Sprünge.

    • Hilde Lührsen

      Warum ist die „Arena“ ein sexistisches Projekt? Weil alternde Kerle auf Biegen und Brechen und koste es, was es wolle, einen weiteren überdimensionierten Ersatzphallus für andere alternde Kerle (Buddies) im Lüneburger Land errichten wollen. „Schaut mal her, wir haben den Größten! Ätsche-Bätsche, bähbähbäh!“ DAS GANZ ALLEIN ist die Message dieses Riesenunsinns am falschen Platz, der sich in seiner teuren Sinnlosigkeit problemlos neben das bizarre, Gewalt, Dummheit und Größenwahn ausschwitzende Betonmonstrum am Bockelsberg stellen lässt.

      Wie das? – Wenn das eine dysfunktionale Protzsymbol an der Schaumschlägertwiete steht [!], das andere in seinem ebenso absehbaren Ungenügen beim alten Schlachthof aber erst stehen [!] soll? Gute Frage, Jo Bembel!

      Wenn Sie die beiden ihren Zwecken nicht genügenden Trauer-Monumente nebeneinander stellen, also miteinander vergleichen wollen, ist eine gedankliche Operation vonnöten, lieber Jo. Nur im Geiste halten Sie diese beiden lachhaften „Symbole für Kraft und Fruchtbarkeit“ zusammen und erkennen, dass hier ausschließlich ein infantiles Vorzeigen von Piephähnen das maßgebliche Baumotiv ist bzw. gewesen sein kann.

      Als Phallussymbol bezeichnet man in der Psychoanalyse ALLE Gegenständie, die als Sinnbild des männlichen Genitals, des Phallus, interpretiert werden können. (Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
      WWW: http://lexikon.stangl.eu/5382/phallussymbol/)

      In exakt der ÜBERTRAGENEN Weise wie Sie auch ein fettgliedriges Goldkettchen auf dem schwarzgefärbten Brusttoupet von Silvio Berlusconi, einen Hummer H2 SUV mit 436 PS und 43 l/100 km vor dem IHK-Gebäude am Sande oder neuerdings sogar ein Präsidentenamt inklusive elchledernem Atomkoffer in Washington D.C. als Ersatzphallus sehen können, lieber Jo Bembel, ebenso können Sie auch die von vier alten Herren ohne überzeugende Gründe, gegen jegliche Vernunft und unter Missachtung diverser Amtspflichten geplante „Arena“ als „den erigierten Penis von [männlichen] Menschen“ sehen, mit dem – bildlich gesprochen – herumgewedelt wird, auf dass alle Welt Notiz vom wichtigtuerischen Winkelwilhelminismus à la Nahrstedt und Mädge nehme.

      • Darum ist die „Arena“ ein sexistisches Projekt?

      • Hilde Lührsen

        Jawoll, darum ist die Arena ein sexistisches Projekt!

        • Ja, Frau Lührsen,
          Sie meinen das wohl tatsächlich alles ernst.

          Kleiner redaktioneller Hinweis auf Machismen in der Politik: Denen werden wir jetzt richtig in die Fresse hauen. Bätschi. (Das kam von Frau Nahles, der Kollegin der von Ihnen kritisierten Herren. Kleine Gewaltandrohung, hahaha, lustig lustig engagiert.)

          Aber ja, die Halle ist ein sexistisches Projekt – initiert für eine Herren (!!!)-Volleyball-Mann(!!!!!!)schaft. Stellen Sie sich vor, all dieser mänlliche Protzer-Schweiß in einer öffentlichen Halle, der kaum mehr aus der Nase zu bekommen ist. Die markieren wirklich immer und überall ihr Revier, diese Männer.

          Eine wahre Kampf-Arena! In der am Ende jeden dritten Tag im Jahr nun aber dann doch nur halbnackte Musik-Sternchen singen und tanzen sollen…

          O tempores, o mores.

    • Hallo Jo Bembel, sexuelle Diskriminierung findet auch in Lüneburg statt, doch darüber geredet wird immer noch viel zu wenig. Darin waren sich die Teilnehmerinnen der LZ-Veransaltung „Wir holen #MeToo ins Lokale“ am Donnerstagabend im Café Avenir einig: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/1498291-1498291

      „Im Kleinen gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder Anläufe, etwas zu verändern, aber die großen Baustellen [!!] sind geblieben“, beklagte sie Sonderpädagogin Ute Quante.

      Vieles fange „damit an, dass man bewusst wahrnimmt, wo sexuelle Diskriminierung anfängt“, so Teilnehmerin Antonia Storck.

      „Sexuelle Belästigung und Diskriminierung kann da wirken, wo hierarchische Machtverhältnisse stark ausgeprägt sind.“, erklärte Kathrin van Riesen, Gleichstellungsbeauftragte an der Leuphana Universität. Die Wissenschaft sei ein gutes Besipiel dafür. An der Leuphana Universität besetzen 27 Prozent Frauen, aber 73 Prozent Männer die Professuren der Hochschule.

      Jetzt fragen Sie sich bitte mal, wieviel Prozent Frauen es unter der Lüneburger Bürgermeistern und Landräten gibt, lieber Jo Bembel. Und auch unter den selbsternannten „Entscheidern“ für das Arena-Projekt finden Sie nicht eine einzige Frau.

      Nachfragerinnen im Rat oder Kreistag wird einfach der Mund verboten. Wo, wenn nicht dort, sollte die sogenannte „Sadtspitze“, die Riege unserer bellenden Chauvinisten, in ihrer autokratischen Selbstherrlichkeit aber dann in die Schranken demokratischer Prozesse verwiesen werden?

      Die Arena ist ein Ersatzphallus! Und die Arena-„Planung“ ist eine sexistische Veranstaltung in Reinkultur.

      • „Sexuelle Belästigung und Diskriminierung kann da wirken, wo hierarchische Machtverhältnisse stark ausgeprägt sind.“,
        seltsam, warum braucht man für alltagsweisheiten eine uni? warum werden frauen bei uns schlechter bezahlt als männer? weil die meisten chefs männer sind. so einfach ist das. und die wenigen frauen, die chef sind , müssen sich mit den chefs rumplagen, die männer sind. sie stehen bekanntlich im wettbewerb und als frau in der minderheit. wenn geld gespart werden soll, fängt man bei frauen an. so manche alterfahrene buchhalterin musste einem jungen mädel weichen, sie war billiger zuhaben.

        • Bingo, Herr Bruns,

          sexuelle Diskriminierung gibt’s in Lüneburg an Schulen und Hochschulen, in Behörden und Verwaltung, bei Presse und Rundfunk, in Kaufhäusern und Supermärkten, in Parteien und Verbänden, in Rat und Kreistag und auch bei den Arena-Matadoren, die einen fehlgeplanten Bau an einem ungeeigneten Ort durchdrücken wollen, ohne die gewaltigen finanziellen Folgelasten für diesen Unsinn zu bedenken.

          • Hallo Herr Fahrenwaldt

            Wie lautet Ihre Meinung? Gibt es Chauvinismus unter den Lüneburger Lokalpolitikern? Ist der Bau der i-Went-Arena das sexistische Phallusprotzprojekt kindischer Piephahnvergleicher auf allerunterstem Stadtmarketing-Denkniveau?

            Tanja Schmid

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Liebe Frau Schmid, mit freudscher Gelassenheit kann man alles und jedes auf die sexuelle Schiene schieben. Das scheint der Zug der Zeit zu sein. Der Bau von Repräsentationsgebäuden hat schon einen patriarchalen Beigeschmack: Die Machtelite zeigt uns, wo der Hammer hängt.

        • Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt

          Ich weiß gar nicht, ob Sie den Arena-Gernegroßen gleich mit der Freud-Nummer und dem Piephahn-Vergleichen kommen müssen. Für mich ist vieles daran ganz gewöhnliche Angeberei mit einem gehörigen Schuss gedanklich kurzatmigen Überlegenheitswahns, wie er bei alten Männern in heraugehobenen polit-administrativen Funktionen nicht selten zu finden ist.

          Können Sie sich vorstellen, was der Vorsitzende Richter im 1. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg, Herr Sören Claus, zu den quasi wöchentlich wechselnden Begründungen für das Erfordernis gerade dieser Halle an diesem Ort sagen würde? Sie haben den köstlichen LZ-Artikel über das Reppenstedt-Urteil vom 28. Februar gelesen, nehme ich an. Der Redakteur Dennis Thomas schreibt: „Das Urteil könnte Auswirkungen über die Gemeindegrenzen hinaus haben. Denn ausschlaggebend waren nicht die vorgeworfenen Verfahrensfehler. Es ging vielmehr um die ‚inhaltslosen Klanghülsen‘, so Richter Claus, mit denen die Gemeinde die [angeblich notwendigen baulichen] Maßnahmen beschrieben hat“. (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1498442-gericht-zerschlaegt-ortskern-plaene#comment-148192)

          Was meinen Sie, würde diesem scharfblickenden Verwaltungsrichter zu den oft weniger als „inhaltslosen Klanghülsen“ in den Rats- und Kreistagsvorlagen zur „Arena“ einfallen, nachdem er einen Blick auf die lange Liste der immer noch aktuellen Fragwürdigkeiten geworfen hätte, die Leo Fischer (unten) zusammengestellt hat? (Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1495602-nachfragen-unerwuenscht#comment-147541)

          MfG, Kurt Becker, Kreideberg

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Lieber Kurt Becker,
            die Sache mit dem „Piephahn“ ist auf dem Mist von Frau Schmid gewachsen und nicht meine Interpretation. Die Machteliten haben in ihren Perioden immer überdimensinierte Bauwerke errichtet um dem „gemeinen Volk“ ihre Unwichtigkeit zu demonstrieren (kommt daher der Begriff „kleiner Mann“?). Als der Klerus an der Macht war wurden riesige Kirchen gebaut, der Adel baute sich dann prächtige Schlösser, nach der „bürgerlichen Revolution“ wurden gewaltige öffentliche Gebäude (Rathäuser, Gerichte, Schulen etc.) gebaut, nach der „industriellen Revolution“ entstanden überdimensionierte Fabrikgebäude und heute baut die Finanzelite um die Wette die höchsten Wolkenkratzer, teuersten Flughäfen und Konzerthallen. Bezahlt vom Steuerzahler als weitere Form der Umverteilung von Unten nach Oben.

          • Herr Fahrenwaldt, hic Rhodus, hic salta!

            Das chauvinistische Arena-Projekt soll in IHREM Leben realisiert werden, Herr Fahrenwaldt, nicht in dem von König Echnaton, Papst Pius V., Walter Percy Chrysler, Recep Tayyip Erdoğan oder Sascha Spoun.

            Nur wer sich klein machen lässt, ist klein. Und, wie Laurence Sterne schrieb: „A dwarf who brings a standard along with him to measure his own size – take my word, is a dwarf in more articles than one.“ (Auch der Verweis auf „die Historie“ kann so eine prophylaktisch selbstverzwergende Messlatte [!] sein, lieber Herr Fahrenwaldt.)

            Hören Sie bitte auf damit, ständig die Vergeblichkeit allen Ihres Handelns vorauszusetzen. Nicht der Erfolg ist wichtig, sondern der Versuch, ihn zu erlangen. Sie sind gewählt worden, um die Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises nach Maßgabe Ihres Gewissens zu vertreten.

            Versuchen Sie, dem zu genügen! Versuchen Sie es!

            MfG, Kurt Becker

      • Aber, aber, Herr Fahrenwaldt, Sie dürfen nicht so kleinlaut sein!

        Der Kreistag – wie auch der Rat – repräsentieren den Souverän! Beide sind die politische Vertretung der Gemeindebürger und zugleich die obersten Exekutivorgane der Kommunen. Sie (Kreistag bzw. Rat) ENTSCHEIDEN über die Verwaltung der Gemeinde, soweit Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft (eigener Wirkungskreis) oder Angelegenheiten, die das Gesetz den Kommunen zur Besorgung im Auftrage des Staates zuweist (übertragener Wirkungskreis / Auftragsangelegenheiten), betroffen sind (Allzuständigkeit der Gemeinde). Ob „die Machtelite“ uns zeigt, wo der Hammer hängt [!] (oder der Hummer steht [!]), ist vollkommen egal! Denn wer ist das schon, „die Machtelite“?

        Denn die wahre Macht haben SIE, Herr Fahrenwaldt und alle Ihre Kolleginnen in unseren kommunalen Gremien. Sie müssen nur den Mumm haben, diese auch zu gebrauchen, dann kommt es nicht zu solchen unsinnigen sexistischen Projekten mit überdimensionierten Ersatzphalli am falschen Ort, die Schniedelgrößen in Standortvorteile umlügen.

        Nahrstedts oben beschriebene Forderungen („Füße stillhalten.“ und „Keine Nachfragen zur Arena von Kreistagsabgeordneten“) sind LÄCHERLICH. Kreistag und Rat beauftragen und überwachen die Hauptverwaltungsbeamten (Landrat bzw. Oberbürgermeister) und die jeweilige Verwaltung, insbesondere die Ausführung ihrer Beschlüsse. Landrat und Oberbürgermeister haben die Beschlüsse der Bürgervertretungen auszuführen – NICHT UMGEKEHRT. Zwar erlangen deren Beschlüsse erst mit dem Vollzug durch die HVBs Außenwirkung, aber solche Beschlüsse sind KEINE Verwaltungsakte, sondern Ausfluss einer vertretungsinternen Willensbildung!

        Also, Herr Fahrenwaldt, Kopf hoch! Pochen Sie auf Ihre Rechte! Verlangen Sie Auskunft! Kritisieren Sie offensichtlichen Schwachsinn! Organisieren Sie den anti-sexistischen Widerstand! Durchbrechen Sie die chauvinistischen Pseudo-Machtfassaden und kümmern Sie sich darum, dass etwas Vernünftiges für den Lüneburger Sport getan wird, anstatt zweistellige Millionensummen für diesen nicht überlebensfähigen Hallenzwitter zugunsten von synthetisch augeblasenem Exotensportspektakel und Massenabfütterungs-Entertainement aus dem Fenster zu werfen!

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Liebe Frau Schmid,
          wie Sie sicher dieser Zeitung in ihren verschiedenen Erscheinungsformen entnommen haben (oder dieses nachholen können) gehöre ich aus verschiedenen Gründen zu den Kritikern dieser Halle und äußere meine Fragen und Kritiken auch im Kreistag und seinen Organen. Allerdings wird sich auch hier die Machelite mit ihren Claqueuren voraussichtlich durchsetzen.

      • Lieber Herr Fahrenwaldt,

        zum blöden Arena/Piephahn-Wettbewerb nehmen neben Ihnen, Rainer Dittmers, Hans-Georg Führinger und Günter Dubber immer wieder besonders kritisch Stellung. Dafür danke ich Ihnen allen. Aber, mal ehrlich, ohne die geballte Ablehnung unserer Kreistag-Mädchen, stünde [!] der zwanzig Millionen Euro teure Ersatzphallus doch längst nicht mehr in Frage. Darum geht mein frauen-solidarischer Dank ebenfalls an unsere kämperischen Widerständlerinnen: Tanja Bauschke, Nicole Ziemer, Antje Aden-Meyer, Barbara Beenen, Melanie Dieckmann-Kirks, Ingrid Dziuba-Busch, Christine Haut, Annette Kork, Daniela Krüger, Petra Kruse-Runge, Dr. Brigitte Merz, Gisela Plaschka, Silke Rogge, Ute Schaller, Inge Schmidt, Andrea Schröder-Ehlers, Jens-Peter Schultz, Evelin Tiedemann, Inge Voltmann-Hummes und Ulrike Walter!

        An Herrn Becker schreiben Sie, „die Sache mit dem ‚Piephahn‘ sei auf dem Mist von Frau Schmid gewachsen und nicht Ihre Interpretation“. Aber den Namen Freud brachten doch Sie ins Spiel, Herr Fahrenwaldt. Vom Sexualwissenschaftler Runkel stammt der Hinweis diesmal jedenfalls nicht. Wie immer, die Aspekte der Verdrängung (des Alters) und der ersatzhandelnden Bau-Kompensation („Wer hat den Größten“?) haben damit Sie der Debatte hinzugefügt. Zu Recht! Ich bin Ihnen dankbar dafür. Denn genau darum geht es:

        Eine völlig unsinnige „Arena“ am falschen Platz soll aus reinem Größenwahn [!] kommen [!] .

        Umso wichtiger ist der Sören Claus-Rap, die wertvolle Parallelgeschichte der „inhaltsleeren Reppenstedter Klanghüllen“, die zur analytischen Schärfe bei der Bewertung des Arena-Unfugs wesentlich Erhellendes beiträgt: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1498442-gericht-zerschlaegt-ortskern-plaene#comment-148192

    • Liebe Ratsherren Amri, Blanck, Mencke, Salewski, und Soldan

      Sexismus in der Arena-Sache ist nur ein besonders drastischer Sonderfall von Sexismus, Machismo und Chauvinismus in der Lüneburger Lokalpolitik bzw. im Lüneburger Alltag in beruflichen Bereichen ebenso wie im Privatleben.

      Ich unterstütze die LZ-Veransaltung „Wir holen #MeToo ins Lokale“ ausdrücklich! Das sollte eine feste, regelmäßig tagende Einrichtung im Kulturleben unserer Stadt werden: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/1498291-1498291

      Was sagen Sie?

      LG, Gertrud Hölscher

  10. Das Herr Nahrstedt nicht weiß wieviele Jugendmannschaften in Hallen spielen, zeigt einmal mehr, wie wenig sich Nahrstedt mit dem faktischen auseinander setzt. Völlig unfähig und total überfordert im Amt. Da kann man sich auch gut vorstellen, wie Entscheidungen getroffen werden oder z.B. würden: die Sportplätze im Wilschenbruch zu verhökern und sich dann zu wundern, das ein paar Hundert Kinder ohne Sportplatz rumvagabundieren. Eine wachsende Stadt ohne Sportkonzept und ohne Plan.

  11. Die SVG-Tabellensituation ist dieses Jahr mal wieder nicht sehr rosig, mit einem Bundesliga-Abstieg der Volleyballer wäre die Arena-Schildbürgerei wohl schlagartig erledigt. Hoffentlich wird der Bauunfug auch ohne solch eine sportliche und wirtschaftliche Katastrophe für das Familienunternehmen Bahlburg beendet. In den Rats- und Kreistagsgremien sollte rasch ein vernünftiges, zukunftsfähiges Sportparkkonzept für eine wirklich professionelle Anlage an einem ausbaufähigen Standort im Osten der Stadt mit komfortabler Ballsporthalle, mit bundesligatauglichem LSK-Stadion sowie mit großzügigen Trainings- und Leichtathletikplätzen auf den Tisch kommen! (Und vielleicht sollte dann auch lieber das städtische als das Kreisbauamt mit der Umsetzung beauftragt werden.)

    Das für die Halle ungeeignete, mit fast eineinhalb Millionen Euro von Sallier gekaufte und überbezahlte ehemalige Pickenpack-Areal können Stadt und Kreis gut nutzen, um durch den Bau einer Tiefgarage die ohnehin zum Zerreißen gespannte Parksituation für die an der Lüner Rennbahn Beschäftigten zu verbessern.

    • „Die SVG-Tabellensituation ist dieses Jahr mal wieder nicht sehr rosig“ – hm, interessante Sichtweise. Nach drei äußerst erfolgreichen Jahren – zweimal das Playoff-Halbfinale erreicht (das bedeutet, den geteilten dritten Platz in der Liga erreicht), letzte Saison im Playoff-Viertelfinale knapp gescheitert nach einem fünften Platz in der Hauptrunde, diese Saison schon für das Viertelfinale qualifiziert, noch mit Chancen, sich um den ein oder anderen Platz zu verbessern, und dass bei einem vergleichsweise bescheidene(re)m Etat und angesichts einer stärker werdenden Konkurrenz – steht die SVG meiner Meinung nach mal wieder gar nicht so schlecht da. Abstiegssorgen musste sich die SVG bisher noch nie machen, auch in dieser Saison kommen nur noch zwei Mannschaften für den Abstieg in Frage. Und selbst bei einem sportlichen Abstieg gibt es (s. Solingen letzte Saison) Möglichkeiten, über Sonderregelungen in der Liga zu bleiben – zugegebenermaßen aus sportlicher Sicht keine ideale Lösung. Das von Ihnen heraufbeschworene Abstiegsgespenst ist also eher eine Chimäre.

    • Der Abstiegsrang (letzter Platz (11)) in der Volleyball-Bundesliga führt mWn nicht automatisch zum Abstieg, da die Zielstärke von 12 Mannschaften nicht erreicht ist. Häufig nehmen aufstiegsberechtigte Vereine aus wirtschaftlichen Gründen ihr Aufstiegsrecht nicht wahr. Zur aktuellen Saison gab es einen „Aufsteiger“, aber per Kauf einer Wild Card. Dieser Aufsteiger ist in Innsbruck beheimatet.

      Die Nutzung des Grundstücks, um die Parksituation an der Lüner Rennbahn zu verbessern, macht Sinn. Allerdings ist eine Parkpalette viel günstiger, als eine Tiefgarage.

      • Verstehe ich das richtig? Der Millionenaufwand soll für 11 Heimspiele im Jahr erbracht werden? Die Bundesliga bekommt nicht alle Plätze mit Mannschaften belegt? Ich denke da kann sich die SVG in Zukunft darauf einstellen, dass sie auch weiterhin eine Sonderspielberechtigung für die Gellersen Halle bekommt, sonst würden die ja auf noch eine Mannschaft in der Bundesliga verzichten. Alternativ sollte die SVG ihre Heimspiele in der Tat in Hamburg austragen. Wenn es tatsächlich zu einem Volleyballboom kommen sollte, werden sich sowieso Mannschaften aus den Metropolen durchsetzen. Wenn kein Boom kommt, kann Lüneburg froh sein sich nicht auf die Millionen Experimente eingelassen zu haben.

  12. Arenastand im Lüneburger Land

    Der erste Spatenstich zum Bau der geplanten „Arena Lüneburger Land“ ist nicht absehbar.

    Kreistag und Rat werden aus den Planungen systematisch ausgeschlossen, gar nicht oder viel zu spät informiert und als bloße Herde von dumm blökenden Abnickschafen missbraucht.

    Ein ausverhandelter Betreibervertrag, der dem Kreisausschuss schon im August 2017 vorliegen sollte, existiert bis heute nicht.

    Dem entspricht, dass ein abschließendes Betreiberkonzept nicht existiert.

    Woraus sich ergibt, dass eine „bilaterale Vereinbarung“ zwischen SVG-GmbH und Betreiber nicht existieren kann.

    Kreis und Stadt haben ein nicht zweckmäßiges Grundstück viel zu teuer erworben.

    Die teuer mit eingekauften Planungen des Vorbesitzers („Projektentwickler“ Sallier) sind untauglich und müssen kostspielig umgearbeitet werden.

    Ein europaweit auszuschreibender Architektenwettbewerb hat noch nicht stattgefunden. Stattdessen flickschustert Buddelmeyer unaufhörlich weiter und schafft weiter später teuer zu revidierende Tatsachen.

    Ein abschließender Hallenbauplan existiert nicht.

    Raumgestaltung, Statik und Innenausbau sind offen.

    Über Bodenbeschaffenheit und Deckenkonstruktion ist noch nicht abschließend entschieden.

    Eine abschließende Kostenkalkulation und Finanzierungsplanung existiert nicht.

    Planungsrisiken und Planungsmehraufwand sind noch nicht bezifferbar.

    Tatsächliche Investitionskosten und auch die langfristigen Betriebskosten stehen noch nicht fest.

    Die Bewältigung der absehbaren Parkraum- und Verkehrsprobleme im Umfeld der Arena sowie die mutmaßlichen erheblichen Kosten zu deren Lösung sind noch völlig ungeklärt und natürlich auch noch nicht beziffert.

    Fest steht nur die Blanko-Abmachung: Laut Finanzvertrag zwischen dem Kreis und der Stadt Lüneburg, der unterschrieben vorliegt, beteiligt sich die Stadt an maximal 40 Prozent der Kosten, — wobei deren Höhe noch offen ist! (Eine „Deckelung“, wie immer behauptet wird, gibt es weder de facto noch de jure.)

    Schul- und Breitensport wird es in der Arena nicht geben.

    Die über einen Zeitraum von 20 Jahren laufenden Finanzierungs- und Betriebskostenzuschüsse für die SVG-Event-Arena entnimmt die Stadt (225.000 € brutto p. a.) dem Teilhaushalt 53 – Bildung und Betreuung / Budget Schule und Sport, der Kreis entnimmt seine Zahlungsanteile der Kreisschulbaukasse.

    (Referenzen meines Destillats: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1228482-arena-lueneburger-land-kommt-da-noch-was
    und: https://jj12.wordpress.com/2017/10/27/wie-man-eine-entschuldigung-umschifft-ich-war-doch-nur-der-bote/#comment-1336)

    LG, Leo Fischer

    • Superzusammenfassung des Arena-Irrsins !

      Konsequenz kann nur sein:

      – Planungsstop an der Lüner Rennbahn.

      – Amtsenthebung von Manfred Nahrstedt (Nachfolger: Steffen Gärtner, Südergellersen)

      – Parkpalette für die Beschäftigten im Gewerbegebiet Vrestorfer Heide auf dem bis dato beplanten Arena-Areal „Am Schlachthof“.

      – Entwicklung eines vernünftigen, zukunftsfähigen Sportparkkonzeptes für eine wirklich professionelle Anlage an einem ausbaufähigen Standort im Osten der Stadt (Flugplatz, TKK oder Bilmer Berg II) mit komfortabler Ballsporthalle, mit bundesligatauglichem LSK-Stadion sowie mit großzügigen Trainings- und Leichtathletikplätzen. Baubeginn: Herbst 2018.

    • Mensch mit dem jährlichen Zuschuss könnte der LSK den 3. Liga Aufstieg anpeilen. Mit den 700 tausend € an Fernsehgeldern könnte dann sogar die Klasse gehalten werden und es wäre endlich mal wieder was los auf Lüneburger Fußballplätzen. Von dem Ruhm, den die Übertragung der Spiele in die ganze Republik sendet mal ganz abgesehen.

      • Erich Petersen

        Lieber Arena-Peter,

        so ist es. Schon in der Dritten Liga würde der LSK an einem Wochenende mehr Reklame-Impact zugunsten der „Marke“ Lüneburg erzeugen, als die SVG das in fünfzig Jahren hinbrächte.

        Und die Volleyballer sollen ja ihre Halle haben! Nur diesen Event-Arena-Quatsch in der Enge an der Lüner Rennbahn braucht kein Mensch. Die Kohle dafür könnte man auch gleich in die Osterfeuer schmeißen.

        Wie Kurt, Timo, Klaus, Ole und viele andere immer wieder schreiben: Jetzt muss der Arena-Unfug sofort beendet werden und ein vernünftiges, zukunftsfähiges Sportparkkonzept für eine wirklich professionelle Anlage an einem ausbaufähigen Standort im Osten der Stadt (Flugplatz, TKK oder Bilmer Berg II) mit komfortabler Ballsporthalle, mit bundesligatauglichem LSK-Stadion sowie mit großzügigen Trainings- und Leichtathletikplätzen muss erst auf den Tisch und dann zügig umgesetzt werden.

    • Hallo die Herren Fahrenwaldt, Fischer und Bembel

      Ein Arena-Punkt ist zu korrigieren: Ein Architektenwettbewerb hat sehr wohl schon stattgefunden. Das Architekturbüro ErnstQuadrat aus Stuttgart ist von Kreisvertretern mit der Ausführungsplanung bei der Arena beauftragt.

      Drei Fragen kann ich aber nicht beantworten, Herr Fahrenwaldt:

      1. Warum flickschustert Salliers Architekt Buddelmeyer immer noch mit an der Sache herum?

      2. Wieso können die Leute von der FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH bereits an diesen Planungen mit flickschustern und wiederholt umfangreiche Änderungswünsche anmelden, obwohl es noch immer keinen unterschriebenen Betreibervertrag gibt?

      3. Während wesentliche Teile des Gesamtkonzeptes (siehe Leo Fischer oben) noch völlig offen sind (zum Beispiel die millionenteure Lösung der anstehenden Parkraum- und Straßenbaulösungen) und der Betreibervertrag weiter auf sich warten lässt, erarbeiten die Stuttgarter Architekten die Details für die ersten Ausschreibungen. Direkt nach den Erdarbeiten soll der Rohbau angegangen werden. Die Ausschreibungsfrist für jenen rund zwei Millionen Euro schweren Auftrag soll am 22. März starten. Wie passt das zusammen, Herr Fahrenwaldt? Soll hier nicht der bereits zweite Stock gebaut werden, bevor Keller und Erdgeschoss da sind?

      Dieter Birnbacher

    • Hallo Herr Abgeordneter Fahrenwaldt

      Darf ich noch mit Ihrer Arena-Antwort rechnen? Oder sind Nachfragen unerwünscht?

      Birnbacher

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Ihre mir gestellten Fragen kann Ihnen nur der Verhandlungsführer der Kreisverwaltung, 1. Kreisrat Krumböhmer, beantworten.

        • Dieter Birnbacher

          Aber Nahrstedt und Krumböhmer sind Ihnen gegenüber auskunftspflichtig, denn SIE sind Kreistagsmitglied — ich nicht! Also müssen SIE die Fragen weitertragen und die Antworten verlangen, – bitte!

          P.S.: Entschuldigen Sie meine Tippfehler von gestern Abend. Die vielen Planungsungereimtheiten und die freche Informationsverweigerung der Verantwortlchen erzürnt mich und dann vergreife ich mich in Ton und Tasten.

          • Karlheinz Fahrenwaldt

            Ich habe im Kreistag Fragen gestellt und keine Antwort erhalten (siehe obiger Artikel der LZ oder in der Paperausgabe)!

  13. Fast richtig. Gegebenenfalls kommen noch eine handvoll Playoff-Spiele hinzu. Für Spiele im Pokalwettbwerb genügt die Gellersenhalle den Anforderungen. Weil die Arena nur für so wenige Spiele benötigt wird, möchten sie auch darin trainieren. Sonst wären die 11 Millionen auch herausgeschmissen.

    “Spielmodus | 1. Bundesliga Männer

    Alle teilnehmenden Mannschaften tragen vom 14. Oktober 2017 bis zum 24. März 2018 zunächst eine Hauptrunde mit Hin- und Rückspiel aus.

    In den anschließenden Playoffs haben im Viertelfinale (Platzziffern 1-8; 2-7; 3-6; 4-5) die besser platzierten Mannschaften nach der Hauptrunde zunächst Heimrecht. Die Spielpaarungen für das Halbfinale (Platzziffern 1-4; 2-3) und Finale (Platzziffern 1-2) ergeben sich ebenfalls aus den Platzierungen nach der Hauptrunde. Der Sieger der Playoffs ist Deutscher Meister.

    Die Playoffs werden in folgendem Modus gespielt:
    Viertelfinale: „best of three“; Halbfinale: „best of three“; Finale: „best of five““ (Quelle VBL)

  14. Wer braucht eigentlich sonne beknackte Event-Arena in Lüneburg?

    Niemand!

    In den Worten von Oberbürgermeister Ulrich Mädge: „Eine Stadthalle kostet 25 bis 30 Millionen Euro, nochmal zehn Prozent dieser Summe pro Jahr kommen an Folgekosten hinzu“, rechnet Mädge vor. Anderswo seien Stadthallen Verlustgeschäfte, mit jährlich rund einer Million Euro Zuschuss kalkulierte die Verwaltung in Lüneburg. „Das ist bei der der zeitigen Haushaltslage nicht darstellbar, wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und Museen“, sagt Mädge und wird noch deutlicher: „Unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“ Mit der kleineren Lösung Audimax ist der Oberbürgermeister auch zufrieden: „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“ (LZ vom 17. März 2008)

    Gefunden bei Bembel/Jenckel: https://jj12.wordpress.com/2017/12/06/event-halle-auf-treibsand-geplant/#comment-1507

    • Wer braucht eigentlich sonne
      ich, es ist mir viel zu kalt. und um in die südsee zu reisen, zu teuer.

    • Hier hat Mädge einmal absolut recht! „Unter die Pläne für eine Arena mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“

      „Wir brauchen das Geld für Straßen, Schulen, Kitas, Brücken und“, ja: — ein vernünftiges, zukunftsfähiges Sportparkkonzept für eine wirklich professionelle Anlage an einem ausbaufähigen Standort im Osten der Stadt (Flugplatz, TKK oder Bilmer Berg II) mit komfortabler Ballsporthalle, mit bundesligatauglichem LSK-Stadion sowie mit großzügigen Trainings- und Leichtathletikplätzen! Baubeginn: Herbst 2018!

    • Susanne Thomas

      Bravo, Herr Mädge,

      „unter die Pläne für eine Stadthalle mit 3000 Plätzen und mehr müssen wir vorerst einen Schlussstrich ziehen.“

      „Wer Großkonzerte sehen will, kann heute bequem nach Hamburg fahren. In den meisten Tickets ist der HVV-Tarif schon drin.“

      Nagel auffem Kopf drauf getroffen!

  15. Die „inhaltlosen Klanghülsen“ (Vorsitzender Richter Sören Claus), mit denen Vertreter der Gemeinde Reppenstedt ihre angeblichen „Sanierungsnotwendigkeiten“ im Ortskern beschrieben haben, um „Landesfördermittel“ in Höhe von über fünf Millionen Euro abzugreifen (https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/1498442-gericht-zerschlaegt-ortskern-plaene), sind exakt das Fundament, auf denen auch die Bewilligungsanträge eines bis über alle 363.210 Ohren verschuldeten Landkreises für die sogenannte Arena „beim Land“ ruhen.

    Sollte sich demnächst einmal ein Richter über diese luftfechterische Genehmigungslyrik und ihre fadenscheinigen Begründungen beugen, dürften „Kreis-“ und „Stadtväterchen“ ebenfalls eine Abfuhr post factum drohen, die sich gewaschen hat.

    Paul Weber

  16. Karlheinz Fahrenwaldt
    die machtelite? nicht nur die. sieh dir die reaktionen in der lünepost an. tritt man einem vom rechten rand auf die füße, erscheint schon sein freund. es sind eben keine ,,schmuddelkinder,,. unsere gesellschaft ist voll von biedermännern. es geht um die meinungshoheit. wie weit sind wir schon wieder gekommen? meine frau hat angst vor denen, die ich attackiere. wer die zeichen der zeit nicht erkennt, wird von ihnen überrannt. die leuphana-combo sollte sich mal auch in den printmedien äußern. wenn sie pech hat, wird sie es bald nicht mehr können. angst essen seele auf. in den printmedien muss man seinen echten namen nennen. davor haben viele angst.

    • „in den printmedien muss man seinen echten namen nennen“?

      Es gibt weder einen Olaf Johannsen in Reppenstedt (Leserbrief: LP, Mittwoch, 28. Februar 2018, Seite 9), noch einen Gerhard Buchholz in Embsen (Leserbrief: LP, Sa./So., 3./4. März 2018, Seite 8).

      • Jo
        herzlichen Dank für die Information. Ich habe eine Anfrage an die Lünepost gestellt. Ich bin ja ein Betroffener.

      • Hallo Jo
        kennen sie diesen feigling?

        • Natürlich nicht. Ich würde aber vermuten, dass er sich auch online nicht groß kasteit und unter verschiedenen Nicknames das Immergleiche Zeugs in diesen und anderen Spalten postet.

          Mir war es auch nur darum zu tun, Sie von Ihrer Klarnamen-Obsession abzubringen. Auch Leserzuschriften in Printmedien sind keine Garantie, dass einer nicht anders heißt, als er sich nennt. Hier wie dort gilt: An ihren Worten sollt ihr sie erkennen. (Im Grunde ist das doch genau das, was alle sich immer wünschen: Anstatt über Personen nachzudenken, ist jeder gezwungen allein auf „die Sache“ zu achten.)

          Wie heute auf die Folgen der Digitalisierung gab es auch zu Beginn des letzten Jahrhunderts auf die gewaltigen sozialen Wirkungen der sogenannten Industrialisierung ganz unterschiedliche Antworten: lebenspraktische, politische, künstlerische, philosophische, esoterisch verhuschte – und kriminelle. Es gab auch quasi-religiöse Antworten: Diverse Heilslehren, wie sie heute sogar in den Halbzeitpausen unter Fußballfans beim MTV oder VfL herumerzählt werden, versprachen die Rückkehr in vorindustrielle Idyllen oder den Ausgang aus der barbarischen Moderne in eine lichte Zukunft „natürlichen“ Glücks, einen dritten, ganz neuen gesellschaftlichen Zustand, darin das Industriezeitalter aufgehoben und humanisiert sein würde – und jedermann so denken würde, wie diese schlichtesten aller schlichten Gemüter sich die Welt zurecht träumten. Die Heilslehren und ihre pathologischen Auswüchse, die wir auch heute wieder ins Kraut schießen sehen, boten zunächst vor allem jenen Trost, die am meisten unter den modern times zu leiden hatten, doch die Lebenspraxis fand weit genauere Antworten, und es gelang, die Industriegesellschaft auch für ihre Unterklassen zu humanisieren. Wer darauf nicht warten will, hat eben die Möglichkeit andere mit anderen Meinungen anonym zu denunzieren und sich hämisch händereibend auf diese schäbige Weise emotionale Genugtuung zu verschaffen. Das war schon Tullius Destructivus und seinen Gehilfen bekannt, dem Hauptdarsteller, der die Geschehnisse im Abenteuer „Streit um Asterix“ maßgeblich beeinflusst.

          • Jo
            lieb gemeint, aber wo kommen wir hin, wenn wir feiglingen und strolchen mit ihrem tun, es tun lassen? ich bin ein freund der menschen. aber nur dann, wenn sie sich so verhalten, dass die gesellschaft nicht zur katze geht. ich weiß, was sie meinen. was wird passieren, wenn sich alle gleich so anonym verlogen verhalten? wird dem mitmenschen dann noch irgendetwas geglaubt?

          • Jo
            sie hatten recht mit den leserbrief -adressen bei der lünepost. es sind fakes. Buchhoz aus Embsen hatte einen brief mit falscher adresse,falschen namen und falscher telefonnummer an die lünepost gesandt. man hatte es versäumt, die eigenen richtlinien einzuhalten. es war ein neuer leserbriefschreiber und die werden normalerweise erst kontrolliert, ob die angaben stimmen. da aber alles so ,,seriös,, aussah hatte man es diesesmal unterlassen. mir wurde mitgeteilt, es soll so nicht wieder vorkommen. Was sagt uns das? fehler werden überall mal gemacht, aber es zur norm zu erklären, finde ich doch leicht übertrieben. schmunzeln.

  17. Kurt Becker

    Der Fünfkämpfer als Prahlhans
    An welcher Stelle hat Karlheinz Fahrenwaldt als Fünfkämpfer gearbeitet? schmunzeln???????????

  18. Frühlingserwachen

    An alle Arena-Apologeten, deren Sexualhormonspiegel angesichts länger werdender Tage verrückt spielt: Kaninchen rammeln und vermehren sich wie die Kaninchen, da sie auch wie die Kaninchen sterben. Denkt mal drüber nach.

    Katharina Greve

  19. Liebe Ratsherren Amri, Blanck, Mencke, Salewski, und Soldan

    Wer in jüngster Zeit versucht hat, in Adendorf, Reppenstedt oder auch in Lüneburg eine preisgünstige Konzert-Volleyball-Arena zu bauen, weiß, dass das ein schwieriges Unterfangen ist. Der Architekt Van Bo Le-Mentzel hat nach einem Weg gesucht, wie man auch ohne Immobilie angenehm rocken und pritschen kann. Seine Lösung war der Entwurf einer „Halle auf Rädern“, in der Fachsprache „Tinydrome“. Studenten der Leuphana bauen in diesen Tagen mit Le-Mentzels und seinem Team eine solche Mini-Halle bei der Konferenzwoche.

    Besonders ist das Tinydrome nicht nur, weil es auf einem Anhänger aufgesetzt, damit mobil ist und kein festes Grundstück in Anspruch nimmt. Es ist auch nur gute zehn Quadratmeter groß und soll trotzdem alles Notwendige für Entertainement und Bundeligavolleyball wie Küche, Dusche und Umkleidezimmer bieten.

    „Wie würde sich unsere Spektakel- und Spaß-Gesellschaft entwickeln, wenn die ganze Event-Anlage mobil ist?“, fragt Le-Mentzel.

    In dem Tinydrome der Leuphana werden nicht nur Sportboden und Bühnenelektronik, sondern selbst die Zuschauerränge beweglich eingebaut. Mit ihren Rollen könnte man sie auch durch Türen schieben, weil anstatt verschraubter Beine ein Skateboard unter den Sitzen angebracht wird. Dieses Wochenende soll die Halle fertig werden. Normalerweise dauert es rund sechs Wochen, bis sie komplett ist, und kostet rund 50.000 Euro. Das Modell, das an der Leuphana entsteht, soll in knapp zehn Tagen fertig sein und 10.000 Euro kosten. Möglich ist das, weil Le-Mentzel den Entwurf der Multifunktionshalle bereits vorher angelegt hat: „Wir müssen die Bretter nur noch zusammenschrauben, wie bei einem IKEA-Regal“, erklärt der Architekt. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt über Subventionen des Netzwerks „Sportiv in die Zukunft“.

    Für die Zukunft sieht Le-Mentzel die Tinydromes „nicht bloß als Ersatz für Arenen, sondern vor allem für parkende Autos“. Denn das Tinydrome nehme nicht viel mehr öffentlichen Raum weg als Autos an der Lüner Rennbahn. Mit den kleinen Hallen möchte der Architekt dazu beitragen, allen Eventliebhabern das Recht zu geben, in Lüneburg zu bleiben.

    Von der Idee sind auch Lüneburgs Volleyball-Lobbyisten begeistert. „Ich finde, dass das ein super Projekt ist in Bezug auf Nachhaltigkeit, weil Freiraum und öffentlicher Raum für alle nutzbar sein sollen“, sagt SVG-Marketingchef Henrik Philipp Morgenstern. SVG-Mannschaftsarzt Dr. Thomas Buller und FKP Scorpio-Boss Folkert Koopmans fasziniert der Minimalismus-Gedanke: „Es ist spannend, sich zu fragen, was man bei Veranstaltungen wirklich braucht und auf was man verzichten kann in einer so kleinen Halle.“ Auch Ulrich Mädge und Manfred Nahrstedt sind aufgeregt, empfehlen aber, die Füße noch still zu halten und bis zum Wochenende auf Nachfragen zu verzichten.

    Das Tinydrome der Leuphana wird noch das nächste halbe Jahr auf dem Campus stehen bleiben. Die Idee: Es soll dem SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg für Initiativen zur Verfügung gestellt werden, der darin arbeiten und einen Blog über seine Erfahrungen schreiben könnte.

    Was sagen Sie zu der neuen Bescheidenheit, liebe Ratsherren Amri, Blanck, Mencke, Salewski, und Soldan?

    Fundort des umgenutzten Textes: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/1501682-platz-ist-in-der-kleinsten-huette

    MfG, Gertrud Hölscher

    • Wundervolle Arena-Alternative! Das bringt die verrückte Chauvinisten-Schildbürgerei auf den Punkt.

    • Arena- und Automobil-Kritiker Hermann Knoflacher, Professor emeritus am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien, entwickelte schon 1975 das „Gehzeug“, um die Problematik auch des Lüneburger Verkehrswesens in der Innenstadt, in Reppenstedt und an der Lüner Rennbahn aufzuzeigen. Dabei handelt es sich um einen Holzrahmen, den sich Fußgänger umhängen können, um dieselbe Fläche wie PKW-Fahrer in Anspruch zu nehmen. Es wird vor allem in Österreich bei Demonstrationen gegen den Autoverkehr eingesetzt und verbildlicht die auch von Knoflacher formulierte Kritik an der Irrationalität des Straßenverkehrs, vor allem des städtischen, und an dessen relativ hohem Platzbedarf: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c2/Gehzeug.jpg

      Professor Hermann Knoflacher am 4. Januar 2010 über sein Gehzeug:

      „Wie immer stand ich sofort im Stau. Hupen ist in Wien verboten, deshalb zeigten mir die Autofahrer einen Vogel. Davon ließ ich mich aber nicht stören, schließlich verstopfen sie doch mit ihren Fahrzeugen den öffentlichen Raum, nehmen Fußgängern den Platz weg, verpesten die Luft. Der Mensch im Gehzeug hingegen, so nenne ich meine Erfindung, bewegt sich nur mit menschlicher Körperenergie. Es hat die Größe eines Kleinwagens, etwa vier mal zwei Meter, und zeigt, wie viel Platz ein Auto braucht. Kürzlich habe ich eine halbe Schulklasse in meinem Gehzeug untergebracht. Ich bin gern mit dem Gehzeug unterwegs, so kann ich auch als Fußgänger die Straße nutzen. Es ist wunderbar leicht, und nicht einmal der Anzug knittert.“ (Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68525256.html)

  20. Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt

    Zur Arena: Der Kreis darf aus Gründen des Beihilferechts den Volleyballern finanziell nicht unter die Arme greifen. Zumal nicht der Verein, sondern Herrn Bahlburgs angegliederte Sportbetriebsgesellschaft, die privatwirtschaftliche, profitorientierte SVG-GmbH, offiziell als Hallennutzer auftreten würde. Dazu heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kreises: „Die Sportbetriebsgesellschaft GmbH muss wie jedes andere Unternehmen auch für eine Nutzung [der Arena] ein angemessenes Entgelt bezahlen. […] Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung geregelt, wäre dies […] rechtswidrig. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“

    (Quelle: Vorlage 2018/037 in der Sondersitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen vom 13. Februar 2018, Antwort zu Frage 10 der CDU-Fraktion, Absatz 2 PDF, Seite 7): https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710)

    Herr Bahlburg hat aber deutlich gemacht, dass seine Privatunternehmung, die SVG-GmbH schon mit den Kosten für die jeweilige, vor Heimspielen notwendige Sportbodenverlegung (ca. € 4.000,-) überfordert wäre. (https://www.lzplay.de/index.php/2018/02/13/spielt-die-svg-nur-die-zweite-geige/)

    MEINE FRAGE: Wie kann die SVG die Halle nutzen, ohne durch Steuergelder — RECHTSWIDRIG — finanziert zu werden?

    Unabhängig von Ihrer Antwort, auf die ich gespannt bin, glaube ich, dass Sie die Vorlage 2018/037 vom 13. Februar 2018 einmal sorgfältig studieren sollten, weil sich aus dem dort Mitgeteilten eine ganze Reihe weiterer und hochgradig heikler Fragen in Richtung (ungesicherter) Kostenprognosen und (angeblichem) Gemeinwohlnutzen ergeben: https://allris.lklg.net/bi/___tmp/tmp/45081036656812187/656812187/00123566/66.pdf

    MfG, Dr. Anne Heinen (Ochtmissen)

    • Erstklassige Arena-Infos! Vielen Dank für die Links!

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Genau zu diesem Themenbereich habe ich im Kreistag eine Frage gestellt, die vom Landrat mit dem Hinweis auf schwebende Vertragsverhandlungen NICHT beantwortet wurde!

      • Karlheinz Fahrenwaldt
        leider weichst du mir immer aus. ich weiß, das ein beamter auskunftspflichtig ist. und dazu braucht der fragende nicht mal ein abgeordneter sein. also, wo ist das problem? ich würde mich nicht abwimmeln lassen. gerade bei beamten und behörden gibt es eine hierachie. man kann sie nutzen. oder fällt das ganze unter geheim? wenn ja, mit welcher begründung?

        • Karlheinz Fahrenwaldt

          Natürlich können wir Anfragen stellen (kuckst du oben in den Anhang von Frau Heinen).

    • Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt

      Mir gefällt es ausgezeichnet, dass Sie als einer der ganz wenigen mutigen und geistig beweglichen Lüneburger Politiker sich dem Bürgerdialog (auch in den LZonline-Foren) tatsächlich stellen – mal mit Humor und mal mit dem nötigen Ernst. Da sind Sie vielen Schönschwätzern, die auf arrangierten Akklamationsveranstaltungen vor handverlesenem Parteimitgliederpublikum asymmetrische Top-down-Kommunikation betreiben und sich für solche Demokratiesimulation von lokalprominenten Freunden anschließend öffentlich belobigen lassen, weit voraus.

      Weiter so, Herr Fahrenwaldt!

      Und selbst, wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – keine konkreten Antworten geben können, ermöglichen Sie auf diese Weise die fragend sich herantastende Annäherung an die meist (so wie im Arena-Fall auch) betrübliche Wahrheit.

      Danke dafür!

      MfG, Anne Heinen

    • Lieber Abgeordneter Fahrenwaldt

      Auch ich bedanke mich bei Ihnen für Ihren beispielhaften und vorbildlichen Dialog-Einsatz!

      LG, Inge Holz

  21. »Nahrstedt kündigt an, auch mit der Samtgemeinde Gellersen, die hinter der SVG steht, ein weiteres Gespräch zu führen. Nahrstedt: ›Da müssen wir gucken, ob wir da gemeinsam was hingekommen.‹«

    Na, ich glaube, nach der drastisch geschäumten Kopfrasur vom vergangenen Mittwoch durch den Vorsitzenden Richter im 1. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg, Herrn Sören Claus, dürfte Gellersens Helden und nassforschen Kreativmagiern um den Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers und Reppenstedts Gemeindebürgermeister Peter Bergen der Sinn vorläufig nicht mehr nach weiteren Abenteuern im Reiche des Kungelns und Fingerns stehen.

    Siehe dazu: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1498442-gericht-zerschlaegt-ortskern-plaene

    und: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1499112-kommunen-bangen-um-bewilligte-foerdermittel

  22. Die Arena ist ein Knaller wie Kishons „Blaumilchkanal“. In beiden Fällen werden alltägliche Amtsabsurditäten immer weiter ins Verrückte gesponnen, jedoch auf eine Weise, dass der Beobachter sich erst am Schluss darüber im Klaren ist, wie unfassbar bizarr die kühl geschilderte Situation tatsächlich ist:

    Die Bürokratie-Satire handelt von Kasimir Blaumilch, einem aus der Irrenanstalt entflohenen Geisteskranken, der prompt beginnt, die wichtigste Hauptverkehrsstraße Allenby Road in Tel Aviv mit einem Presslufthammer aufzureißen. Als die Polizei notgedrungen beginnt, die Straße zu sperren und die Anwohner sich zunehmend über den praktisch ununterbrochenen Lärm beschweren, beginnen die Behörden eine umfangreiche, jedoch ergebnislose Ursachensuche. Der für diesen Fall zuständige Leiter der Abteilung für Reparaturen auf den Hauptverkehrsstraßen, ein Dr. Kwibischewsky, weiß von nichts, und so schieben die Beteiligten der Stadtverwaltung und des Bautenministeriums sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, bis die Angelegenheit endlich vor einem Untersuchungsgericht landet. Um diese Peinlichkeit zu beenden und die Arbeiten zu beschleunigen, wird der gesamte Bautrupp der Stadt zu dieser Baustelle hinbeordert. Der Zufall will es, dass Blaumilch mit seinem Presslufthammer unmittelbar während des Prozesses das Meer erreicht, sodass die Wassermassen mitten in die Stadt Tel Aviv einströmen.

    Schließlich und letztendlich eröffnet der Bürgermeister stolzgeschwellt den neuen Innenstadtkanal und preist die Stadt als „Venedig des Nahen Ostens“, sodass sich zum Schluss alle Handlungsstränge im Positiven auflösen. Einzige Ausnahme ist der Magistratsangestellte Benzion Ziegler, der allein den absurden Hintergrund der Bauarbeiten durchschaut hat. Da man ihm angesichts der allgegenwärtigen Kanal-Euphorie keinen Glauben schenken will, wird er ironischerweise in die Psychiatrie eingeliefert. Auf der Fahrt zur Psychiatrie sieht Ziegler Kasimir Blaumilch, wie er mit dem Rathaus im Hintergrund wieder beginnt, eine Straße aufzureißen. Sie nehmen einander wahr und lachen sich zu.

  23. Nahrstedt verrät keine Vertragsdetails

    Wen wundert das?

    Er kennt ja auch keine.

    • Wenn Nahrstedt und Josef Röttgers, der hinter der SVG steht [!], „gucken, ob sie da gemeinsam was hingekommen“, hähhäh-hähhh, können sie ja darüber nachdenken, ob der gähnend leerstehende Ex-Pennymarkt im unzweifelhaft „sanierungsbedürftigen Ortskern“ nicht als „fördermittelwürdiger“ Bundesliga-Volleyballhallenkandidat für Spielbetriebs-GmbH-Geschäftsführer Bahlburg infrage kommt. Mit 4,9 Millonen Euronen sollte doch eine für Profit-Mannschaften taugliche Erhöhung des Daches auf 12, 50 Meter hinzubekommen sein. Über Parkraum und Verkehrsführung kann man sich gewiss auch ein paar Jahre nach Fertigstellung im Jahr 2023 noch den Kopf zerbrechen. Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1498442-gericht-zerschlaegt-ortskern-plaene#comment-148192

  24. Post-Demokratie – Wer das Arena-Gemauschel verfolgt, die SPD-Mitgliederbefragung in Angelegenheiten des Bundestages erlebt, das AfD-Parteiprogramm gelesen oder Herrn Althusmann gummitwesten gesehen hat, der weiß, was das Wort bedeutet.

  25. Der Ausdruck (aus dem lateinischen Ha? bzw. dem altgriechischen Wos?) bezeichnet eine Frage die danach gestellt wurde. (In Rat und Kreistag sehr beliebt, da vorher zu fragen auch vorherige Antworten verlangen würde, was ungelegen käme, da Manifredos in Lüneburg lieber immer erst hinterher schlauer sind.) Fragen nach was (bayerisch: woas?) bzw. „Wonach“, das ist die eigentliche Frage. Obwohl eine Frage ja keinen Ort besitzt an dem sie sein kann, weswegen das Wo hier auch unangebracht ist. Also ist es zunächst doch eher eine Frage die Danach gestellt wurde. Denn durch das Da hat die Frage nun einen Ort und man kann erfolgreich Wonach fragen. Also Wo-nachfragen. So schließt sich der Kreis und es wird ersichtlich: das Wort Nachfrage, ist selbst eine Nachfrage.

    Definition:
    Die Nachfrage ist ein Abkömmling anderer Fragen, den sogenannten Vorfragen. Ketzerischer Weise wird immer behauptet eine Nachfrage und eine Rückfrage wären dasselbe, doch dies ist erwiesenermaßen falsch: Eine Rückfrage sieht man immer nur von hinten, während man eine Nachfrage auch von vorne sehen kann, wenn sie rückwärts geht. Des Weiteren erkennt man Nachfragen daran, dass man sie eben nicht erkennt bis man sie gehört hat. Allerdings erkennt man sie immer erst danach also zu spät.

    Kulturell-historischer Abgrund:
    Die erste Frage die jemals gestellt wurde, war mit ziemlicher Sicherheit „Warum?“, wie in: „Warum zur Hölle darf ich in Reppenstedt nicht mehr auf Bäumen herumturnen, so wie die anderen Affen?“. Da es also die erste Frage gewesen sein muss, kann es keine Nachfrage gewesen sein, sondern ist eher die Vorfrage aller anderen Fragen. Auch die Frage was zuerst da war, Herr Sallier oder Herr Hoppe, bzw. der Plan oder das Konzept, gilt als eine der ältesten Fragen. Warum auch immer. Also scheidet die auch aus.
    Da der Mensch schon sehr früh das Wasser erfand, kann es auch nicht die Frage „Was?“ und die Antwort „Er!“ gewesen sein. Dasselbe gilt für die Frage „Wie?“ die sich logischerweise aus der „Wiese“ entwickelt hat (Dieser historische Dialog gilt als das erste Gespräch zwischen Gott und Nahrstedt: „Wie?“ „Wie se!“ „Manfred?“ „Ja.“ – Anmerkung: dass Gott „Sie“ einfach mal „se“ ausspricht deutet darauf hin dass er Bayer sein könnte. Das könnte auch den Erfolg von Bayern München erklären.). Bei genauerer Betrachtung merkt man aber, dass das „Wie“ doch vor der Wiese da war. Warum weiß niemand. Aber das Warum wurde ja auch erst danach erfunden. Oder auch davor.

    Wirtschaftliche Bedeutung:
    In der Bäckerstraße wird Nachfrage als Synonym für: „Wie gut die unterschwellige Beeinflussung der Deppen durch Klingeltöne funktioniert, damit sie Mist kaufen wollen den sie nicht brauchen, wir aber herumliegen haben.“ benutzt. Dadurch, dass man sich so eine halbe Seite Papier spart und das Wort Deppen in der Landeszeitung vermeiden kann, hat sich „Nachfrage“ schnell durchgesetzt. Obwohl man in der Wirtschaft eigentlich gar nichts fragen sollte – denn wenn man fragt findet man sich für gewöhnlich mit dem Gesicht nach unten treibend in einer Kloake wieder.

    Obwohl sie nicht stofflich ist sagt man der Nachfrage trotzdem nach sie wäre elastisch, wie auch z.B. die Moral. So unterscheiden führende Wissenschaftler zwischen der relativ fast nicht elastischen, der relativ eigentlich schon ein bisschen elastischen, der manchmal ein wenig, meistens aber eher weniger und doch relativ oft elastischen und der steinharten, kein bisschen elastischen aber trotzdem flauschigen Nachfrage. Hier die Unterschiede zu erläutern, würde aber zu weit führen und würde auch niemanden interessieren.

    Üble Nachfrage:
    Die Üble Nachfrage ist (wie die üble Nachrede) ein strafrechtlicher Bestand lt. StpK § 3, Absatz W wie Würstchen:
    „Wer sich in einer Beziehung befindet und eine Tatsache hinterfragt, welche zwar absolut falsch ist, aber von der Frau als wahr angegeben wurde, wird mit Sexentzug bis zu einem Jahr oder mit Plünderung des Kontos bestraft.“
    Doch ehe sich die vielen (männlichen) Singles nun freuen, auch sie sind vor der Üblen Nachfrage nicht sicher, auch wenn diese ihnen seltsamerweise von Geschlechtsgenossen gestellt wird. Eine solche Üble Nachfrage besteht zumeist aus Fragenpärchen wobei eine die Vorfrage und die zweite die (üble) Nachfrage ist. Hier einige Beispiele bekannter Fragenpärchen:

    – Ey, hassu Problem? -> Ey, willsu Problem?

    – Ey, hassu MEINE Freundin auf die Arsch geglotzt? -> Bissu schwul oda was?

    Aber es gibt auch üble Nachfragen die alleine stehen können:

    – Ey?

    – Was geht’n Alda?

    – Mit Pommes?

    Berühmte Nachfragen:

    – Ha?

    – Was?

    – Echt?

    – Ne, oda?

    – Gut so?

    – Wolleschaaf?

    – Arena? Keene Nachfrage, wa?

    Weitere Nachfragen an: https://de.wikipedia.org/wiki/Nachfrage

  26. Lieber Karlheinz Fahrenwaldt

    Ohne Nachfrage kann keine Arena überleben, oder? Sehen wir’s nicht am Audimax? Die Arbeiten am Libeskind-Bau sollten bis Ende September letzten Jahres abgeschlossen sein, seine Vermarktung als Veranstaltungszentrum brummen und die Endabrechnung für das Zentralgebäude im Herbst vorliegen. Eingetreten ist nichts von alldem. Die Bauarbeiter sind immer noch zugange, die Einnahmen aus dem Event-Geschäft bewegen sich im Cent-Bereich und zu den Kosten der gigantischen, grell-grotesken Bausünde am südlichen Stadtausgang äußert sich niemand. Außerdem stehen millionenteure Straßen- und Kanalumbauten an, die bei der sogenannten Planung einfach vergessen worden waren und die natürlich zu Lasten der Lüneburger Steuerbürger gehen. Erwarten uns ähnliche Überraschungen an der Lüner Rennbahn in der Vrestorfer Heide wie an der Schaumschlägertwiete am Bockelsberg?

    Simone Schrader

    • Hallo Herr Fahrenwaldt

      Arena-Fragen wie sie im Buche stehen. Was ist, wenn’s mit der Event-Auslastung im Gewerbegebiet an der Grenze zu Adendorf nix wird? Springt dann Herr Spoun ein und zahlt die Betriebskosten? Oder lässt sich der Schuppen zu einer Werkhalle für den Reppenstedter Tischlernachwuchs umrüsten?

      Dieter Ecker

      • Reppenstedter Tischlernachwuchs?
        Dieter Ecker
        oder doch lieber frau holle? noch schneit es. die reppenstedter sind harmlos, die wollen nur spielen.mein hund kennt das. das dach in der gellersen-halle wird dadurch auch nicht höher. schmunzeln.