Donnerstag , 20. September 2018
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Gebaut wurde die Fähre Amt Neuhaus 1939, seit 1990 pendelt sie zwischen Bleckede und Neu Bleckede über die Elbe. (Foto: be)
Gebaut wurde die Fähre Amt Neuhaus 1939, seit 1990 pendelt sie zwischen Bleckede und Neu Bleckede über die Elbe. (Foto: be)

Die Tage der „Amt Neuhaus“ sind gezählt

Eisgang stoppt Fähre

Wegen der klirrenden Kälte hat die Fähre „Amt Neuhaus“ am Mittwoch den Betrieb zwischen Neu Bleckede und Bleckede bis auf Weiteres eingestellt. Die deutlich größere „Tanja“ zwischen Darchau und Neu Darchau fährt aber noch. Mehr Informationen unter www.bleckede.de/elbfähre.

Lüneburg. Stolze 79 Jahre ist sie alt, die Fähre „Amt Neuhaus“. Seit 1990 bringt sie die Menschen zwischen Bleckede und Neu Bleckede über die Elbe bringt. Aber die Zeit für die Fähre, im Eigentum des Landkreises Lüneburg und verpachtet an die Fährleute Jörg und Petra Wilhelm, läuft ab.

Wenn die Planungen und der anschließende Bau reibungslos klappen, könnte Anfang 2020 eine Nachfolgerin vom Stapel laufen, die dann im Laufe des Jahres den Fährbetrieb aufnimmt. Darüber berichtete Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer in der jüngsten Sitzung des Lüneburger Kreistags – als Antwort auf eine Anfrage der Gruppe FDP/Unabhängige.

Hamburger Ingenieurbüro plant schon

Das auf den Schiffbau spezialisierte Hamburger Ingenieurbüro „Mareval“ sei zurzeit in den Vorplanungen für die neue Elbfähre, berichtet Krumböhmer auf LZ-Anfrage. Was muss die neue Fähre können, sei eine Frage, die beantwortet werden muss. Krumböhmer: „Klar ist, dass die Fähre alles andere als Konfektionsware ist.“

Zahlreiche Vorgaben soll die Nachfolgerin der „Amt Neuhaus“ erfüllen, deren Kapazitäten bei einer Länge von 36,90 Meter und einer Breite von 7,66 Meter begrenzt sind. So soll „die Neue“ Busse transportieren können, größer als ihre Vorgängerin sein, sie soll von einer Person bedienbar und leistungsstärker als die ehrwürdige „Amt Neuhaus“ sein, die 1939 gebaut wurde. Krumböhmer: „Leistungsstärker, um auch bei schwierigen Bedingungen, etwa starker Strömung, sicher manövrieren zu können.“ Eine weitere Vorgabe: Die neue Fähre soll einen geringen Tiefgang haben, damit sie auch bei Niedrigwasser zuverlässig unterwegs ist.

„Klar ist, dass die Fähre alles andere als Konfektionsware ist.“ Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat

Jürgen Krumböhmer hofft, dass im Laufe des März 2018 ein Konzeptentwurf von den Hamburger Ingenieuren vorliegt, der dann mit der Kreispolitik abgestimmt werden muss. Ist der Entwurf beschlossen, können Fördermittel beantragt werden. Auch hierbei unterstützt das Hamburger Ingenieurbüro die Lüneburger. Krumböhmer: „Über den Förderantrag könnte vielleicht bis zum Herbst entschieden sein.“ Ist die Höhe der Förderung bekannt, folgen weitere Planungsschritte, dann die Ausschreibung für die Fähre.

Mitte 2019, so Krumböhmer, könne dann der Auftrag an eine Werft vergeben werden. Für den Bau werden etwa neun Monate veranschlagt, so dass die Fähre Anfang 2020 fertiggestellt sein könnte. Krumböhmer: „Parallel müssten dann die Anleger umgebaut werden.“

Antrieb ist noch offen

Ist die Nachfolgerin der „Amt Neuhaus“ schließlich unterwegs, greift für ein Jahr ein „wissenschaftliches Begleitprogramm“. Am Ende dieser Zeit soll die Entscheidung fallen, welchen Antrieb die Fähre letztlich erhält – Elektro, Diesel-Elektro oder eine ganz andere Lösung .

Als Kosten für die neue Fähre über die Elbe sind 2,5 Millionen bis drei Millionen Euro veranschlagt. Davon geht die erhoffte Förderung in unbekannter Höhe ab. Fünfstellige Beträge für die Planung sind bereits im Kreishaushalt eingestellt. Dazu kommen noch die Kosten für die Anpassung der Fähranleger an beiden Elbufern. Genau hier gab es zuletzt Verzögerungen. Krumböhmer: „Wegen des hohen Wasserstands konnte das Ingenieurbüro notwendige Messungen noch nicht vornehmen.“

Kreistagsbeschlüsse

Geld für Schulen

Im Landkreis Lüneburg sind neun Grundschulen bereits Ganztagsschulen, sieben von ihnen sind offene, zwei sind teilgebundene Ganztagsschulen. Fünf weitere Schulen machen sich auf den Weg zur Ganztagsschule. Einstimmig votierte der Kreistag jetzt dafür, die Nachmittagsangebote von Grundschulen an die Schülerbeförderung per Bus anzubinden.

Verschiedene Baumaßnahmen an kreiseigenen Schulen im Gesamtwert von vier Millionen Euro, darunter die Sanierung des Werkstatttrakts an der Georg-Sonnin-Schule, konnten in den zurückliegenden Jahren nicht ausgeführt werden. Einstimmig beschloss der Kreistag, die dafür in den Haushalt eingestellten Beträge auf die Folgejahre zu übertragen.

Bei fünf Enthaltungen stimmten die Lüneburger Kreistagsmitglieder dafür, Rückstellungen in Höhe von 250 000 Euro für aufgelaufene Altfehlbeträge des Theaters Lüneburg zu bilden.

Von Ingo Petersen

2 Kommentare

  1. Für das Geld könnte man auch die Brücke bei Neu Darchau bauen.

    • Tamara
      Für das Geld könnte man auch die Brücke bei Neu Darchau bauen.
      garantiert nicht. die brücke mit strassenumbauten werden ab 50 millionen euro kosten beginnen und da noch lange nicht mit aufhören.