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Bereits im Frühsommer 2017 hatte Uta Hommel, Leiterin der Grundschule Amelinghausen, den konzeptionellen Umbau der Einrichtung zur Ganztagsschule vorbereitet. Schon damals war die Elternschaft geteilter Meinung. (Foto: Archiv/dth)
Bereits im Frühsommer 2017 hatte Uta Hommel, Leiterin der Grundschule Amelinghausen, den konzeptionellen Umbau der Einrichtung zur Ganztagsschule vorbereitet. Schon damals war die Elternschaft geteilter Meinung. (Foto: Archiv/dth)

Knatsch um Grundschule

Amelinghausen. Das Nein zur Ganztagsschule in Amelinghausen vom vergangenen Jahr hat sich überholt. Mehrheitlich, gegen die Stimmen der AfD, hat sich der Schulausschuss des Samtgemeinderates Amelinghausen jüngst dafür ausgesprochen, am Standort Amelinghausen mit derzeit 179 Schülern doch eine teilgebundene Ganztagsschule einzurichten. Der Antrag soll allerdings erst für das Schuljahr 2019/2020 gestellt werden. Im Nachgang der Sitzung äußern erste Eltern Kritik an dem eingeschlagenen Weg, der sich allerdings bereits im Herbst abgezeichnet hatte. Der Amelinghausener Kreistagsabgeordnete Stephan Bothe (AfD) wirft Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) via Pressemitteilung sogar Wortbruch vor. Die Elternkritik weist indes auch Schulausschussvorsitzende Gisela Plaschka (FDP) vehement zurück.

Befragung der Eltern

Ursprünglich hatten sich Politik und Verwaltung aufgemacht, die Ganztagsschule in Amelinghausen für das Schuljahr 2018/19 einzuführen. Dafür hatte das Lehrerkollegium um Schulleiterin Uta Hommel in Zusammenarbeit mit Elternvertretern vergangenes Jahr ein Konzept entwickelt. Da sie es aber den Eltern nicht einfach überstülpen wollten, wurde eine Befragung der Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern durchgeführt. Schließlich sprachen sich 53,6 Prozent für eine Ganztagsschule aus und zwar in der teilgebundenen Variante. Das heißt, dass die Teilnahme am Nachmittagsangebot an zwei bis drei Tagen in der Woche für die Schüler verpflichtend ist, für mindestens sieben, aber höchstens acht Zeitstunden. Zwar hatte eine Mehrheit der Eltern für die Ganztagsschule gestimmt, aber die selbstauferlegte Quote von 80 Prozent Zustimmung war nicht erreicht worden. Daran wollte sich auch Samtgemeindebürgermeisterin Kalisch halten. Das Projekt wurde auf Eis gelegt. Vorübergehend.

„In ganz Europa gibt es Ganztagsschulen und dort kommen die Kinder auch nicht als psychologische Krüppel nach Hause.“
Gisela Plaschka , Schulausschuss-Vorsitzende

Den neuen Anlauf nutzt nun Ex-Samtgemeinderatsmitglied sowie AfD-Kreis- und Landtagsabgeordneter Bothe für eine Attacke auf Kalisch. Er teilt schriftlich mit: „Dass Frau Kalisch nunmehr am 6. März im Rat der Samtgemeinde doch die Ganztagsschule beschließen lassen will, bedeutet nicht nur einen dreisten Wortbruch, sondern macht auch deutlich, dass die Ganztagsschule schon vor dem Votum der Eltern beschlossene Sache war.“ Kalisch hält auf LZ-Nachfrage dagegen.

Eltern kritisieren „starres Konzept“

Kalisch: „Das Versprechen, die Ganztagsschule für 2018/19 nicht einzuführen, haben wir gehalten. Von Wortbruch kann also keine Rede sein. Aber wir haben in der politischen Diskussion auch immer gesagt, dass das Thema nicht ganz vom Tisch ist und wir uns der Herausforderung neu stellen müssen.“ Nicht zuletzt, weil bei der Befragung immerhin eine absolute Mehrheit der Eltern für die Ganztagsschule plädiert habe. Zudem hingen immer mehr Fördermittel vom Modell Ganztagsschule ab, beispielsweise die Finanzierung der Schulsozialarbeit. Sie habe aber den Diskussionsbedarf erkannt. Auch deshalb sei die Ganztagsschule vor dem Samtgemeinderat auch noch Thema der öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses am 1. März ab 19 Uhr im Rathaus.

In einem Schreiben an die LZ kritisieren die Eltern Anneke und Gerrit Böhm aus Oldendorf/Luhe das „starre Konzept“ der teilgebundenen Ganztagsschule. Es erlaube den beiden Berufstätigen etwa nicht, an ihrem freien Tag ihre Kinder selber zu betreuen. Schulausschuss-Vorsitzende Gisela Plaschka sagt: „Ich glaube, dass die Eltern, die am Konzept Kritik üben, noch überzeugt werden können, dass das ein Vorteil ist und das Familienleben entspannt. In ganz Europa gibt es Ganztagsschulen und dort kommen die Kinder auch nicht als psychologische Krüppel nach Hause.“

Von Dennis Thomas

7 Kommentare

  1. Es wäre der Mühe wert, zu untersuchen, ob es nicht schädlich ist zu sehr an der Kinderzucht zu polieren. Wir kennen den Menschen noch nicht genug um dem Zufall, wenn ich so reden darf, diese Verrichtung ganz abzunehmen. Ich glaube, wenn unsern Pädagogen ihre Absicht gelingt, ich meine, wenn sie es dahin bringen können, daß sich die Kinder ganz unter ihrem Einfluß bilden, so werden wir keinen einzigen recht großen Mann mehr bekommen. Das Brauchbarste in unserm Leben hat uns gemeiniglich niemand gelehrt. Auf öffentlichen Schulen, wo viel Kinder nicht allein zusammen lernen, sondern auch Mutwillen treiben, werden freilich nicht so viel fromme Schlafmützen gezogen, mancher geht ganz verloren, den meisten sieht man aber ihre Überlegenheit an. Bewahre Gott, daß der Mensch, dessen Lehrmeisterin die ganze Natur ist, ein Wachsklumpen werden soll, worin Giesela Plaschka ihr erhabnes Bildnis abdruckt

    • Ossarek-Bruns
      wenn der mensch sich nur an die natur hält, wird er immer ein killer bleiben. selbst ameisen veranstalten kriege.und egoisten werden gern zuhause erzogen. recht große männer waren schon in der vergangenheit auch killer. und wer meint , in der freizeit unterhält sich ein abiturient mit einem hauptschüler, der irrt. diese begegnung findet nur bei einer ,,gesammtschule,, statt. deren eltern , die gern ein mehrklassen-system , wie in idien wünschen, können und wollen von der gesellschaft nichts wissen. es sind auch nur egoisten.

  2. Hallo Herr Bruns,

    an welcher Stelle haben Sie den Text (mich) nicht verstanden?

    Mit freundlichem Gruß
    Detlef

    • Hallo Herr Detlef Ossarek Bruns
      ich habe sie verstanden. schmunzeln. wenn ich attackiere , klingt das anders.

  3. Wer seine Kinder den ganzen Tag weggibt, darf sich nicht wundern, was er zurückbekommt. Die kommen nicht als „Krüppel nach Hause“, sondern als politisch geschulte Vorkämpfer für die „gerechte Sache“. Die haben vom Pädagogie-Studium-Abrecher gelernt, was Umweltpolitik ist und erklären dem Kapitalistenschwein von Vater (immerhin Audi A6), was die Welt will.

    Das war übertrieben. Aber an der Realität nicht wirklich vorbei (begleitende Beobachtungen).

    • Wobei die „gerechte Sache“ von den Nutznießern dieses Systems , den verbeamteten Lehrern eigenmächtig in gut und böse eingeteilt wird und schliesslich dazu führt, daß man die Polizei als ACAB sieht und die Menschen, die mit Fleiß und harter Arbeit etwas erreicht haben im Leben als Feinde , Kapitalisten oder Nazis ansieht. Zitat: „Da dann nach der „Penne“ lieber chillen, einen Joint und dem System den Mittelfinger zeigen, anstatt zu malochen wie blöd( Originalaussage Niklas, 16 Jahre alt).

    • Micha Herms
      sie müssten nach ihrem kommentar eigentlich wissen, wer für ,,kraft durch freude,, verantwortlich war.
      Das war übertrieben. Aber an der Realität nicht wirklich vorbei (begleitende Beobachtungen).